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Neues EU-Siegel für Staubsauger: Stromfresser verschwinden

Rostock Neues EU-Siegel für Staubsauger: Stromfresser verschwinden

Modelle mit mehr als 1600 Watt dürfen ab September nicht mehr in den Handel.

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Rostock. Die EU zieht Stromfressern den Stecker: Nur noch bis Ende August dürfen Hersteller Staubsauger mit einer Leistung von mehr als 1600 Watt an den Handel ausliefern. Grund ist die sogenannte Ökodesign-Richtlinie. Mit ihr will die EU den Stromverbrauch und die Treibhausgasemissionen europaweit mindern.

„Mit effizienteren Haushaltgeräten können Verbraucher einen großen Beitrag zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz leisten“, sagt Rudolf Borchert, energiepolitischer Sprecher der SPD im Schweriner Landtag. Er befürworte die Vorgaben aus Brüssel. Kritik an Vorschriften der Ökodesign-Richtlinie hatte es zuvor hingegen aus den Reihen von CDU und Linken gegeben.

Bei Verbraucherschützern kommt die Wattbremse für Sauger gut an. Sie begrüßen außerdem das EU-Energielabel, das ab 1. September für die Geräte verpflichtend wird. Es zeigt an, wie energieeffizient die Modelle sind, erklärt Horst Frank von der Verbraucherzentrale MV. Der Blick auf‘s Etikett gibt außerdem Aufschluss über die Reinigungsleistung auf Teppich und Hartboden, die Lautstärke und Staubemissionsklasse. So sollen Kunden das Gerät auswählen können, das ihren Bedürfnissen entspricht. „Am besten vergleicht man auch den jährlichen Stromverbrauch“, rät Frank. In einem Durchschnittshaushalt (87 Quadratmetern Wohnfläche, 50 Reinigungen pro Jahr) dürfe der bei neuen Geräten maximal 62 Kilowattstunden betragen. Diese Werte würden aber von den effizienten Geräten noch einmal deutlich unterboten. Ein Staubsauger der Klasse A verbrauche etwa 50 Prozent weniger Strom als ein G-Gerät. Verbraucher sparen mit dem Strom auch Geld. Bei einem 2400-Watt-Gerät, das durchschnittlich eine Stunde pro Woche genutzt wird, belaufen sich die Stromkosten auf etwa 40 Euro pro Jahr, bei einem mit 1500 Watt nur 27 Euro, sagt der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).

„Die Geräte, die schon in den Läden stehen, dürfen weiter ohne Etikett verkauft werden“, sagt Hans-Martin Bohac vom Einzelhandelsverband Nord. Rabatte sind somit unwahrscheinlich. Eine größere Nachfrage nach wattstarken Modellen gebe es bislang nicht.

Dass sie künftig länger saugen müssen, bräuchten Verbraucher nicht zu befürchten, meint eine ZVEI-Sprecherin. Die neuen Geräte seien saugstark. Die Wattzahl allein sage nichts darüber aus, wie gut ein Gerät reinige. Die Beschaffenheit der Düse, der Luftführung im Gerät, die Filterung und die Konstruktion des Motors seien ebenso entscheidend. Die EU fährt die Wattzahl weiter runter: Ab 2017 dürfen nur noch Sauger mit bis zu 900 Watt in den Handel.

Das Energielabel
Staubemmissionsklasse: Sie zeigt an, wie viel Staub über die Ausblasluft wieder abgegeben wird. Gute Geräte bekommen ein A, schlechte ein G.

Teppichreinigungsklasse: Sie gibt an, wie gut die Staubaufnahme von einem standardisierten Test-Teppich ist.

Effizienzklasse: Die Bewertungsskala reicht von A für energiesparende
Geräte bis G für solche mit hohem Stromverbrauch. Am 1. September 2017 wird die Skalierung umgestellt. Dann gelten die Effizienzklassen A+++ bis D.

Durchschnittlicher jährlicher Energieverbrauch: Er wird für einen Durchschnittshaushalt mit 87 Quadratmetern Wohnfläche und 50 Reinigungsvorgängen pro Jahr berechnet.

Schallleistungspegel: Der Wert gibt das Geräuschlevel eines Staubsaugers in Dezibel an.

Hartbodenreinigungsklasse: Sie zeigt an, wie gut das Gerät Schmutz von einer mit Staub gefüllten Ritze auf einer hölzernen Platte aufnimmt.

 



Antje Bernstein

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Rostock
Eine Frau saugt mit einem Staubsauger den Fußboden eines Kinderzimmers (Symbolbild).

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