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Wirtschaft Ölkonzern geht das Geld aus – Venezuela vor der Pleite?
Nachrichten Wirtschaft Ölkonzern geht das Geld aus – Venezuela vor der Pleite?
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00:01 21.10.2016
Blick auf die Öl-Raffinerie von Venezuelas staatlichem Erdölkonzern PDVSA in Puerto La Cruz. Quelle: Carlos Landaeta/dpa

Dem größten Ölkonzern Lateinamerikas, dem Unternehmen PDVSA, droht die Pleite – und das könnte wegen der enormen Abhängigkeit von den Erdöle-Einnahmen verheerende Folgen für den Staat Venezuela haben. „Eine Pleite von PDVSA zieht eine Staatspleite nach sich“, sagte gestern der Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in dem südamerikanischen Land, Henning Suhr.

Auch Ratingagenturen und Analysten sehen das Risiko. „Je nach Schätzung machen die Erdöl-Einnahmen bisher bis zu zwei Drittel des Staatshaushalts aus – aber es gibt keine gesicherten Angaben“, sagte Suhr. Für den Haushalt des kommenden Jahres, den der sozialistische Präsident Nicolás Maduro ohne Zustimmung des Parlaments durchgesetzt hat, sollten nur 17 Prozent aus Erlösen des Erdölgeschäfts stammen. „Das scheint nicht realistisch“, sagte Suhr.

Venezuela, das Land mit der weltweit höchsten Inflation, hat kaum noch Devisen, um Lebensmittel und Medikamente einzuführen, weil Dollars aus dem Ölgeschäft wegen des niedrigen Preises fehlen. Die Versorgungslage ist katastrophal.

PDVSA sieht sich wohl außerstande, fällige Anleihen zurückzuzahlen. Freitag läuft eine Frist aus, um ausländische Gläubiger von einer Umwandlung 2016 und 2017 fälliger Anleihen in bis 2020 laufende Bonds zu überzeugen – mit einer hohen Verzinsung von 8,50 Prozent. Klappt die Aktion nicht, könnte es das baldige Aus bedeuten. Insgesamt geht es um ein Volumen von 5,3 Milliarden US-Dollar (4,8

Milliarden Euro).

Der Präsident der Banco Venezolano de Credito, Germán Velutini, sagte, dass keiner genau wisse, wie schlimm es wirklich stehe. „Mir scheint, dass die Kommuniqués auch eine schlichte Drohung an Anleger sein könnten, um Erfolg mit der Neuverhandlung der Bonds zu haben.“ Ein Alarmsignal sei aber, dass andere Ölkonzerne und auch China ihre Aktivitäten mit PDVSA teilweise deutlich zurückgefahren hätten.

OZ

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