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15:12 22.06.2017
Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Georg Nüßlein (CSU), sagte, die Union habe dafür gesorgt, dass Hauptschülern und Quereinsteigern nicht der Zugang zu dem Beruf verbaut werde. Quelle: Soeren Stache
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Berlin

Pflegekräfte für kranke Kinder, kranke Erwachsene und alte Menschen durchlaufen künftig in den ersten beiden Jahren eine gemeinsame Ausbildung.

Im letzten Jahr können sie dann die bisherige, allgemeine Ausbildung fortführen oder sich auf die Kinderkrankenpflege beziehungsweise die Altenpflege spezialisieren. Auszubildende in der Pflege müssen künftig kein Schulgeld mehr bezahlen, sondern bekommen eine Ausbildungsvergütung. Nach langem Ringen beschloss der Bundestag am Donnerstag das sogenannte Pflegeberufegesetz.

Die Pflegehelferausbildung kann künftig auf die Ausbildung zur Pflegefachkraft angerechnet werden. Ergänzend zur beruflichen Pflegeausbildung wird es das Pflegestudium geben. Insbesondere mit Blick auf die immer wichtiger werdende Altenpflege erhofft sich der Gesetzgeber von der Zusammenlegung der bisherigen Ausbildungsstränge, den Pflegeberuf attraktiver zu machen und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Das Gesetz bedarf der Zustimmung des Bundesrats. Es soll in Stufen in Kraft treten, einige Regelungen bereits am Tag nach der Verkündung. Damit soll sichergestellt werden, dass rechtzeitig vor Beginn der neuen Ausbildung die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vorliegt. Der erste Ausbildungsjahrgang soll 2020 beginnen.

Seniorenministerin Katarina Barley (SPD) erklärte: „Mit dem Gesetz werden die Pflegeberufe modernisiert und fit für den demografischen Wandel. Durch die Schulgeldfreiheit und eine angemessene Ausbildungsvergütung wird die Attraktivität der Ausbildung erhöht.“ Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) betonte, dass die alternde deutsche Gesellschaft in Zukunft mehr Pflegekräfte brauche. Deshalb müssten die Pflegekräfte besser auf die veränderten Anforderungen in der Praxis vorbereitet werden.

In der abschließenden Debatte im Bundestag sagte der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Georg Nüßlein (CSU), die Union habe dafür gesorgt, dass Hauptschülern und Quereinsteigern nicht der Zugang zu dem Beruf verbaut werde. „Die Pflege war das Topthema dieser Legislaturperiode.“ Die Reform sei der letzte Baustein in einer Reihe von Pflegereformen. Und sie sei eine der schwierigsten gewesen.

Die Linken-Abgeordnete Pia Zimmermann kritisierte dagegen, die Pflegeausbildung werde unübersichtlicher. Zudem sei die Finanzierung noch nicht endgültig geklärt. Elisabeth Scharfenberg von den Grünen warnte, die Ausbildungsreform sei nicht Allheilmittel gegen Fachkräftemangel, wie dies immer wieder dargestellt worden sei.

Die Koalitionsfraktionen hatten sich erst in der vergangenen Woche auf letzte Details verständigt. Nach sechs Jahren soll geprüft werden, wie viele Auszubildende sich spezialisiert haben und wie viele ihren ursprünglichen Berufswunsch - Kranken-, Kinderkranken- oder Altenpflege - während der Ausbildung abgeändert haben. Wenn sich 2026 etwa herausstellen sollte, dass sich mehr als die Hälfte der Auszubildenden für die Generalistik, also die allgemeine Ausbildung entscheidet, könnte man nochmals neu über die Spezialausbildung nachdenken.

dpa

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