Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° bedeckt

Navigation:
Opec kürzt erstmals seit 2008 die Ölförderung

Beschränkung gilt sechs Monate Opec kürzt erstmals seit 2008 die Ölförderung

Eine „Ölschwemme“ hat die Preise für den wichtigen Rohstoff seit 2014 gedrückt. Seitdem kämpfte das Opec-Kartell mit geringeren Einnahmen. Nach zähem Ringen wird nun eine Förderkürzung verkündet. Die Folgen für Benzin- und Heizölkunden sind noch nicht genau absehbar.

Voriger Artikel
Lufthansa legt Piloten neues Angebot vor
Nächster Artikel
Immer mehr Migranten gründen eine Firma

Saudi Arabiens Ölminister Khalid Al-Falih (Mitte) in Wien.

Quelle: Christian Bruna

Wien. Auf die Verbraucher kommen wohl höhere Preise beim Tanken und Heizen zu: Die Opec drosselt erstmals seit acht Jahren ihre Ölförderung, um den Preis des Rohstoffs in die Höhe zu treiben.

Die Organisation beschloss heute in Wien, eine im Grundsatz bereits getroffene Einigung über geringere Fördermengen nun konkret umzusetzen. Ob mit diesem Schritt der Preis für Benzin und Heizöl dauerhaft steigt, ist aber noch unklar. Eine erste Reaktion der Märkte war aber eindeutig: Der Ölpreis legte um fast neun Prozent zu.

Das Ölkartell will im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren. Das neue Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. Der Ölminister aus Katar, Mohammed Bin Saleh Al-Sada, sprach von einem „großen Erfolg“. Den größten Teil soll der Öl-Riese Saudi-Arabien tragen, der seine Produktion um 486 000 Barrel pro Tag reduziert. Die Vereinbarung kann nach sechs Monaten um den gleichen Zeitraum wieder verlängert werden.

Im Zuge der Diskussionen setzte Indonesien, das rund 700 000 Barrel Öl am Tag fördert, seine Opec-Mitgliedschaft aus. Das Land wollte als Netto-Importeur von Erdöl den Deal nicht mittragen. Den Anteil Indonesiens an der Reduzierung würden die anderen Mitgliedsstaaten übernehmen, versicherte Al-Sada. Es gebe keine Zahlen-Trickserei.

Noch vor der offiziellen Verkündung waren die Ölpreise stark angestiegen. Ob der Effekt der Maßnahme länger anhält, ist jedoch noch nicht entschieden. Ein positives Signal sei, dass auch andere wichtige Förderländer unter den Nicht-Opec-Staaten mitziehen wollten, ist sich die Opec sicher.

„Russland hat zugesichert, 300 000 Barrel am Tag weniger zu fördern“, sagte der aktuelle Opec-Präsident Al-Sada. Auch andere wichtige Nicht-Opec-Länder würden auf weitere 300 000 Barrel am Tag verzichten. Über diese Vereinbarung herrsche breite Übereinkunft - offiziell finalisiert werden soll sie bei einem Treffen Anfang Dezember.

Besonders der Iran hatte sich ursprünglich gegen eine Drosselung gestellt. Das Land wollte nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen sogar mehr Öl fördern und kam mit seiner Forderung durch. Als einziges Land hat es die Erlaubnis bekommen, künftig sogar noch 90 000 Barrel am Tag mehr zu produzieren. Das gilt als großes Entgegenkommen des Erzrivalen Saudi-Arabiens.

Durch ein Überangebot am Markt haben sich die Preise seit 2014 fast halbiert. Vor der Einigung war ein Fass um rund 47 US-Dollar zu haben, dann legten die Preise kräftig um neun Prozent zu.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Gegen-Tendenz zu Nationalismus
„Wenn wir, jeder für sich, alleine arbeiten, werden wir die Probleme der Welt nicht lösen.“, betont Merkel.

Der G20-Gipfel, das Treffen der weltweit wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, ist nächstes Jahr in Hamburg. Deutschland übernimmt noch in dieser Woche den G20-Vorsitz. Die Kanzlerin macht deutlich, wie wichtig ihr solche Meetings sind - gerade jetzt.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.