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Neuer Chef der Munich Re will Problemtochter Ergo behalten

Versicherungen Neuer Chef der Munich Re will Problemtochter Ergo behalten

Bei der Munich Re übernimmt ein neuer Chef das Ruder - und der kämpft mit einem alten Problem. Ärger mit den Aktionären gibt es auch.

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Der neue Vorstandsvorsitzende Joachim Wenning während der Hauptversammlung des Rückversicherers Munich Re in München.

Quelle: Alexander Heinl

München. Die Munich Re schließt trotz Aktionärsbeschwerden eine Trennung von ihrer Düsseldorfer Problemtochter Ergo aus.

„Die Erstversicherung mit der Ergo ist in unserem Interesse, ist in Ihrem Interesse“, sagte der neue Konzernchef Joachim Wenning am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München. In fünf Jahren soll die Ergo 600 Millionen Euro zum Konzernergebnis beisteuern - 2016 schrieb sie rote Zahlen.

„Ich verliere so langsam die Geduld mit der Ergo“, klagte deswegen Kleinaktionärsvertreterin Daniela Bergdolt, Vizepräsidentin der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). „Das Ergo-Desaster muss endlich ein Ende nehmen“, verlangte Ingo Speich, Portfoliomanager bei der Union Investment.

Wenning übernimmt die Leitung des weltgrößten Rückversicherers am Donnerstag vom bisherigen Chef Nikolaus von Bomhard, der die Geschicke des Unternehmens seit 2004 leitete. Schon zu von Bomhards Amtsantritt und in den Jahren zuvor waren die Erstversicherungsgeschäfte der Ergo schlecht gelaufen.

Die Münchener Rück insgesamt kämpft seit Jahren mit schrumpfenden Gewinnen. Auf riskante Strategien zur Profitmaximierung will das Unternehmen aber weiter verzichten. „Kein künstlich erzeugter Goldrand“, sagte der scheidende Vorstandschef. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern einen neuerlichen Gewinnrückgang von 2,6 auf 2 bis 2,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen liege nach dem ersten Quartal gut auf Kurs, dieses Ziel zu erreichen, sagte von Bomhard.

Streit mit einem Teil der Aktionäre gab es um die Bezahlung des Vorstands. Dabei geht es nicht um die Höhe der Bezüge, sondern um die Offenlegung der Zielvorgaben, die für die Höhe der Boni entscheidend sind. Auf Vorschlag von Stimmrechtsberatern stimmten am Mittwoch bei der Hauptversammlung die Eigentümer von 65 Prozent der anwesenden Aktien gegen den Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand, das bisherige System ohne Offenlegung fortzusetzen. Aufsichtsrat Bernd Pischetsrieder reagierte verärgert, weil die Stimmrechtsberater vorher nicht das Wort ergriffen hatten. „Eigentlich halte ich das für eine Missachtung des Gremiums“, sagte der frühere BMW-Chef.

Gesetzlich verpflichtet zur Offenlegung ist das Unternehmen nicht. Aufsichtsrat und Vorstand wollen die Zielvorgaben für die zehn Vorstandsmitglieder nicht publik machen, weil das der Konkurrenz Aufschluss über die Pläne des weltgrößten Rückversicherers geben könnte. Pischetsrieder hatte vorsichtshalber schon vor der Abstimmung angekündigt, mit den Stimmrechtsberatern über eine Änderung verhandeln zu wollen.

dpa

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