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Wirtschaft Notfall-Training: RST liefert Flugzeug-Simulatoren in alle Welt
Nachrichten Wirtschaft Notfall-Training: RST liefert Flugzeug-Simulatoren in alle Welt
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00:05 05.10.2016
Tür auf und wieder zu – Systemingeneur Marcus Pusch (35) prüft die Funktion der simulierten Flugzeugtür. Quelle: Dietmar Lilienthal

Feueralarm über den Wolken: Eine Explosion erschüttert ein Flugzeug, das Triebwerk brennt, die Maschine droht abzustürzen. Es ist eine brenzlige Situation für Passagiere und Crew. Damit Letztere die Nerven behält, bereitet sie sich auf Notfälle wie diese vor – mit regelmäßigem Training. Möglich ist das in den Kabinensimulatoren der RST Rostock System-Technik GmbH. Die liefert ihre Trainingssysteme in alle Welt. Das neueste befindet sich auf dem Weg nach Südkorea. Der Kunde ist die Fluggesellschaft Asiana Airlines. Die hat einen neuen Airbus vom Typ „A350“ in Betrieb genommen und will das künftige Personal mit der Technik vertraut machen.

Rostock System-Technik GmbH baut Airbus-Türen nach, damit Fluggesellschaften ihre Crews auf Extrem-Situationen vorbereiten können / Auch Raumfahrt-Systeme werden entwickelt

„Das Gerät ist ein detailgetreuer Nachbau, das auf Wunsch mit originalen Airbus-Türen ausgestattet werden kann“, sagt Martin Sauerschnig, Leiter des operativen Geschäfts. Im Fall von Asiana Airlines handelt es sich um einen Türtrainer inklusive Flugbegleiterstation, zusätzlich ausgerüstet mit Sauerstoffmasken in der Decke. Mittels Computersimulation werden der Crew im Türfenster verschiedene Szenarien gezeigt – zum Beispiel Feuerausbrüche oder Notlandungen auf dem Wasser. Was die Mannschaft dann tun muss oder wie sie die Tür aufbekommt, sollte die blockiert sein, das alles wird mit dem Simulator geübt – immer und immer wieder. Echte Flieger werden dafür kaum genutzt, um sie nicht tagelang aus dem Flugbetrieb nehmen zu müssen. „Außerdem könnte die teure Technik darunter leiden“, erklärt Sauerschnig. Wie viel die Simulatoren kosten, verrät er nicht. Aber sie sind auf alle Fälle um einiges günstiger als die Airbusse.

Seit zehn Jahren produziert RST die Trainingssysteme – für alle Airbus-Flieger und auf Wunsch auch mit Flugdeck und Notrutschen. Zusammengebaut werden sie in einer Halle in Rostock-Schmarl. Dort lagern Bauteile verschiedener Flugzeugtypen, die für die Nachbauten genutzt werden. „Meist dauert es zwischen drei und sechs Monaten, bis sie fertig sind“, berichtet Systemingenieur Marcus Pusch. Er ist einer von 150 RST-Mitarbeitern und hat das neueste Modell mitentwickelt. Bald fliegt er für einige Tage nach Seoul, um dort den Trainer in Betrieb zu nehmen und die Übungsleiter in die Technik einzuweisen. Beliefert hat RST in diesem Jahr unter anderem Airbus-Trainingszentren in den USA und Mexiko sowie Fluggesellschaften in Taiwan, Indonesien und Nordamerika.

Auch in vielen richtigen Flugzeugen fliegt ein Stück RST mit – beispielsweise als Kabelbäume, die in Frachttoren und Flugzeugtüren verbaut sind, oder als Innenausstattung von Airbus-Flugzeugkabinen. Ein weiteres Standbein ist die Entwicklung und Produktion von Systemen für die Raumfahrt. Die werden seit knapp drei Jahren verstärkt vorangetrieben. Unter anderem werden in der Firmenzentrale in Warnemünde Transport- und Testsysteme für Satelliten entwickelt. Mit Hilfe dieser komplexen Bodenanlagen können Elektronik, Mechanik und Software unter extremsten Bedingungen getestet werden, bevor man die richtige teure Technik ins Weltall schießt. Neben den Bodenanlagen entwickelt die RST auch elektronische und mechanische Systeme für die Ariane-Rakete oder Erdbeobachtungs-Satelliten.

Airbus ist der größte Kunde

20 Jahre war die RST Rostock System-Technik GmbH Teil der Airbus- Gruppe. Seit anderthalb Jahren hat sie eine neue Muttergesellschaft: die Ferchau Aviation Group. Airbus ist aber weiterhin einer der größten Kunden und Industriepartner von RST. Das Rostocker Unternehmen gehört zu den weltweit 16 Firmen, die für Airbus Produktentwicklung betreiben dürfen. Außerdem entwickelt es Software für maritime Programme sowie Sonderanlagen für Industrie und Forschung.

Kerstin Schröder

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