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Munich Re erwartet Gewinndämpfer

München Munich Re erwartet Gewinndämpfer

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re stellt sich wegen der Zinsflaute und einer mauen Preisentwicklung in der Branche auf einen Gewinndämpfer ein. „Für 2013 streben wir ein Ergebnis von annähernd drei Milliarden Euro an“, erklärte Konzernchef Nikolaus von Bomhard bei der Bilanzvorlage.

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Konzernchef Von Bomhard erwartet für dieses Jahr einen Gewinnrückgang. Foto: Peter Kneffel

München. Erst 2014 dürfte der Überschuss wieder steigen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen dank geringer Katastrophenschäden und lukrativer Börsengeschäfte unter dem Strich noch 3,2 Milliarden Euro verdient. Die Aktionäre sollen mit einer Anhebung der Dividende von 6,25 Euro auf 7 Euro von dem Erfolg profitieren. Auf diesem Niveau solle die Ausschüttung auch in den kommenden Jahren bleiben, kündigte von Bomhard an.

Neben niedrigeren Zinserträgen dürften auch stagnierende Preise in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung in diesem Jahr auf das Geschäft drücken. So rechnet die Munich Re nach rund 52 Milliarden Euro gebuchten Bruttobeiträgen im Vorjahr für 2013 nur noch mit 50 bis 52 Milliarden Euro. Schon bei der Vertragserneuerung im Schaden- und Unfallgeschäft zum Jahreswechsel verzichtete der Rückversicherer auf unrentables Geschäft.

Von den Beitragseinnahmen dürfte im laufenden Jahr nach Abzug von Schadenaufwendungen und Verwaltungskosten weniger übrig bleiben als im Vorjahr. Bei den Kapitalanlagen verspricht sich die Munich Re angesichts des anhaltenden Zinstiefs nur noch eine Rendite von 3,3 Prozent, nach 3,9 Prozent im Vorjahr.

Das abgelaufene Jahr war angesichts einer niedrigen Zahl schwerer Naturkatastrophen für die Munich Re und die gesamte Branche glimpflich verlaufen. Von Bomhard sprach von einem „sehr guten Jahr“ für das Unternehmen. Am teuersten kam der Wirbelsturm „Sandy“ in den USA den Konzern zu stehen, der im vierten Quartal mit 800 Millionen Euro zu Buche schlug.

Bei den von Menschen verursachten Großschäden waren die Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ vor der italienischen Insel Giglio im Mittelmeer und eine Explosion in einem Industriepark im nordrhein-westfälischen Marl mit Schäden von 80 beziehungsweise 70 Millionen Euro die folgenschwersten Ereignisse. Im Gesamtjahr konnte die Munich Re ihren Gewinn mit 3,2 Milliarden Euro mehr als vervierfachen gegenüber 2011, dem schwersten Katastrophenjahr aller Zeiten für die Versicherungsbranche. Das Kerngeschäft mit Rückversicherungen steuerte fast 3,1 Milliarden Euro zum Konzernergebnis bei.

Insgesamt musste die Munich Re im vergangenen Jahr 1,3 Milliarden Euro für Naturkatastrophenschäden ausgeben. Im Vorjahr, als das Erdbeben und der Tsunami in Japan, die schweren Beben in Neuseeland und das Hochwasser in Thailand die Branche schwer getroffen hatten, musste das Unternehmen mehr als dreimal so tief in die Tasche greifen. Eckdaten für das vergangene Jahr hatte die Munich Re bereits vor Wochen veröffentlicht. Daher stand bei der Bilanzvorlage am Dienstag der Ausblick für 2013 im Mittelpunkt.

In der Ergo Versicherungsgruppe, in der die Munich Re ihre Erstversicherung bündelt, gab der Gewinn im vergangenen Jahr von 349 auf 289 Millionen Euro nach. Hier drückten Kosten für den Mitte 2012 angekündigten Stellenabbau wie Abfindungszahlungen auf das Ergebnis. Bei Ergo werden bis Anfang nächsten Jahres 1350 Arbeitsplätze gestrichen.

Im internationalen Gesundheitsgeschäft, das unter dem Namen Munich Health zusammengefasst ist, machten Probleme bei der Windsor Health Group (WHG) in den USA dem Konzern zu schaffen. In diesem kleinsten Geschäftsfeld verbuchte die Munich Re im vergangenen Jahr einen Verlust von 92 Millionen (Vorjahr: plus 36 Mio) Euro und schließt auch für dieses Jahr ein erneutes Minus nicht aus.

Zuständig für Munich Health im Vorstand ist Wolfgang Strassl, der zum Jahresende gehen muss, nachdem sein Vertrag nicht verlängert wurde. Strassls Aufgaben teilen sich künftig von Bomhard und Joachim Wenning. Zu den näheren Gründen für Strassls Ablösung wollte sich von Bomhard nicht äußern. Für die WHG würden jetzt alle Optionen geprüft, sagte der Konzernchef. Auch einen Verkauf schloss er nicht aus.

dpa

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