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Nina Petri: „Ich musste jeden Cent umdrehen“

Nur noch gebrüllt Nina Petri: „Ich musste jeden Cent umdrehen“

Die Schauspielerin weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, arbeitslos zu sein und kein Geld zu haben. Sie erzählt auch von ihrer „Amts-Vergangenheit“.

Hamburg. Die Schauspielerin Nina Petri kennt die unerfreulichen Seiten ihres Berufs. Bis sie das erste Mal eine größere Summe beim Fernsehen verdient habe, sei sie arm gewesen.

„Ich habe vom Existenzminimum gelebt. Ich hatte nur Sperrmüll zu Hause, geschenkte Möbel“, sagte die 53-Jährige der Wochenzeitung „Die Zeit“. Von ihrer ersten Gage habe sie sich eine neue, richtig teure Matratze gekauft. „Bis dahin hatte ich nur auf gebrauchten WG-Matratzen geschlafen.“

Petri erhielt 1999 den Deutschen Filmpreis für ihre Rollen in Doris Dörries „Bin ich schön?“ und „Lola rennt“, spielte im „Tatort“, im „Polizeiruf 110“ und im Theater. Dennoch war sie zuletzt im Frühjahr das letzte Mal beim Jobcenter. „Ich habe mich arbeitslos gemeldet, das erste Mal seit langer Zeit. Ich kenne das ja, ich habe eine Amts-Vergangenheit, mit Sozialamt und jeden Cent umdrehen“, sagte Petri im Hamburgteil der „Zeit“.

Als besonders demütigend habe sie eine Situation erlebt, als sie hochschwanger mit Zwillingen vor einem Beamten beim Sozialamt stand: „Er sagte: "Sie können Ihr Erspartes behalten, aber sehen Sie zu, dass Sie wieder arbeiten, sobald die Kinder da sind. Und die Wohnung zahlen wir nicht, aus der müssen Sie raus, am besten sofort."“ Sie habe daraufhin nur noch gebrüllt. „Die mussten den Notarzt holen, ich bin ins Krankenhaus mit einem Nervenzusammenbruch. Ich bin froh, dass ich in dem Moment nicht bewaffnet war.“

dpa

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