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Wirtschaft Öko-Studie: Energiewende wird günstiger
Nachrichten Wirtschaft Öko-Studie: Energiewende wird günstiger
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04:01 12.03.2013
Der Investitionsbedarf allein durch den Ausbau der Netze ist immens.“Jürgen Seidel, CDU-Fraktion MV

/RostockIm Streit um die Kosten der Energiewende werden immer schärfere Töne angeschlagen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace geißelte jetzt die von Umweltminister Peter Altmaier (CDU) genannte Summe von einer Billion Euro als „Strompreislüge“. Zudem widerlege eine neue Studie des Berliner Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) Altmaiers Rechnung. Die Energiewende werde deutlich günstiger als behauptet, so die Autoren der FÖS-Studie.

Altmaier hatte unlängst in der Frankfurter Rundschau vor einer Explosion der Stromkosten gewarnt. Ohne Gegenmaßnahmen könnten sich demnach die Kosten der Energiewende bis 2040 auf tausend Milliarden Euro (eine Billion) Euro belaufen.

Die Aussage war Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die sich vor höheren Kosten fürchten. Eine Umfrage der OZ hat kürzlich ergeben, dass fast zwei Drittel der Bürger in Mecklenburg-Vorpommern weiter steigende Strompreise ablehnen. Der Atomausstieg wird zwar von einer Mehrheit befürwortet — aber er müsse bezahlbar bleiben.

Und das wird offensichtlich, zumindest wenn man der Rechnung in der FÖS-Studie folgt. Die vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und der Energiegenossenschaft Greenpeace Energy in Auftrag gegebene Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass unter anderem „die Mehrkosten für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien dreimal zu hoch beziffert sind“. Während Altmaiers Rechnung 677 Milliarden ansetze, seien es netto nur 203 Milliarden Euro und damit weniger als ein Drittel. „Altmaiers Billion summiert falsche Kosten und verschweigt Erträge“, so der Leiter von Greenpeace Energy, Marcel Keiffenheim. Auch an anderen Punkten lässt die Studie kein gutes Haar. So gebe Altmaier keine Aussagen zu sinkenden Vergütungssätzen für Neuanlagen sowie zu preissenkenden Effekten der erneuerbaren Energien an der Strombörse.

Der Schweriner Grünenpolitiker Johann-Georg Jaeger geht die Billionen-Rechnung andersherum an: Die Summe, die die Mehrkosten der regenerativen Energien und des Netzausbaus umfasst, höre sich zwar zunächst „horrormäßig“ an. Berechne man sie jedoch auf den Zeitraum der nächsten 26 Jahre und lege sie auf den Stromverbrauch von 600 Milliarden Kilowattstunden (kWh) um, ergebe sich daraus eine Umlage von 6,41 Cent/kWh. „Das entspricht im Wesentlichen dem, was der private Stromkunde heute schon pro Kilowattstunde für die Energiewende bezahlt“, betont Jaeger. Diese „moderate Summe“ sei volkswirtschaftlich zu verkraften, „wenn sie solidarisch getragen wird und die einkommensschwachen Haushalte zügig entlastet werden“, so Jaeger.

Den Sinn dieser Studien — egal von welcher Seite — stellt hingegen der energiepolitische Sprecher der Schweriner CDU-Fraktion, Jürgen Seidel, in Frage. „Wir dürfen den Menschen weder Angst vor den Stromkosten machen, noch ihnen Sand in die Augen streuen.“ Auch Seidel betonte, dass unter anderem „der Investitionsbedarf allein durch den erforderlichen Ausbau der Netze“ immens sei.

Axel Meyer

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