Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Regen

Navigation:
OECD vermisst Ehrgeiz für Reformen in Deutschland

Paris OECD vermisst Ehrgeiz für Reformen in Deutschland

Ruht sich Deutschland auf seinen Wirtschaftszahlen aus? Die OECD jedenfalls vermisst energische Reformen. Auch als Antreiber beim Wachstum erwarten die Wirtschaftsexperten mehr von Berlin.

Paris. Deutschland sollte aus Sicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mehr für seine Zukunftsfähigkeit tun.

„Der Ehrgeiz für gute Strukturreformen hat deutlich nachgelassen“, kritisierte der Direktor für wirtschaftspolitische Studien bei der OECD, Christian Kastrop, in Paris bei der Vorlage des Wirtschaftsausblicks seiner Organisation.

Nach zuvor guten Ansätzen seien die jüngsten fünf bis sieben Jahre „eher enttäuschend“ verlaufen, sagte Kastrop. Als mögliche Ziele nannte Kastrop die Bereiche Arbeitsmarkt, Sozial- und Steuerpolitik. Zudem könne Deutschland mehr für die Erholung des Wachstums in Europa tun. Gemeinsam mit fiskalpolitischen Ansätzen könnten die Volkswirtschaften aus Sicht der OECD damit „der Wachstumsfalle entkommen“.

Die Organisation sieht die Weltwirtschaft in einer anhaltenden Phase schlechter Konjunkturwerte. „Das Wachstum in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften bleibt schwach und hat sich in den Schwellenländern, die seit der Krise Zugpferd der Weltwirtschaft waren, abgeschwächt“, sagte Generalsekretär Angel Gurría in Paris nach OECD-Angaben.

So erwartet die Organisation weltweit in diesem Jahr nur ein Wachstum von 3,0 Prozent, stagnierend auf dem Niveau des bereits schwachen Vorjahres. Für 2017 erwarten die Experten 3,3 Prozent. Deutschland kann nach 1,4 Prozent im Vorjahr mit 1,6 Prozent in diesem und 1,7 Prozent in 2017 rechnen. Für die Eurozone gehen die Statistiker nach 1,6 Prozent in 2015 und 2016 für 2017 von 1,7 Prozent mehr Wirtschaftskraft aus. In China lässt das Wachstum „trotz der Nachfragestimulierung“ weiter nach mit Werten von 6,9 (2015), 6,5 (2016) und 6,2 (2017) Prozent.

Ein Risiko für das Wachstum sieht die OECD zudem in einem möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU. „Ein Brexit würde zu wirtschaftlicher Unsicherheit führen und den Handel behindern“, hieß es in Paris. Ein Brexit würde die EU nach OECD-Berechnung bis 2030 fünf Prozent ihres gesamten Volumens kosten.

Aktuell sorgt in Deutschland vor allem die Binnennachfrage für Wachstum. Ein starkes Potenzial für Deutschland sieht die OECD in der Zuwanderung von Migranten. „Wir sind ein stark alterndes Land“, betonte Kastrop mit Blick auf Deutschland. Die Möglichkeiten könnten aber nur dann ausgeschöpft werden, wenn Immigranten schnell in den Arbeitsmarkt integriert würden.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Paris

Die französische Wirtschaft hat zu Beginn des Jahres überraschend deutlich zugelegt.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.