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Wirtschaft Ostseefischern droht ein Horrorjahr
Nachrichten Wirtschaft Ostseefischern droht ein Horrorjahr
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00:01 24.08.2016
Gefangener Dorsch liegt in einer Kiste im Hafen Barhöft nördlich von Stralsund. Fischer kritisieren die gesunkene Fangquote. Quelle: dpa

Angesichts der Pläne zur drastischen Fangbegrenzung beim Dorsch plant Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) eine Bundesratsinitiative. „Darin werden wir die Bundesregierung auffordern, sich in Brüssel für eine verhältnismäßige Reduzierung der Dorschquote in 2017 einzusetzen“, kündigte der Minister gestern beim Deutschen Fischereitag in Potsdam an. Dort will ein Runder Tisch mit den Ministerien aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Wege aus der Krise suchen.

Derzeit plant die EU für 2017 eine Kürzung der Dorschfangquote für die westliche Ostsee um 87,5 Prozent. Für diese Kürzung plädierte der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES), nachdem offenbar der Dorschnachwuchs 2015 fast vollständig ausfiel. Diese Quotenkürzung ist laut Backhaus „eindeutig zu abrupt und angesichts der Zielerreichung bis 2020 nicht notwendig“. Er forderte zudem, mit den Küstenländern und der Fischereibranche ein langfristiges Konzept der Kutter- und Küstenfischerei zu erarbeiten. Darüber hinaus regte Backhaus für Angler ein Fanglimit von zehn Fischen pro Tag an. Allerdings dürften die Interessen der Fischer und Angler nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beide hätten Tradition.

Die Dorschquote komme einem Fangstopp gleich, sagte Claus Ubl vom Fischerei-Verband. „Man muss sich irgendwie überlegen, wie man die Betriebe durch das nächste Jahr bringt, und da ist natürlich eine finanzielle Unterstützung eine mögliche Maßnahme“, sagte Ubl. Der Dorsch sei die Haupteinnahmequelle der Ostseefischer.

Der Naturschutzverband WWF forderte, die Quotenkürzungen umzusetzen, aber Überbrückungsmöglichkeiten für Fischer zu schaffen. Als Notfallmaßnahme sollten Abwrackprämien und sozialverträgliche Stilllegungen von Kuttern umgesetzt werden. B. Sander

OZ

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