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Niki Lauda und Condor bieten gemeinsam für Air Berlin

Neue Offerte Niki Lauda und Condor bieten gemeinsam für Air Berlin

Holt sich der frühere Rennfahrer seine Fluggesellschaft zurück? Niki Lauda hat es unter anderem auf die Tochter Niki abgesehen. Doch es gibt auch andere Interessenten.

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Eine Maschine der insolventen Fluggesellschaft „Air Berlin“ rollt in Berlin zu einer Startbahn auf dem Flughafen Tegel.

Quelle: Paul Zinken

Berlin. Kurz vor Ende der Bieterfrist für Air Berlin an diesem Freitag gibt es im Poker um die insolvente Fluggesellschaft eine neue Allianz.

Der frühere Rennfahrer Niki Lauda will nach eigenen Aussagen gemeinsam mit einem Bündnis um den Ferienflieger Condor 100 Millionen Euro für die insolvente Air Berlin bieten, sagte Lauda am Donnerstag im Radiointerview des „Ö1 Morgenjournals“. „Jetzt müssen wir mal schauen, ob wir den Zuschlag bekommen“, so der 68-Jährige. Der ebenfalls interessierte Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl deutete unterdessen an, dass die zahlreichen Flugausfälle der vergangenen Tage Investoren verschreckt haben könnten.

Weil etliche Piloten sich krankgemeldet hatten, waren am Dienstag und Mittwoch rund 200 Flüge ausgefallen. Am Donnerstag flogen die rot-weißen Maschinen nach Unternehmensangaben wieder weitgehend nach Plan. „Immer mehr Piloten melden sich fit zum Dienst“, sagte eine Sprecherin. Es gab etwa zehn Streichungen.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hatte vor vier Wochen Insolvenz angemeldet und wird noch durch einen 150-Millionen-Euro-Kredit des Bundes in der Luft gehalten. Es gibt eine Reihe von Interessenten für Airline, die seit Jahren rote Zahlen schreibt, aber begehrte Start- und Landrechte hält. Verhandelt wird unter anderem mit dem Branchenprimus Lufthansa über einen Verkauf von Unternehmensteilen.

Über Niki Laudas Pläne hatte zuerst die Wiener Zeitung „Kurier“ berichtet. Demnach will die Allianz für 38 Air-Berlin-Maschinen und ihrer Tochter Niki ein Angebot abgeben. Der Gründer und frühere Besitzer der Niki will den Angaben zufolge 51 Prozent des Konsortiums übernehmen und künftig ausschließlich touristische Ziele anfliegen. Für Fluggäste solle die Condor-Mutter Thomas Cook sorgen.

Der Unternehmer Lauda hatte Niki selbst gegründet und war mehrere Jahre Eigentümer. Auf Niki hat es auch die Lufthansa abgesehen, die zudem einen Teil der Langstreckenflugzeuge übernehmen will. Die Verhandlungen laufen seit Monaten. Der deutsche Marktführer könnte rund 90 der 144 Flugzeuge übernehmen, hieß es zwischenzeitlich.

Der Konkurrent Ryanair warnte vor einem Zuschlag für Lufthansa. „Lufthansa ist ein Luftfahrt-Champion, aber sie sollte kein Luftfahrt-Monster werden“, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary in Berlin. Mit einer Übernahme der zweitgrößten Fluggesellschaft werde Lufthansa den deutschen Markt dominieren, die Folge seien höhere Ticketpreise. O'Leary sieht die Insolvenz von Air Berlin verbunden mit einem staatlichen Übergangskredit als abgekartetes Spiel zugunsten der Lufthansa.

Die Entscheidung sollen die Gläubiger am 21. September fällen. Verhandelt wird laut Air Berlin mit drei weiteren Airlines, darunter nach Medienberichten Easyjet. Der Unternehmer Wöhrl hatte - ohne Unterlagen der Air Berlin in einem Datenraum einzusehen - angekündigt 50 bis 500 Millionen Euro für Air Berlin zu bezahlen. Der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag) sagte er: „Bisher konnte ich unsere Partner bei der Stange halten, aber auch in diesem Kreis fragt man sich, ob die Piloten wissen, was sie tun.“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kritisierte die Piloten. „Viel Verantwortungsbewusstsein sehe ich bei denjenigen, die sich da kollektiv krank gemeldet haben, nicht“, sagte Schäuble der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstagausgabe). Er sprach von einer streikartigen Häufung von Krankmeldungen.

Die Vereinigung Cockpit verteidigte unterdessen die Kollegen. Die Pilotengewerkschaft sprach von einer Extremsituation mit Existenzängsten und psychischen Belastungen, in der der eine oder andere Pilot sich nicht mehr in der Lage gesehen habe, „konzentriert seiner Arbeit nach zu gehen und einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten“.

dpa

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