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Wirtschaft Nordländer: EU-Bürokratie bedroht Ausbau der Häfen
Nachrichten Wirtschaft Nordländer: EU-Bürokratie bedroht Ausbau der Häfen
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00:01 28.06.2016
Die wichtigsten Häfen in Norddeutschland: der Hafen von Hamburg (obere Reihe von links), der JadeWeserPort in Wilhelmshaven (Niedersachsen) und ein Containerterminal im Hafen von Bremerhaven (Bremen). Mittlere Reihe von links: der Seehafen von Wismar, der Seehafen Rostock und der Hafen von Kiel (Schleswig-Holstein). Untere Reihe von links: der Offshore-Hafen von Cuxhaven (Niedersachsen), der Hafen von Lübeck-Travemünde (Schleswig-Holstein) und der Hafen von Emden (Niedersachsen). Quelle: Fotos: Dpa

. Die fünf norddeutschen Bundesländer haben eine zunehmende Bürokratie der EU bei Investitionen in die deutschen Häfen kritisiert. „Die Erweiterung unserer Häfen wird schwieriger, weil die Bürokratie in Brüssel ein Maß angenommen hat, das schwierig zu handeln ist“, sagte die Staatssekretärin im niedersächsischen Wirtschaftsministerium, Daniela Behrens (SPD), gestern nach einem Treffen der Nordländer zu Hafenfragen in Wismar.

Hintergrund ist nach Worten von Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD), dass „die öffentliche Unterstützung von Hafen-Investitionen bei der EU nicht mehr als Infrastrukturförderung gilt, sondern als Beihilfe für im Wettbewerb stehende Unternehmen. Damit müssen Zuschüsse für Investitionen bereits im einstelligen Millionenbereich von Brüssel genehmigt werden. Das verlängert und verteuert Projekte unnötig“, sagte er. In Mecklenburg-Vorpommern seien beispielsweise Investitionen in den Häfen von Wismar und Sassnitz auf der Insel Rügen betroffen.

Befürchtet wird eine noch weitergehende Einengung, wie Staatsrat Rolf Bösinger von der Wirtschaftsbehörde Hamburgs deutlich machte. Es sei nicht auszuschließen, dass  auch Unterhaltungsmaßnahmen, wie die Ausbaggerung der Zufahrt zum Hamburger Hafen und der Abtransport des Schlicks, unter den Brüsseler Genehmigungzwang fallen. Die Nordländer wollen gemeinsam mit dem Bund auf die EU zugehen, um den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich zu halten.

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, bestätigte die Probleme. „Es gibt noch erheblichen Gesprächsbedarf“, sagte er. Angestrebt wird von deutscher Seite unter anderem ein höherer Betrag, ab dem die Unterstützung von Hafen-Investitionen von Brüssel genehmigt werden muss. Nach Worten des Wirtschaftsministers von Schleswig-Holstein, Reinhard Meyer (SPD), sollte dieser deutlich im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Die Minister und Staatssekretäre aus den für die Häfen zuständigen Ministerien der fünf Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein begrüßten übereinstimmend die Aufnahme umfangreicher Projekte zur Hinterlandanbindung der Seehäfen in den Bundesverkehrswegeplan. In den kommenden 15 Jahren sollen 17 Milliarden Euro investiert werden, wie Ferlemann sagte. Das sei eine große Aufgabe für den Norden.

Die Investitionen in Schiene, Straße und Binnenwasserwege seien nötig, weil eine Verdoppelung der Ladungsmengen in den deutschen Seehäfen zwischen 2010 und 2030 erwartet werde. MV-Verkehrsminister Pegel will zudem die Vertiefung der Hafenzufahrt in Wismar zeitlich vorziehen. Genting als neuer Eigner der Werft habe angekündigt, ab 2019/2020 jährlich ein bis zwei komplette Kreuzfahrtschiffe in Wismar bauen zu wollen und nicht nur Segmente, sagte Pegel. Auch dafür sei die Vertiefung von 9,50 auf 11,50 Meter wichtig.

Kritik übten die Minister und Staatssekretäre am Vorhaben des Bundesumweltministeriums, große Gebiete in Nord- und Ostsee unter strengen Schutz zu stellen. Einschränkungen für Schifffahrt, Windkraft und Fischerei seien zu befürchten, hieß es. Ein weiteres Thema des fünften Hafenentwicklungsdialogs war der Emissionsschutz in Schifffahrt und Hafenwirtschaft.

Iris Leithold

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