Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Obama nimmt Trump in Schutz
Nachrichten Wirtschaft Obama nimmt Trump in Schutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:02 20.11.2016
Barack Obama warnte beim Apec-Gipfel vor einer Vorverurteilung seines Nachfolgers Donald Trump. Quelle: German Falcon
Anzeige
Lima

Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt im Ausland hat US-Präsident Barack Obama vor einer Vorverurteilung seines Nachfolgers Donald Trump gewarnt.

„Erwartet nicht das Schlechteste, hofft, dass die Administration ihren Job machen und arbeiten wird. Danach kann man sein Urteil fällen“, sagte Obama in Lima bei einer Veranstaltung mit 1000 Studenten und jungen Führungskräften. Er nahm in der peruanischen Hauptstadt am Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) teil. Nach jeder Wahl gäbe es ein Gefühl der Unsicherheit. 

Im Fokus stand in Lima die Sorge um eine Abschottungspolitik Trumps, der Freihandelsabkommen für Jobverluste in den USA verantwortlich macht. Chinas Regierung, der Trump mit Strafzöllen gedroht hatte, warnte vor Rückschritten - ohne aber Trump direkt zu nennen. Staatschef Xi Jinping betonte: „China macht die Tür nicht zu.“ Bei einem Treffen mit Obama sagt er, man hoffe auf einen „sanften Übergang“ beim Wechsel im Weißen Haus. 

An dem Gipfel von 21 Staats- und Regierungschefs, der bis heute dauert, nahm auch Russlands Präsident Wladimir Putin teil. Zu einem möglichen Treffen von Putin und Obama sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax: „So oder so werden sie während des Gipfels aufeinander stoßen.“ Dabei sei ein kurzes Gespräch im Stehen möglich, ein gesondertes Treffen sei nicht geplant. Wegen der russischen Bombardements und Putins Parteinahme für Syriens Machthaber Baschar al-Assad war es zum Zerwürfnis gekommen. Putin setzt auf weit bessere Beziehungen mit Trump. 

Es ist der letzte Gipfel von US-Präsident Obama, der nun um sein Prestigeprojekt, das bisher größte Freihandelsabkommen TPP mit zwölf Ländern der Region bangen muss. Trump ist ein Gegner von TPP. Das Abkommen von zwölf Staaten (ohne China) sollte auch den geostrategischen US-Einfluss in der Asien-Pazifik-Region stärken. „Es wird nicht das Gleiche sein, wie er regiert und wie er Wahlkampf gemacht hat“, meinte Obama über Trump. Er erwarte auch keine großen Veränderungen in der Lateinamerikapolitik. 

Die beste Form, die US-Interessen zu schützen, seien auch gute Beziehungen zu den Nachbarn. Er betonte mit Blick auf Trumps Ankündigung, rasch drei Millionen Migranten ohne Papiere des Landes zu verweisen, dass die Zahl der illegalen Migranten bereits zurückgegangen sei. „Aber der Eindruck ist, dass die Zahl gestiegen ist.“ Trump übernimmt das Amt am 20. Januar 2017. 

dpa

Mehr zum Thema

Obama war ein Präsident, der die USA klar Richtung Pazifische Region orientiert hat. Hierhin führt ihn auch sein letzter Gipfel. Einem seiner Prestigeprojekte droht das rasche Aus. Wegen Donald Trump.

17.11.2016

Noch einmal treffen Obama und Putin direkt aufeinander. Ein bilaterales Treffen ist am Rande des Pazifik-Gipfels aber bislang nicht geplant.

18.11.2016

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte schon beim Besuch von US-Präsident Barack Obama im April in Hannover andere Staats- und Regierungschefs dazu eingeladen.

18.11.2016

In der Debatte um den Ausbau der Elektromobilität hat sich VW-Chef Müller gegen die Vorwürfe gewehrt, seine Branche hätte den Trend verschlafen. Am Angebot mangelt es nicht, sondern an der Nachfrage“, sagte er in einem Interview.

19.11.2016

Reichweite, Infrastruktur, Preis: Es gibt viele Gründe, warum der geplante Ausbau der E-Mobilität stockt. Doch VW-Chef Müller glaubt an die Kraft der neuen Antriebe.

19.11.2016

Als eine seiner letzten Amtshandlungen blockiert US-Präsident Barack Obama neue Ölbohrprojekte im Nordpolarmeer – und verärgert damit die Republikaner. Die Konservativen kündigten bereits ihre Gegenwehr an.

19.11.2016
Anzeige