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Wirtschaft Netto erfindet sich neu: Mehr Platz, mehr Regionales
Nachrichten Wirtschaft Netto erfindet sich neu: Mehr Platz, mehr Regionales
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00:00 27.07.2016

Die einzige Discounterkette mit Sitz in Ostdeutschland startet neu durch: Netto aus Stavenhagen bei Neubrandenburg modernisiert bis 2018 seine 349 Märkte in Deutschland. 45 Millionen Euro investiert das Unternehmen, dass zum dänischen Konzern Dansk Supermarked gehört, in Umbau und Erweiterung seiner Läden. Mit 113 Filialen und neun Prozent Marktanteil ist Netto Stavenhagen in Mecklenburg-Vorpommern die Nummer drei bei den Discountern, knapp hinter Aldi und Lidl. „Mecklenburg-Vorpommern ist unser Kernmarkt“, sagt Netto-Sprecherin Kirsten Danert.

Die Ostmecklenburger wollen sich vor allem von ihrem gleichnamigen Konkurrenten abheben: Die Discounter-Kette Netto der Edeka-Gruppe. Die lässt sich an der roten Schrift auf dem gelben Firmenlogo erkennen. Netto Stavenhagen schreibt sich dagegen Schwarz auf Gelb und zeigt dazu noch Hund „Scottie“ als Maskottchen auf den meisten Ladenschildern.

Die Kunden sollen verstehen, „dass wir anders ticken als unsere starken Mitbewerber, insbesondere der gleichnamige Discounter ohne Hund“, erklärt Danert das Ziel der Neuausrichtung. So soll vor allem der regionale Bezug ausgebaut werden. „Das ist die große Herausforderung für die nächsten Jahre“, sagt Netto-Geschäftsführer Paul Martin Berg. Bereits jetzt liegen in den Regalen 120 Produkte, die in Mecklenburg-Vorpommern erzeugt oder hergestellt wurden. Die Zahl soll künftig steigen. Berg: „Unternehmen wie Pommernland Wurstwaren und die Darguner Brauerei sind zusammen mit uns groß geworden.“

Netto setzte bereits früh auf Regionalität. Jetzt, wo das Thema wichtig geworden ist, ziehen andere Ketten nach.

Mit dem Umbau will Netto beim Umsatz jährlich um 1 bis 1,5 Prozent wachsen, auf bestehender Fläche. Bis zu zehn Läden wollen die Mecklenburger pro Jahr modernisieren. Wo das nicht möglich ist, sollen die Läden in größere Immobilien umziehen. Den Anfang macht die Filiale im Rostocker Stadtteil Toitenwinkel, die heute neu eröffnet wird.

Laut Handelsverband Nord verlieren alle Discounter seit 2012 Marktanteile an Supermärkte wie Rewe oder Edeka. „Die Supermärkte holen sich zurück, was sie in den Jahren davor verloren hatten“, sagt Hauptgeschäftsführer Dierk Böckenholt. Im Gegenzug rüsten nun die Discounter massiv auf. Kleine Läden unter 800 Quadratmetern hätten kaum noch eine Chance. Der Kunde erwarte immer mehr, dazu gehörten auch breitere Gänge und niedrigere, weniger vollgestopfte Regale.

„Der Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel ist enorm“, meint Experte Böckenholt. Das gilt besonders für MV, weil hier ein größeres Angebot auf eine schrumpfende Zahl von Kunden trifft: Der Bundesdurchschnitt beträgt 1,46 Quadratmeter Verkaufsfläche je Einwohner, im Nordosten liegt dieser Wert bei 1,56.

Gerald Kleine Wördemann

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