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Nordex-Chef: Neue Märkte erobern

Nordex-Chef: Neue Märkte erobern

Lars Bondo Krogsgaard über die Zusammenarbeit mit Acciona Windpower und abgeschriebene Kohlekraftwerke

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Nordex-Chef Lars Bondo Krogsgaard

Rostock Volle Auftragsbücher, sattes Umsatzplus, mehr Gewinn: Nordex-Chef Lars Bondo Krogsgaard kann zufrieden sein. Das abgelaufene Geschäftsjahr war das erfolgsreichste in der Geschichte von Deutschlands drittgrößtem Hersteller von Windturbinen. Und auch das erste Quartal 2016 kann sich sehen lassen. OZ befragte den Dänen, der das Unternehmen mit Sitz in Rostock und Hamburg seit Mai 2015 leitet. Und – ganz nebenbei – akzentfreies Deutsch spricht.

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Lars Bondo Krogsgaard über die Zusammenarbeit mit Acciona Windpower und abgeschriebene Kohlekraftwerke

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Herr Krogsgaard, Nordex hat am 1. April die spanische Firma Acciona Windpower übernommen. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Lars Bondo Krogsgaard: Ausgesprochen unproblematisch. Nordex und Acciona haben ja bereits in der Vorbereitung auf den Zusammenschluss gut zusammengearbeitet.

Welche Hoffnungen verbindet Nordex mit der Übernahme?

Krogsgaard: Unter anderem versprechen wir uns durch die Größe des neuen Unternehmens Vorteile, die wir allein nicht gehabt hätten. Daneben hoffen wir auf Vorteile bei Forschung und Entwicklung und der Nutzung von Teststandorten. Und nicht zuletzt sind durch die breitere Aufstellung Synergien möglich: Acciona-Kunden können zum Beispiel künftig Nordex-Anlagen bekommen und umgekehrt.

Welche Märkte werden Nordex und Acciona künftig gemeinsam bedienen?

Krogsgaard: Nordex ist ja auf Europa fokussiert, wir haben 13 Prozent Marktanteil im europäischen Raum. Doch hier werden einige Märkte auf lange Sicht stagnieren oder sogar untergehen. Deshalb expandieren wir in neue Märkte – zum Beispiel nach Uruguay, Südafrika, Pakistan. Acciona wiederum ist stark auf Schwellenmärkten vertreten – in Mexiko, Brasilien, Indien. Das passt von der Geografie sehr gut.

Welche Herausforderungen sind zu meistern, um Windanlagen in politisch eher instabilen Ländern wie Pakistan zu installieren?

Krogsgaard: Eins vorweg: Die Sicherheit unserer Mitarbeiter steht für uns immer an erster Stelle. In Südafrika oder im Osten der Türkei muss man natürlich anders agieren als zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen. Aber: Wir haben immer eigene Experten vor Ort, die die Lage einschätzen können. Und, Fakt ist: Bislang gab es keine Sicherheitsprobleme.

Was wünschen Sie sich von der Politik in Deutschland?

Krogsgaard: Klar ist, dass die Politik den Fokus auf die Energiepreise legt. Aber es ist doch so: Die großen Energiekonzerne betreiben Kohlekraftwerke, die längst abgeschrieben sind.

Zudem können sie derzeit Kohle sehr günstig einkaufen. Das senkt die Kosten – und Strom aus Wind und Sonne hat wenig Chancen. Aber das passt nicht zusammen.

Was wäre besser?

Krogsgaard: Wir müssen weiter blicken als nur auf den Strompreis: Wollen wir die Welt weiter verdrecken? Haben wir Alternativen? Wollen wir die globale Erwärmung begrenzen, müssen wir alte Anlagen in Rente schicken und Prioritäten auf erneuerbare Energien und E-Mobilität setzen.

Welche technischen Innovationen stehen bei Nordex an?

Krogsgaard: Es gibt andauernd Innovationen: Mittlerweile bauen wir 164 Meter hohe Türme – und Anlagen mit Flügeln, die 131 Meter Durchmesser überschreiten. Derzeitige Ziele sind vor allem, die Maschinen elektronisch besser zu kontrollieren und besser im Wind zu positionieren. In der Optimierung der Steuerung stecken noch zusätzliche Erträge. In den nächsten zwei bis drei Jahren wird es wohl keine neue Maschine geben, aber dann sicher eine gemeinsame, neue Plattform.

Wie ist die Personalsituation – werden Leute gesucht?

Krogsgaard: Also, nicht mehr so viele wie in den letzten Jahren. Aber wo wir neue Windparks errichten, da suchen wir auch Leute – insbesondere im technischen Bereich.

Offshore ist auch auf lange Sicht kein Thema für Nordex?

Krogsgaard: Nein. Wir machen das, was wir gut können. Und wir haben uns vor viereinhalb Jahren von der Idee Offshore getrennt. Das macht keinen Sinn für uns – wir sind in anderen Sachen deutlich besser.

Nordex 2015: Rund 2,4 Milliarden Euro Umsatz

Im ersten Quartal 2016 erzielte Nordex ein Umsatzwachstum von 28,3 Prozent auf 637 Millionen Euro. Zum 31. März 2016 lag der fest finanzierte Auftragsbestand mit 1,6 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Acciona Windpower ist dabei noch nicht berücksichtigt und wird erst ab dem zweiten Quartal 2016 in den Konzernabschluss einbezogen. Für 2015 hatte Nordex alleine ein Umsatzplus von 40 Prozent auf gut 2,4 Milliarden Euro gemeldet.

Interview von Thomas Luczak

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