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Nordex übernimmt spanischen Windradbauer Acciona

Rostock Nordex übernimmt spanischen Windradbauer Acciona

Kartellbehörden geben grünes Licht / Rostocker Werk bleibt erhalten / 100 Millionen Euro Investitionen pro Jahr / Neue Märkte sollen erschlossen werden

Rostock. Der Zusammenschluss des Rostocker Windkraftanlagenherstellers Nordex mit der spanischen Acciona Windpower ist perfekt: Laut Nordex gaben die Kartellbehörden grünes Licht für die Fusion (die OZ berichtete). Das Rostocker Werk soll erhalten bleiben, Stellenstreichungen in Deutschland seien nicht geplant, betonte Nordex-Sprecher Ralf

Peters.

Nordex kauft Acciona Windpower für 785 Millionen Euro. Ein Teil des Kaufpreises wird in neuen Aktien gezahlt. Gleichzeitig übernimmt die Muttergesellschaft Acciona (gesprochen: Axiona) Aktienanteile von Nordex und wird mit 29,9 Prozent größter Gesellschafter des neuen Unternehmens, dessen Name noch nicht endgültig feststeht.

Die neue Gruppe hat Windräder mit einer Gesamtleistung von mehr als 18 Gigawatt in über 25 Ländern installiert. Sie erzielte im Jahr 2015 einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro und beschäftigt derzeit mehr als 4800 Mitarbeiter. Zum Fertigungsverbund gehören laut Peters Werke in Deutschland, Spanien, Brasilien, den USA und bald auch in Indien. Laut Peters liegt der Sinn der Fusion vor allem in der größeren Marktmacht: „Wir sehen auf dem Windkraftanlagenmarkt eine immer stärkere Konzentration.“ Nordex mit seinem Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro habe zwar bisher erfolgreich eine Nischenposition eingenommen. „Aber unser Umsatz ist nicht hoch genug für unsere Kostenstruktur.“ Ein höherer Umsatz ermögliche auch günstigere Einkaufspreise.

Angesichts der stagnierenden Nachfrage in wichtigen Märkten wie Deutschland und Großbritannien sei zudem ein starker Partner wichtig, um Schwankungen besser zu überstehen, sagte Peters. Nordex und Acciona passten gut zusammen: „Acciona ist stark in Märkten, in denen wir bisher schwach sind und bietet Produkte, die wir nicht haben. Wir ergänzen uns hervorragend.“ Als Beispiel nannte Peters die Wachstumsmärkte in den Schwellenländern: „Nordex produziert Anlagen, die den Lärmschutzbestimmungen in Deutschland entsprechen. In der mexikanischen Wüste müssen Sie aber auf Lärm nicht so viel Rücksicht nehmen.“ Hier habe Acciona die passenden Anlagen. Um das Angebot auszubauen, wolle das neue Unternehmen pro Jahr 100 Millionen Euro investieren.

Und nicht zuletzt sei der Mutterkonzern Acciona S.A. einer der größten Betreiber von Windparks weltweit. „Es ist ein Vorteil, wenn ein potenzieller Kunde gleichzeitig Investor ist“, sagte Peters. Das sichere auch Arbeitsplätze bei Nordex. „Die bestehenden Werke werden weiter existieren“, beteuert Peters. Die Abteilungen für Einkauf und Entwicklung würden zusammengelegt. Da das neue Unternehmen aber auch größer werde, bedeute dies nicht gleichzeitig Entlassungen. Eine Jobgarantie könne es zwar nicht geben, aber: „Die Aussicht auf ein langfristig gut laufendes Geschäft ist gestiegen.“

Der Schweriner Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zeigt sich optimistisch: „Zusammenschlüsse sind gut, wenn alle Beteiligten etwas davon haben. Für unser Land ist wichtig, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben und der Standort weiter gestärkt wird.“

Von Axel Büssem

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