Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° stark bewölkt

Navigation:
Nahles will grundlegend flexiblere Arbeitswelt

Berlin Nahles will grundlegend flexiblere Arbeitswelt

Eine Arbeitswelt mit Homeoffice, mehr Freiheiten, aber auch Schutz - für Ministerin Nahles ist es das nächste Großprojekt. Sie kündigt konkrete Vorschläge an. Ob es vor der Bundestagswahl 2017 auch noch für Gesetze reicht, ist offen.

Berlin. Arbeitnehmer in Deutschland sollen nach dem Willen von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) künftig weitaus flexibler als bisher arbeiten können.

Der Vollzeit-Einsatz am festen  Arbeitsplatz hat ihrer Ansicht nach für viele ausgedient, wie Nahles bei einer Veranstaltung zur Zukunft der Arbeit in Berlin deutlich machte.

„Die Technik bietet inzwischen immer mehr Möglichkeiten, zeitlich und räumlich flexibel zu arbeiten.“ Viele wären laut Nahles gerne häufiger im Homeoffice tätig. Dabei herrsche in vielen Betrieben  Anwesenheitskultur, kritisierte sie. Nahles kündigte ein  „Wahlarbeitszeit“-Modell mit verschiedenen Bausteinen an.

Als Beispiel für flexiblere Arbeitsorganisation führte Nahles einen Malerbetrieb an: Über eine App könnten die Handwerker hier ihre einzelnen Einsätze online buchen. „Die App zeigt an, welche Arbeiten gerade geleistet werden und dokumentiert die Arbeitszeit.“ Die Arbeitszeit könne so freier gestaltet werden. Nahles kündigte an, bis Spätsommer einen „Arbeitszeitdialog“ mit Wirtschaft, Gewerkschaften und Kirchen führen zu wollen. 

Zudem solle der Wechsel von Teilzeit etwa zur Kindererziehung zurück in den Vollzeitjob erleichtert werden. Dazu plane die Koalition ein Recht auf Rückkehr in die frühere Arbeitszeit.

Nahles sprach sich zudem mittelfristig für ein Recht auf Weiterbildung aus. „In der digitalen Wirtschaft sind alle darauf angewiesen, dass auch jenseits des konkreten Bedarfs weitergebildet wird“, sagte sie. Betriebe, Betroffene und Gesellschaft müssten dies gemeinsam finanzieren. 

Gestärkt werden müsse die Absicherung der Selbstständigen im Alter, forderte Nahles. Betroffene mahnte sie, nicht einfach auf die Grundsicherung zu vertrauen: „Das wird alles nachher verrechnet, hier haben viele völlig falsche Vorstellungen, wie das nachher läuft.“ Möglich sei die Öffnung der gesetzlichen Rentenversicherung für Kleinselbstständige oder die Bildung eines berufsständischen Versorgungswerks.

Heute sind viele Arbeitnehmer mit der eigenen Arbeitssituation unzufrieden, wie aus einer vom Arbeitsressort geförderten Studie hervorgeht. Nur für knapp ein Fünftel der Befragten entspricht die eigene Arbeitssituation demnach in etwa dem persönlichen Idealbild von Arbeit. 45 Prozent der Befragten sehen die eigene Lage weit davon entfernt. In den Augen der Befragten hat sich die Arbeitswelt seit den 90er Jahren vom Ideal entfernt.

Konkrete Vorschläge zur Gestaltung der Arbeitswelt will Nahles in diesem Jahr in einem Weißbuch unter dem Motto „Arbeit 4.0“ zusammenfassen. Nötig seien Kompromisse zwischen Wirtschaft, Arbeitnehmern, gesellschaftlichen Akteuren und Staat.

Geändert hat sich unter anderem die Bedeutung von Zweitjobs. Innerhalb von neun Jahren (2006 bis 2015) stieg die Zahl derer, die im Nebenjob einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, um 52 Prozent: von 1,63 auf 2,48 Millionen, wie die „Thüringer Allgemeine“ (Dienstag) unter Berufung auf eine Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag schrieb. Die Gesamtzahl der Minijobs ist demnach zwar nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes im vergangenen Jahr gesunken, die Zahl der Minijobber im Nebenerwerb ist bis Juni 2015 aber weiter gestiegen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Lüneburg

Sie sind das Bindeglied zwischen Hersteller und Handel. Kaufleute im Groß- und Außenhandel sorgen dafür, dass große Warenmengen zuverlässig bei ihren Kunden ankommen. Dafür brauchen sie Kalkül, Übersicht und fundiertes Wissen über ihre Produkte.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.