Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Niedrigster Stand seit 2009: Ölpreise drücken Inflation
Nachrichten Wirtschaft Niedrigster Stand seit 2009: Ölpreise drücken Inflation
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:04 17.01.2015

Der Preisrutsch bei Öl hat die Inflation in Deutschland im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit dem Finanzkrisenjahr 2009 gedrückt. Auf Jahressicht erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte. Eine niedrigere Teuerungsrate gab es zuletzt 2009 mit 0,3 Prozent. Damit bestätigte die Wiesbadener Behörde ihre erste Schätzung von Anfang Januar.

Im vergangenen Jahr dämpften vor allem stark sinkende Ölpreise die Teuerung. Und der Trend setzt sich fort: Erstmals seit März 2009 rutschte am Mittwoch der Dieselpreis an zwei Tankstellen in Elmshorn (Schleswig-Holstein) sogar unter die Ein-Euro-Marke: 99,9 Cent kostete der Liter. Auch in MV nähert sich der Dieselpreis der Ein-Euro-Marke. So boten gleich mehrere Tankstellen in Neubrandenburg gestern Abend gegen 19.00 Uhr den Kraftstoff für 1,019 Euro pro Liter an.

Der Trend wirke sich vor allem auf die Verbraucher positiv aus, sagt unter anderem Sebastian Novy von einer Tankstelle in Stralsund: „Die Leute freuen sich. Es ist generell mehr los an der Zapfsäule.“ David Hoffmann in Born auf dem Darß begrüßt die Entwicklung. „Vor einem Jahr hatte der Diesel hier noch einen Spitzenwert von 1,499 Euro. Ich bin der Meinung, dass die niedrigen Preise jetzt der Wirtschaft zugute kommen“, sagt der Tankstellenmitarbeiter. Auch Stephan Zieger, Geschäftsführer vom Bund Freier Tankstellen (BFT) in Bonn, ist zufrieden. Er ist sich sicher, dass der Preis noch weiter sinken wird: „Drei bis sechs Monate wird der jetzige Trend wohl weiter anhalten. Dann könnte Diesel nur noch 95 Cent kosten.“ Für die Inseln Usedom und Rügen könnte es nach Meinung des Betreibers einer Tankstelle in Putbus jedoch länger dauern: „Der Kraftstoff wird häufig aus Rostock bezogen. Die langen Lieferwege wirken sich direkt auf die Tankkosten aus.“

Jedoch: Währungshüter betrachten die Entwicklung des Öl-Preises mit Sorge. Grund: Er ist von großem Gewicht für die Inflationsrate. In der gesamten Eurozone sind die Verbraucherpreise gefallen. Im Dezember habe das Preisniveau um 0,2 Prozent niedriger gelegen als im Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt Eurostat gestern in Luxemburg mit. Im November hatte die Inflationsrate noch bei plus 0,3 Prozent gelegen. Sinkende Preise über einen längeren Zeitraum gelten als Gefahr für die Konjunktur, weil Verbraucher und Unternehmen auf weiteren Preisverfall spekulieren und dann Anschaffungen sowie Investitionen aufschieben könnten. Die meisten Experten erwarten daher, dass die Notenbank EZB bereits auf ihrer kommenden Sitzung am 22. Januar breit angelegte Staatsanleihekäufe beschließen wird.

Seit Wochen laufen Vorbereitungen dafür. Befürworter der umstrittenen Maßnahme hoffen, auf diese Weise Banken Freiräume für Kredite zu verschaffen und durch das Befeuern der Konjunktur die Inflation wieder in Richtung des EZB-Ziels von zwei Prozent zu treiben.

Seit Jahren ist die Inflation in Deutschland rückläufig: 2011 waren es 2,1 Prozent, 2012 dann 2,0 Prozent, 2013 schließlich 1,5 Prozent. Das freut die Verbraucher: Für Heizöl mussten sie zuletzt 7,8 Prozent weniger zahlen als ein Jahr zuvor, die Kraftstoffpreise fielen um 4,4 Prozent. Die Preise für andere Energieprodukte entwickeln sich moderat, während sich die Energie insgesamt um 2,1 Prozent verbilligte. Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme gingen um 1,3 Prozent zurück, Strom verteuerte sich (plus 1,9 Prozent). Teurer waren Molkereiprodukte (plus 7,9 Prozent), günstiger wurde Gemüse (minus 3,4 Prozent).



Jörn Bender und Johanna Hegermann

Nach fünf schwächeren Handelstagen ist dem US-Aktienmarkt ein versöhnlicher Wochenabschluss gelungen.

17.01.2015

Die 30 Aktien des Dow Jones Industrial Index wiesen am 16.01.2015 um 22:25 Uhr MEZ folgende Schlusskurse auf. (Stand und Veränderung zur Schlussnotierung am vorherigen Börsentag bei Aktien in US-Dollar, bei Indizes in Punkten).

19.01.2015

Die überwiegende Mehrheit der Bürger in Deutschland macht sich weiter Sorgen um den Euro.

17.01.2015
Anzeige