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01:14 18.04.2018
Optimistisch: der Vorsitzende des Windenergie- Netzwerks in Mecklenburg- Vorpommern, Andree Iffländer. Quelle: Foto: B. Wüstneck/dpa
Rostock

Die Windkraft-Industrie sucht dringend nach Wegen, die Nachfrage für ihren Strom zu erhöhen. Diese sieht sie im Bereich der Wärme und Mobilität, wie der Vorsitzende des Windenergie-Netzwerks MV, Andree Iffländer, vor der Zukunftskonferenz „Wind & Maritim“ heute und morgen in Rostock sagte. Damit gäbe es nicht nur zusätzliche Abnehmer, es könnte auch der Druck auf den Netzausbau genommen werden. Denn im Netz sei noch zu viel Kohlestrom. „Es ist politisch geboten, aus der Stromwende endlich eine echte Energiewende zu machen“, sagte Iffländer.

An der sogenannten Sektorenkopplung – also dem Einsatz von Ökostrom im Verkehr und zur Wärmeerzeugung – führt auch nach Ansicht von Uwe Ritschel, Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Windenergietechnik an der Uni Rostock, kein Weg vorbei. Eine schnelle Lösung gebe es aber nicht, die Technik zur künftigen Energieverwertung stecke vielfach noch in den Kinderschuhen. Allerdings werde der Druck auf den Energiesektor durch die sich verschärfende Umweltproblematik immer größer, sagte Ritschel.

Die Politik bremse die Windenergie in ihrem Bemühen zur Einhaltung der Klimaziele noch aus, sagte Iffländer. So gebe es keine verlässlichen Daten für den Kohleausstieg. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte in der „Leipziger Volkszeitung“ beim Braunkohle-Ausstieg sogar eine Schonfrist von 20 Jahren gefordert. Iffländer sieht Nachholbedarf aufseiten der Politik. Es sei zwar im Koalitionsvertrag jüngst vereinbart worden, dass bis 2030 der Anteil der erneuerbaren Energien 65 Prozent des Stromverbrauchs betragen soll. Aber damit würden nicht die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele erreicht. Es bleibe offen, wie dies geschehen solle. „Das will man den Märkten überlassen. Das führt nicht zur Planungssicherheit“, kritisierte Iffländer. Zudem gebe es für das 65-Prozent-Ziel nicht genügend Stromerzeuger.

Für die umfangreichen Forschungsarbeiten benötige die Branche dringend das avisierte Forschungsfeld in der Ostsee rund elf Kilometer vor Warnemünde, so Iffländer. „Ein solcher Windpark ist auch ein Aushängeschild für unsere Region und die Technologieentwicklung in Rostock.“

J. Mangler

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