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NordLB trennt sich von Schiffskrediten in Milliardenhöhe

Hannover NordLB trennt sich von Schiffskrediten in Milliardenhöhe

Die NordLB stößt Schiffskredite in Milliardenhöhe ab. Damit steht sie nicht alleine: Weil die Schifffahrt seit 2009 in der Krise ist, wollen zahlreiche Kreditinstitute das einst lukrative Geschäft herunterfahren.

Hannover. Norddeutschlands größte Landesbank NordLB trennt sich von Krediten für 100 Schiffe mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro.

Eine Investorengruppe um die KKR Credit plane damit die Gründung einer Schiffsportfolio-Managementgesellschaft, die auch anderen Banken für das Management ihrer Portfolios offenstehe, teilte das Geldhaus am Montag mit. Die Transaktion soll voraussichtlich im vierten Quartal 2016 abgeschlossen sein.

Die NordLB hält derzeit ein Schiffsportfolio im Wert von insgesamt 18 Milliarden Euro und gilt als einer der größten Schiffsfinanzierer Europas. Angesichts der globalen Schiffskrise kündigte die NordLB weitere, ähnliche Transaktionen an. „Wir leisten damit einen bedeutenden Beitrag zu unserem Ziel, das Schiffsportfolio der Bank von derzeit 18 Milliarden Euro auf künftig 12 bis 14 Milliarden Euro zu reduzieren“, erklärte am Montag NordLB-Vorstandschef Gunter Dunkel.

Am Donnerstag will die NordLB ihre Halbjahreszahlen vorlegen. Nach aktueller Prognose soll das Gesamtjahr 2016 mit einem Verlust enden. Die Bank hatte im Strudel der globalen Schiffskrise im Startquartal 2016 wegen maroder Schiffskredite einen neuen Risikopuffer in Höhe von 435 Millionen Euro bilden müssen. Das zog das Ergebnis unter dem Strich mit 84 Millionen Euro ins Minus.

Viele deutsche Banken finanzierten weltweit Tanker, Massengutschiffe und Containerfrachter, weil die Schifffahrt boomte. Seit 2009 ist sie allerdings von einer tiefgreifenden Krise ergriffen: Viele Schiffe fahren kaum mehr ihre Betriebskosten ein und können Zins und Tilgung für die Kredite nicht mehr bedienen.

Nicht nur die NordLB fährt deshalb das einst lukrative Geschäft mit Schiffskrediten herunter. Ende Juni hatte die HSH Nordbank - der einst weltgrößte Schiffsfinanzierer - Schiffskredite im Buchwert von fünf Milliarden Euro an die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein verkauft. Die Commerzbank baut schon seit Jahren ihre Bestände ab, die Deutsche Bank zieht mit Verzögerung nach. Auch die Royal Bank of Scotland will Schiffskredite loswerden.

Die Bremer Landesbank ist wegen fauler Schiffskredite angeschlagen und wird deshalb ihre Eigenständigkeit verlieren. Eine Möglichkeit ist, dass die Bank durch den jetzigen Mehrheitseigner NordLB komplett übernommen wird.

dpa

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