Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Ostsee-Windparks werden ausgebaut
Nachrichten Wirtschaft Ostsee-Windparks werden ausgebaut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 27.07.2018
OZ-Kajütenschnack auf dem Rostocker Traditionssegler „Santa Barbara Anna“: Ulrich Bathmann, Chef des Instituts für Ostseeforschung Warnemünde, Alexander Loew, Geschäftsführender Redakteur der OZ, und Nico Nolte vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (v.l.). Quelle: Foto: Lilienthal
Rostock

Die Offshore-Windparks in der Ostsee werden weiter ausgebaut. In den kommenden Jahren könnte sich die Anzahl der Windkraftanlagen nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) nahezu verdoppeln. „Ich denke, dass zu den aktuell 231 Windenergieanlagen bis 2030 noch schätzungsweise 220 Anlagen in der gesamten deutschen Ostsee dazukommen könnten. Dafür sind jedoch noch umfangreiche Genehmigungsverfahren durchzuführen“, sagte der Leiter der BSH-Abteilung „Ordnung des Meeres“, Dr. Nico Nolte.

Bis zu 450 Anlagen könnten in einigen Jahren vor den deutschen Küsten stehen

Der BSH-Experte war zusammen mit dem Direktor des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung (IOW), Prof. Ulrich Bathmann, zu Gast beim ersten OZ-Kajütenschnack. Die Veranstaltung am Mittwochabend auf dem Traditionsschiff „Santa Barbara Anna“ im Rostocker Stadthafen wurde moderiert vom Geschäftsführenden OZ-Redakteur Alexander Loew.

Eine zentrale Frage lautete: „Wie viele Windparks verkraftet die Ostsee?“ Darauf eine konkrete Antwort zu finden, war nicht einfach. Die Ostsee-Gebiete, die sich für Windenergieanlagen eignen, seien sehr begrenzt, etwa durch Naturschutz oder Schifffahrtsrouten, erklärte Nico Nolte: „Da muss man schon ganz genau hinsehen, wo Windparks möglich sind.“ Auch Ulrich Bathmann betonte, dem Ausbau seien Grenzen gesetzt. Für jeden Einzelfall müssten zuvor Fragen geklärt sowie Vor- und Nachteile abgewogen werden. „Was sind bedeutende Tourismusgebiete und Fischfanggründe? Wie verlaufen Vogelzugrouten?

Wo liegen die Kinderstuben der Meeressäuger“, führte der IOW-Chef zu klärende Aspekte an.

Als Standorte für weitere Windparks im Bereich Mecklenburg-Vorpommerns gelten Gebiete, in denen bereits Anlagen errichtet wurden. Gegenwärtig drehen sich vor den Küsten des Landes die Rotorblätter von insgesamt 171 Anlagen. In Betrieb sind laut Branchenverband Windenergy Network derzeit drei Windparks: „Baltic I“ nördlich der Halbinsel Darß/Zingst (21 Anlagen), „Baltic II“, nördlich vor Rügen (80) und „Wikinger“ nordöstlich vor Rügen (70). Der Windpark „Arkona“ nordöstlich vor Rügen (60) soll im Jahr 2019 fertiggestellt werden.

Gegen die Windparks regt sich immer wieder Widerstand aus der Tourismusbranche, die mit Einbußen rechnet. Diese Gefahr sieht Nico Nolte jedoch nicht. „Erfahrungen aus Dänemark, wo Windparks sehr nah an der Küste gebaut werden, zeigen, dass dort die Touristenzahlen nicht zurückgegangen sind“, so der BSH-Experte. Mit Informationsständen könnten darüber hinaus an den Küsten Angebote für Technikinteressierte geschaffen sowie Besichtigungsfahrten zu den Parks angeboten werden.

Tierschützer sorgen sich zudem um die Gesundheit von marinen Säugern, etwa Schweinswalen. Auf den Schutz dieser Tiere werde jedoch „sehr großen Wert gelegt“, sagte Nico Nolte. Die marinen Säuger würden vor den Bauarbeiten vorübergehend vom Baufeld vertrieben. Zudem dürften bei Rammarbeit gewisse Lärmgrenzwerte nicht überschritten werden. Dafür habe die Industrie Blasenschleier-Systeme entwickelt. Entsprechende Vorgaben würden streng kontrolliert. Nolte: „Notfalls wird ein Baustopp angeordnet.“ IOW-Chef Bathmann bezeichnete die Blasenschleier zur Lärmminderung als „sehr effektiv“.

Technische Neuerungen machten laut Nolte unterdessen schonendere Methoden möglich. So würden in der Nordsee bereits Fundamente ohne Rammarbeiten durch Unterdruck in den Meeresboden eingebracht.

Vorstellbar seien auch schwimmende Windenergieanlagen.

OZ-Kajütenschnack

Der 2. OZ-Kajütenschnack findet am 31. Juli 2018 auf dem Traditionsschiff „Santa Barbara Anna“ im Rostocker Stadthafen statt. Über das Thema „Die alten und die neuen Sorgen der Ostsee:

Überdüngung und Mikroplastik" sprechen Dr. Sonja Oberbeckmann und Dr. Günther Nausch (beide Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde). Einlass ist um 18.15 Uhr, Beginn um 18.30 Uhr.

Der Ostseetag wird am 30. August von 10 bis 18 Uhr im Stadthafen Rostock veranstaltet. In der Bühne 602 beleuchten Forscher den Zustand des Binnenmeers. Außerdem können im Stadthafen Forschungsschiffe besichtigt werden.

Weitere Infos: www.ostseetag.info

Axel Meyer

Die Handwerksbetriebe in MV haben für das neue Lehrjahr etwas über 1000 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen.

27.07.2018

Mehr Auslastung der Schiffe und steigende Erlöse erwartet

27.07.2018

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im Späthandel am 26.07.2018 um 20:30 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

26.07.2018