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Ostsee-Fischern droht drastische Dorschquoten-Senkung

Negast Ostsee-Fischern droht drastische Dorschquoten-Senkung

Hunderte Fischer sehen sich vor dem Aus – um 88 Prozent soll der Dorschfang reduziert werden

Negast. . Die Kutter- und Küstenfischer in MV sind wegen der drohenden Absenkung der Dorschquote in der westlichen Ostsee beunruhigt. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) empfiehlt für das nächste Jahr in diesem Gebiet eine Reduzierung der Dorschquote um 88 Prozent. Begründet sei dies in der schlechten Nachwuchsproduktion des Dorschbestandes im letzten Jahr, sagte der Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei, Christopher Zimmermann, gestern auf dem Verbandstag der Kutter- und Küstenfischer in Negast. Gekoppelt mit einem jahrelangen hohen Fischereidruck seien jetzt  drastische Quotenkürzungen erforderlich, um den Bestand langfristig zu sichern. Sollten sich die Vorschläge durchsetzen, kommt nach Einschätzung des Verbandes die Dorschfischerei in der westlichen Ostsee zum Erliegen. „Es wird keine Dorschfischerei mehr möglich sein“, sagte der Vorsitzende Norbert Kahlfuss. Die verbleibende Quote werde für die Beifangfischerei übrig bleiben müssen.

„Wir stehen mit dem Rücken an der Wand. Das ist für uns der Todesstoß“, sagte der Hiddenseer Fischer Steffen Schorrenberg. Angesichts der seit Jahren angespannten Situation tue jedes Prozent weh. Der Präsident des Deutschen Fischerei-Verbandes, Holger Ortel, forderte für 2017 eine politische Quote, um die Fischerei nicht in der Existenz zu gefährden. Nach Angaben des Fischereibiologen Zimmermann ist in der deutschen und dänischen Ostsee der Dorschnachwuchs flächendeckend auf weniger als zehn Prozent der Vorjahre zurückgegangen. „Das ist der schlechteste Wert seit Messbeginn im Jahr 1996.“ Von einem Einbruch der Reproduktion seien auch die Bestände im Kattegat und in der Nordsee betroffen. Die genauen Ursachen für den Rückgang seien noch unklar.

Neben der aktuellen Diskussion um die Dorschquote sorgen drohende Angel- und Fangverbote in Meeresschutzgebieten für Ärger (die OZ berichtete). Laut Kahlfuss zerstöre Angelei keine Habitate.

Kahlfuss (75) gibt nach 25 Jahren den Posten als Geschäftsführer und Vorsitzender des Landesverbandes ab. Er zog eine bittere Bilanz: „Wir haben es lediglich geschafft, den Niedergang der Küstenfischerei zu bremsen.“

In MV werfen immer weniger Kutter- und Küstenfischer ihre Netze aus. Im Vorjahr sank die Zahl hauptberuflicher Fischer um 15 auf 255. Nachfolger von Kahlfuss wird Günter Grothe, einst Geschäftsführer der Kutter- und Küstenfisch GmbH in Sassnitz. Die OZ veröffentlichte gestern an dieser Stelle ein Bild von Günter Grothe mit dem Namen Norbert Kahlfuss – wir bitten um Entschuldigung.

Martina Rathke *

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