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Nach Reeder-Pleite - „Hanjin Europe“ sitzt in Hamburg fest

Hamburg Nach Reeder-Pleite - „Hanjin Europe“ sitzt in Hamburg fest

Wegen der Insolvenz der südkoreanischen Reederei Hanjin Shipping sitzt der 366 Meter lange und 13 000 Container fassende Frachter „Hanjin Europe“ in Hamburg fest. Laut Hanjin Deutschland-Chef Won dreht es sich um Außenstände in Höhe von rund 40 000 Euro.

Hamburg. Die Insolvenz der südkoreanischen Reederei Hanjin Shipping hat unmittelbare Folgen für den Hamburger Hafen. Kurz nachdem die siebtgrößte Reederei der Welt ihre Zahlungsunfähigkeit bekanntgegeben hatte, stoppten die Umschlagbetriebe HHLA und Eurogate die Abfertigung.

Es gebe Probleme bei den Zahlungsmodalitäten, sagte Deutschland-Chef Patrick Won am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Konkret betroffen sei der am Eurogate-Terminal liegende 366 Meter lange und 13 000 Container fassenden Frachter „Hanjin Europe“.

Wegen des Insolvenzantrags in Südkorea habe Hanjin aus rechtlichen Gründen in Deutschland den Zahlungsverkehr stoppen müssen. Das wiederum habe dazu geführt, dass beispielsweise die Hafenschlepper nur noch gegen Bargeld ihre Arbeit aufnehmen wollten. Insgesamt drehe es sich zusammen mit allen anderen Kosten um rund 40 000 Euro, sagte Won. Derzeit befinde man sich auf der Suche nach einer Lösung in Gesprächen unter anderem mit Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) und dem Terminalbetreiber Eurogate. Schließlich blockiere der Containerfrachter auch einen dringend benötigten Liegeplatz.

Eurogate selbst hielt sich bedeckt: „Wir äußern uns nicht zu der Situation rund um Hanjin Shipping“, erklärte eine Sprecherin. Nach Angaben von Hanjin-Deutschland-Chef Won ist die Ladung der „Hanjin Europe“ inzwischen gelöscht und stehe zur Abholung bereit. Problematisch sei jedoch noch das Anlaufen des nächsten geplanten Zielhafens Rotterdam. Dort wolle man die „Hanjin Europe“ wegen der Insolvenz der Reederei derzeit nicht anlegen lassen.

Die „Hanjin Europe“ hatte nach Angaben des Schiffsortungssystems „Vessel Finder“ am 26. August in Gibraltar ab- und am Montagabend in Hamburg wieder angelegt. Danach sollte sie am Donnerstagabend in Rotterdam festmachen. Mit einem Umschlag von jährlich 200 000 Standardcontainern (TEU) zählt die Reederei Hanjin, deren Deutschland- und Europazentrale mit insgesamt rund 200 Mitarbeitern ihren Sitz in Hamburg hat, zu den zehn größten Kunden im Hamburger Hafen.

Nicht nur in Hamburg, weltweit sorgt die Zahlungsunfähigkeit von Hanjin Shipping in der Industrie für große Verunsicherung. 44 von ihr betriebenen Schiffen wurde die Zufahrt zu Häfen oder Terminals verwehrt, wie das Unternehmen mitteilte. Nach Berichten südkoreanischer Medien wurden in einigen Ländern mehrere Schiffe in Beschlag genommen. Eine Firmensprecherin bestätigte aber nur einen Fall in Singapur.

Hanjin betreibt derzeit eine Flotte von 132 Containerschiffen und Massengutfrachtern, von den Schiffen sind 59 in Eigenbesitz. Bei den übrigen 73 handelt es sich um gecharterte Schiffe. Das Zentralgericht in Seoul habe am Donnerstag dem Antrag auf Insolvenzverwaltung stattgegeben, der eine Normalisierung unter gerichtlicher Aufsicht vorsehe, sagte die Firmensprecherin in Seoul. Bis zum 25. November müsse ein Sanierungsplan vorliegen.

Bis dahin soll die Schuldenrückzahlung eingefroren und der Zugriff der Gläubiger auf Vermögenswerte blockiert werden. Wird der Plan abgelehnt, droht die Abwicklung des mit umgerechnet fast fünf Milliarden Euro verschuldeten Unternehmens.

dpa

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