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Neuer Chef im Dummerstorfer Leibniz-Institut

Neuer Chef im Dummerstorfer Leibniz-Institut

Dummerstorf. Das Leibniz-Institut in Dummerstorf bei Rostock bekommt einen neuen Chef. Wie das Schweriner Agrarministerium bestätigte, wird Prof.

Dummerstorf. Das Leibniz-Institut in Dummerstorf bei Rostock bekommt einen neuen Chef.

 

OZ-Bild

Wie das Schweriner Agrarministerium bestätigte, wird Prof. Dr. Klaus Wimmers (51) Anfang Oktober zum Vorstand des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) berufen.

Die OZ sprach mit dem Molekularbiologen und Tiermediziner.

Sie leiten das Institut bereits seit mehr als einem Jahr kommissarisch, warum dauert es mit der offiziellen Berufung so lange?

Prof. Klaus Wimmers: Die Stelle ist mit einer Professur an der Agrarfakultät der Rostocker Universität verbunden. Erst jetzt ist dort alles geklärt. Die Lehre für den Lehrstuhl für Tierzucht der Agrarfakultät habe ich aber schon vor zwei Semestern übernommen.

Das Institut bekam Ende 2015 nicht die besten Noten bei der Evaluierung. Hat das Konsequenzen für Ihren Amtsantritt?

Wimmers: Wir werden bereits nach vier Jahren wieder von einer Evaluierungskommission überprüft. Zuvor war die Förderung immer auf sieben Jahre ausgerichtet. In der Begründung hat die Kommission dargelegt, was sie von uns erwartet. Daran arbeiten wir.

Das Institut hat eine Super-Infrastruktur. Wie passt das zu der kritischen Bewertung?

Wimmers: Für Struktur und Inhalte unserer Forschung hat uns die Kommission gute Noten erteilt. In unsere hochmodernen Labore und Versuchsställe wurden 40 Millionen Euro investiert. Die Kritikpunkte bezogen sich auf Internationalität, Außenwirkung und wissenschaftliche Publikationen.

Was bemängelt die Bewertungskommission bei den Veröffentlichungen des Instituts?

Wimmers: Bei der Anzahl der Beiträge liegen wir sogar über dem Durchschnitt. Es gelingt uns aber zu wenig, unserer Arbeiten außerhalb der Tierwissenschaften in bestimmten Journalen zu platzieren. Externe Bewerter beachten dabei wenig, dass unsere Tierforschungsbeiträge dort mit Themen aus Humanmedizin und Life Science konkurrieren.

Was können Sie dagegen tun?

Wimmers: Wir müssen verdeutlichen, dass unsere Forschung auch für die Humanmedizin Bedeutung hat. Bestimmte Tierforschungs-Studien haben Modellcharakter. Außerdem werden wir unsere Forschungsziele neu ausrichten.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Arbeit?

Wimmers: Wir setzen verstärkt auf interdisziplinäre Themen wie Tierwohl, Gesundheit, Ressourceneffizienz und Rassenvielfalt bei Nutztieren. Die Forschung soll stärker darauf zielen, Nachhaltigkeit und Akzeptanz der Landwirtschaft zu erhöhen.

Biografie

Prof. Klaus Wimmers hat Tiermedizin studiert. 2004 wechselte der gebürtige Westfale von der Universität Bonn an das Dummerstorfer Leibniz-Institut. Er war Leiter des Instituts für Genombiologie, bis er im Sommer des vorigen Jahres als kommissarischer Vorstand der Forschungseinrichtung eingesetzt wurde. Sein Vorgänger, Prof. Manfred Schwerin, war im Juli 2015 in den Ruhestand gegangen. Wimmers lebt in Rostock, ist verheiratet und hat einen Sohn.

Foto: Thomas Häntzschel

Interview: Elke Ehlers

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