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Neue Mega-Pipeline soll russisches Gas durch MV leiten

Berlin Neue Mega-Pipeline soll russisches Gas durch MV leiten

Gascade plant Doppelstrang von Vorpommern bis nach Südsachsen

Berlin. Nach den Erdgasleitungen Opal und Nel will das Unternehmen Gascade eine weitere Festland-Pipeline durch Mecklenburg-Vorpommern bauen: Die Europäische Gas-Anbindungsleitung (Eugal) soll vom Raum Vierow/Lubmin bei Greifswald aus russisches Erdgas zur deutsch-tschechischen Grenze in Südsachsen transportieren. Hundert der insgesamt 475 geplanten Trassenkilometer verlaufen durch MV. Hintergrund des Bauvorhabens ist die vom Nord-Stream-Konsortium angestrebte Erweiterung der Ostseepipeline um zwei zusätzliche Leitungen.

OZ-Bild

Gascade plant Doppelstrang von Vorpommern bis nach Südsachsen

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Auch die Eugal ist als Doppelstrang konzipiert. Der soll weitestgehend parallel zur Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (Opal) gebaut werden. Indem man den bestehenden Korridor nutzt, werde die Belastung für Mensch, Umwelt und Natur so gering wie möglich gehalten, erklärt Gascade-Sprecherin Nicole Regensburger. „Ein genauer Trassenverlauf steht allerdings erst zum Ende des Planfeststellungsverfahrens fest.“ Und das sei noch gar nicht angelaufen. Zunächst prüfe jetzt das zuständige Energieministerium in Schwerin, ob für MV ein gesondertes Raumordnungsverfahren erforderlich sei. In Sachsen und Brandenburg werden solche bereits vorbereitet.

Energieminister Christian Pegel (SPD) befürwortet den Bau der neuen Pipeline. Mit der Erweiterung der Nord-Stream-Trasse durch die Ostsee würden erhebliche Umschlags- und damit Arbeitsmarkteffekte in der Bauphase im Fährhafen Sassnitz erwartet, sagt Pegel. Er begrüße daher, dass sich Gascade der Weiterführung des Gases annimmt.

Ob überhaupt zusätzliches russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland fließt, ist offen. Genehmigt ist die zweite, rund acht Milliarden Euro teure und 1200 Kilometer lange Ostseepipeline bislang noch nicht. Nord Stream setzt aber auf zügige Verfahren und Bauphasen. Die beiden neuen Stränge sollen Ende 2019 in Betrieb gehen.

Mit dem Eugal-Bau will Gascade Mitte 2018 beginnen. Das Unternehmen stellt Baufirmen und Dienstleistern in MV Aufträge in Aussicht. Es werde „positive regionale Effekte geben“, sagt Nicole Regensburger. Spätestens Ende 2019 soll durch den ersten Eugal-Strang Gas strömen. Die zweite Leitung geht laut Plan im Jahr darauf ans Netz.

Was die Eugal kosten wird, dazu macht Gascade – ein Gemeinschaftsunternehmen des weltgrößten Chemiekonzerns BASF und des russischen Erdgasriesen Gazprom – keine Angaben. Sie dürfte aber deutlich teurer als die einsträngige Opal werden. Deren Bau hatte eine Milliarde Euro gekostet.

Von der Ostsee zur deutsch-tschechischen Grenze

485 Kilometer lang soll die Europäische Gasanbindungsleitung (Eugal) werden, 100 Kilometer davon führen laut Plan durch MV. Der Einspeisepunkt soll in Vierow/Lubmin bei Greifswald entstehen. Von dort aus sollen zwei Leitungsstränge Erdgas nach Deutschneudorf an der deutsch-tschechischen Grenze in Sachsen bringen.

Transportkapazität pro Jahr: 51 Milliarden Kubikmeter. Die Eugal soll weitestgehend parallel zur Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (Opal) verlaufen. Frühestens Ende 2019 kann das erste Gas durch den ersten Leitungsstrang fließen.

Nabu gegen neuen Strang durch Ostsee

. Der Umweltverband Nabu hat Widerstand gegen die Erweiterung der Ostseepipeline Nord Stream angekündigt. Die vom Nord Stream 2-Konsortium geplante Gaspipeline quer durch die Ostsee sei aus energiepolitischer wie auch aus ökologischer Sicht abzulehnen, sagte der Nabu-Meeresbiologe Kim Detloff (Foto) gestern. „Die Ostsee ist ein hoch gefährdetes Meer.“ Der Bau von weiteren Leitungssträngen werde zu massiven Sedimentumlagerungen führen mit der Folge des Wiedereintrags von im Meeresboden gebundenen Schad- und Nährstoffen in die Ostsee. Unter energiepolitischem Aspekt sei die Trasse überflüssig. „Die Pipeline ist für 40 Jahre ausgelegt, würde den Markt für Gas beflügeln und damit den Ausbau der erneuerbaren Energie bremsen.“ Zusätzliche Gaslieferungen aus Russland würden dafür sorgen, dass Gaskraftwerke länger am Netz blieben als nötig. Ähnliche Argumente kommen vom BUND. „Die Ostsee-Pipeline ist nicht notwendig, da es keine Unterversorgung an Gas gibt“, sagte die Landesvorsitzende Corinna Cwielag.

Martina Rathke und Antje Bernstein

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