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Nord Stream 2 treibt Bau der zweiten Ostseepipeline voran

Zug/Sassnitz Nord Stream 2 treibt Bau der zweiten Ostseepipeline voran

Noch gibt es keine Genehmigung / Dennoch wird der Bau der zweiten Erdgastrasse durch die Ostsee weiter vorbereitet / Ende Oktober kommen die ersten Rohre nach Rügen

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Zur Sicherheit: Am Anlandepunkt der Nord Stream bei Lubmin werden Ersatzrohre für die Pipeline gelagert.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Zug/Sassnitz. Ungeachtet der politischen Spannungen zwischen Russland und der EU: Die Vorbereitungen des Pipelinebauers Nord Stream 2 für den Bau einer zweiten Trasse für russisches Erdgas durch die Ostsee laufen weiter. Ende Oktober sollen die ersten Stahlrohre nach Sassnitz (Rügen) transportiert werden, wo sie mit Beton ummantelt und für die Verlegung vorbereitet werden sollen, wie ein Unternehmenssprecher sagte. „Die Nord Stream 2 AG geht weiterhin davon aus, beide Stränge der Pipeline Ende 2019 in Betrieb zu nehmen.“

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Noch gibt es keine Genehmigung / Dennoch wird der Bau der zweiten Erdgastrasse durch die Ostsee weiter vorbereitet / Ende Oktober kommen die ersten Rohre nach Rügen

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Schröder wieder im Boot

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD, im Bild) hat den Vorsitz des Verwaltungsrates des Pipeline-Betreibers Nord Stream 2 übernommen. Er ist bereits seit zehn Jahren Vorsitzender des Gesellschafterausschusses des alten Konsortiums Nord Stream. Sein Wechsel kurz nach dem Ende seiner Kanzlerschaft hatte dem SPD-Politiker Kritik eingebracht.

Die bereits in Betrieb genommene erste Ostseepipeline habe gezeigt, dass ein solches Infrastrukturprojekt innerhalb eines ambitionierten Zeitplanes genehmigungsfähig und realisierbar sei. Bereits im September hat die Gazprom-Tochter Rohre für die Beton-Ummantelung und spätere Verlegung an die finnische Küste liefern lassen. Zudem wurde in diesem Jahr im gesamten 1200 Kilometer langen Offshore-Routenkorridor mit den ersten technischen und ökologischen Untersuchungen begonnen. Allerdings fehlen noch in allen betroffenen Ländern Genehmigungen: In Schweden beantragte Nord Stream 2 den Pipelinebau Mitte September 2016. Die Genehmigungsanträge in Deutschland, Dänemark, Finnland und Russland folgen Anfang 2017. Der etwa acht Milliarden Euro teure Bau des Doppelstranges verläuft nahezu parallel zur ersten Leitung.

In Sassnitz auf Rügen würde der Pipelinebau – wenn auch zeitlich begrenzt – für etwa 150 zusätzliche Arbeitsplätze sorgen. Die Wasco Coatings Europe BV mit Hauptsitz in Malaysia wird auf dem Fährhafen-Gelände rund 90000 Stahlrohre mit Beton ummanteln und lagern. Sie werden derzeit von Europipe mit Sitz in Mülheim an der Ruhr gefertigt.

Wie die erste Pipeline ist auch der Bau der zweiten Erdgastrasse umstritten. Zuletzt hatte der CDU-Politiker Norbert Röttgen die Bundesregierung aufgefordert, von dem Energieprojekt abzurücken.

Röttgen ist Chef des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. Probleme gab es zuletzt auch in Polen. Ursprünglich wollte Gazprom mit fünf westlichen Energiekonzernen, darunter der größte deutsche Öl- und Gasproduzent Wintershall, ein Gemeinschaftsunternehmen bilden. Nachdem eine fusionskontrollrechtliche Anmeldung bei der polnischen Wettbewerbsbehörde sich ohne Entscheidung hinzog, nahmen die Unternehmen ihren Antrag zunächst zurück. Polen wird nur über das sogenannte Espoo-Verfahren beteiligt, in dem das Land sich nur zu möglichen grenzüberschreitenden Umweltauswirkungen positionieren kann.

Seit 2011 pumpt die Nord Stream AG unter Umgehung Polens russisches Erdgas über einen 1200 Kilometer langen Doppelstrang nach Deutschland und Westeuropa. Nach Angaben des Unternehmens flossen durch die Trasse bislang rund 144 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Die Auslastung steige von Jahr zu Jahr und liege 2016 bei etwa 80 Prozent.

Derzeit hält die niederländische Gazprom Gerosgaz Holding – ein Tochterunternehmen von Gazprom – alle Anteile an NordStream 2. Mit der zweiten Ostseepipeline und dem gerade beschlossenen Bau der Leitung Turkish Stream, einer Erdgaspipeline durch das Schwarze Meer, könnte Russland die Ukraine und Polen bei der Belieferung der EU mit Gas sowie mögliche Transitkonflikte umgehen.

Martina Rathke

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