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Öko-Unternehmer legt sich mit Niederlanden an

Fürstenhof Öko-Unternehmer legt sich mit Niederlanden an

Der Chef der Bio-Brüterei Fürstenhof im Landkreis Rostock wirft den Niederlanden Verstöße gegen EU-Recht vor. Es geht um Öko-Küken, die angeblich nicht echt sind.

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Der Bio-Erzeugerverbund Fürstenhof (Landkreis Rostock) zieht in seinem Hähnlein-Projekt einen Teil der Bruder-Küken seiner Legehennen auf. Andere Hühnerfarmen töten männliche Küken am ersten Lebenstag aus Gründen der Wirtschaftlichkeit. Die FL Brüterei MV, die den Fürstenhof-Farmen die Küken liefert, legte in Brüssel eine EU-Beschwerde gegen die Niederlande ein.

Quelle: Norbert Fellechner

Fürstenhof. Einer der größten Bio-Unternehmer in Mecklenburg-Vorpommern beschwert sich in Brüssel über die Niederlande. „Ich habe bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen das Königreich der Niederlande eingereicht“, bestätigte Friedrich Behrens, Chef des Öko-Eier-Anbieters Fürstenhof (Landkreis Rostock), gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG. Er wirft den Niederlanden vor, in der Öko-Legehennenhaltung Verstöße gegen europäisches Recht zu dulden. „Sie erlauben das Einstallen konventioneller Küken, obwohl ausreichend Öko-Küken zur Verfügung stehen“, sagt Behrens.

Nachteile im Wettbewerb

Da holländische Anbieter Öko-Legehennen und auch Bio-Eier nach Deutschland exportieren, führe das zu Wettbewerbsverzerrungen, moniert der Firmenchef. Konkurrenten, die Junghennen in Holland kaufen, hätten pro Tier einen Kostenvorteil von 1,50 Euro.

Mehr als 4,5 Millionen Bio-Legehennen bundesweit

Nur etwa die Hälfte der mehr als 4,5 Millionen bundesweit gehaltenen Bio-Legehennen seien aus  „echten“ Bioküken aufgezogen worden, behauptet Behrens. Allein in Niedersachsen sollen im Emsland  „knapp eine Million Tiere stehen“, deren Besitzer mit strittigen Holland-Importen Bio-Eier für deutsche Verbraucher produzieren.

Unterstützung aus Schweriner Agrarministerium

Unterstützung bekommt der Öko-Unternehmer aus dem Schweriner Agrarministerium. Mecklenburg-Vorpommern habe das Problem im Herbst 2015 auf einer Bund-Länder-Beratung thematisiert, sagt Sprecherin Eva Klaußner-Ziebarth. Agrarminister Till Backhaus (SPD) setze sich für eine zügige Klärung ein, hieß es. Es habe bereits Gespräche zwischen dem Bundesagrarministerium und holländischen Behörden gegeben, unter anderem im Februar auf der Biofach-Messe in Nürnberg.

Fürstenhof-Farmen mehrfach selbst Fokus der Ökoaufsicht

Mehrere Fürstenhof-Farmen standen allerdings in der Vergangenheit selbst im Fokus von Ökoaufsicht und Staatsanwaltschaft. Anlass waren Unregelmäßigkeiten im Auslauf der Bio-Hühner sowie die Überbelegung von Ställen. Ergebnis: einige tausend Euro Bußgeld.

Bei der Beschwerde in Brüssel agiert Friedrich Behrens allerdings nicht direkt als Chef der Fürstenhof-Erzeugergemeinschaft, sondern als Mitinhaber der FL Brüterei MV GmbH Fürstenhof. Die beschafft als Dienstleister für die Farmen die Küken aus Niedersachsen. Kooperationspartner ist dabei die Firma Siemers in Lohne (Landkreis Vechta), die Behrens noch aus seiner Zeit in der konventionellen Eier-Branche kennt. Siemers stellte seine Brüterei inzwischen vollständig auf Bio um. Die 14 Farmen des Fürstenhof-Erzeugerzusammenschlusses halten zusammen rund 300.000 Legehennen, zeitweise waren es bis zu 400.000.

Von Ehlers, Elke

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