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Neue Lupinen-Marke erobert die Regale

Grimmen Neue Lupinen-Marke erobert die Regale

Der Grimmener Firma Prolupin gelingt der Durchbruch am Markt / 2017 soll der Absatz auf fünf Millionen Produkte wachsen

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Bei der Produktionsvorbereitung: Wolfgang Prochnow (61, oben), David Zwingelberg (30, Gabelstapler) und Burghard Jürgens (51) beim Reinigen.

Grimmen. Dieses Jahr brachte den Durchbruch: „Wir konnten unseren Absatz auf das Fünffache steigern“, freut sich Johannes Berndt, der neue Betriebsleiter der Prolupin GmbH Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen). Fast 2,5 Millionen Mal hat die Firma 2016 ihre Produkte verkauft. In Bechern, Tüten, Tetrapacks und Gläsern. 2015 waren es noch 500000. Auch für das nächste Jahr sind die Ziele ambitioniert: 2017 soll der Absatz auf fünf Millionen Produkte wachsen.

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Der Grimmener Firma Prolupin gelingt der Durchbruch am Markt / 2017 soll der Absatz auf fünf Millionen Produkte wachsen

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„Die neue Marke wird gut angenommen“, meint der 27-Jährige, der in Hamburg Ernährungswissenschaft studiert hatte und vor knapp zwei Jahren zurück nach Mecklenburg-Vorpommern kam. „Made with luve“

heißt das Label, unter dem die Erzeugnisse inzwischen im Handel zu finden sind.

Bei der Handelskette Real sind einige der „Trendy“-Produkte schon bundesweit gelistet, bei Edeka, Famila, Globus und Rewe seien sie aber regional noch recht unterschiedlich vertreten, berichtet der von der Insel Rügen stammende, junge Werkleiter.

In der „veganen Hochburg Berlin“ beziehen Geschäfte Luve-Produkte auch über Online-Versand. In Mecklenburg-Vorpommern sind sie bisher vor allem bei Gastroniekunden gefragt, der Handel sei eher zurückhaltend. Damit aber hiesige Verbraucher nicht auf die „heimische Alternative zu Soja-, Reis- oder Mandelprodukten“ verzichten müssen, bietet das Unternehmen freitags in Grimmen einen Werksverkauf an.

Das Besondere der Produktneuheiten: Die meisten stehen im Milchregal. Milch allerdings ist gar nicht darin enthalten, jedenfalls nicht die von Kühen, Ziegen oder Schafen. Der vorpommersche Hersteller arbeitet mit Eiweiß aus der Blauen Süßlupine. Deshalb auch das auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich anmutende Label: „Lupine und love, daraus wird Luve“, erläutert Geschäftsführer Malte Stampe (50), der die Verbreitung der Marke nicht nur in Deutschland vorantreibt, sondern auch in Österreich und der Schweiz.

„Wir freuen uns, dass Prolupin inzwischen bundesweit Kunden erreicht“, sagt Jarste Weuffen, Geschäftsführerin des Agrarmarketingvereins MV. Der Verein unterstützt das Grimmener Unternehmen, indem es ihm Messeauftritte anbietet, so bei der internationalen Ernährungsmesse Anuga in Köln.

In Grimmen werden die Lupinensamen mit einem Verfahren aufbereitet, für das die 2009 gegründete Firma zusammen mit Wissenschaftlern des Fraunhofer Instituts Freising (Bayern) 2014 in Berlin den Deutschen Zukunftspreis gewann. Für die Entwicklung von Produkt–Neuheiten aus dem Lupinenextrakt folgte im November dieses Jahres der Ludwig-Bölkow-Innovationspreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

25 Erzeugnisse hat Prolupin inzwischen entwickelt – fruchtige Drinks, Desserts, Joghurt-Alternativen, Kräuter- und Schokoaufstriche, Mayonnaise und Vollkornnudeln. Und Eis natürlich. Mit der kalten Leckerei auf Lupinenbasis hatten findige Lebensmittel-Spezialisten einst bei Demmin (Seenplatte) die Tradition begründet, das zuvor nur als Viehfutter bekannte „Soja des Nordens“ auch als Nahrungsmittel zu nutzen. Mit der Greifswalder Firma Greifenfleisch waren auch mehrere Wurstsorten entwickelt worden, bei denen tierisches Eiweiß und Fette durch Lupine ersetzt wurden. „Die haben sich am Markt leider nicht durchgesetzt“, bedauert Betriebsleiter Berndt.

Hergestellt und abgefüllt werden die insbesondere bei Allergikern und Veganern beliebten Produkte allerdings nicht in Grimmen. „Das können wir nicht leisten, dazu brauchten wir ja mehrere Werke“, meint der gelernte Koch.

Die Grimmener Anlage entzieht dem Lupinenrohstoff aber die Bitterstoffe und fertigt eine Art pflanzlichen Eiweißquark. Dieser wird dann bei Vertragspartnern weiterverarbeitet. Wo das geschieht, wird jedoch als Geschäftsgeheimnis streng gehütet. „Die Konkurrenz schläft nicht“, weiß Berndt. Immerhin aber stammen die Ausgangsstoffe aus Mecklenburg-Vorpommern. 15 Agrarbetriebe bauen die heimische Eiweißpflanze für das Grimmener Werk an.

Gesunde Eiweißpflanze

Die Blaue Lupine ist

eine Eiweißpflanze, deren Früchte Erbsen

ähneln. Lange wurde die Lupine nur als Tierfutter genutzt.

In Mecklenburg-Vorpommern arbeitet ein Netzwerk aus Wissenschaftlern, Pflanzenzüchtern, Medizinern, Bauern, Lebensmittelherstellern und Verfahrenstechnikern seit rund fünfzehn Jahren daran, dem Schmetterlingsblütler zum Durchbruch als Nahrungsmittel zu verhelfen. Dazu müssen der Pflanze

zunächst aber die

Bitterstoffe entzogen werden.

Mediziner wiesen nach, dass Lupine den Cholesterinspiegel positiv verändert und den Blutdruck reguliert.

Elke Ehlers

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