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Oxfam beklagt menschenunwürdige Zustände auf Obstplantagen

Berlin Oxfam beklagt menschenunwürdige Zustände auf Obstplantagen

Beim Anbau von Bananen und Ananas für deutsche Supermärkte sollen teilweise menschenunwürdige Zustände herrschen. Das beklagt die Hilfsorganisation Oxfam in der Studie „Süße Früchte, bittere Wahrheiten“. Doch gibt es Streit um die Nachprüfbarkeit der Vorwürfe.

Berlin. Die Hilfsorganisation Oxfam wirft den großen deutschen Lebensmittel-Handelsketten Edeka, Rewe, Aldi und Lidl vor, Bananen und Ananas von Plantagen zu beziehen, auf denen massiv gegen Menschenrechte verstoßen werde.

Arbeiter seien dort hochgiftigen Pestiziden schutzlos ausgeliefert, Gewerkschafter würden unterdrückt und bedroht sowie Mindestlöhne unterschritten, berichtete Oxfam in seiner Studie mit dem Titel „Süße Früchte, bittere Wahrheiten“.

Oxfam hatte für die Untersuchung nach eigenen Angaben Plantagen in Ecuador und Costa Rica besucht, mehr als 200 Arbeiterinnen und Arbeiter befragen lassen und mit zahlreichen Experten gesprochen. Auch auf Plantagen, die mit dem weit verbreiteten Nachhaltigkeitssiegel der Rainforest Alliance - erkennbar am grünen Frosch - zertifiziert wurden, seien die Zustände katastrophal.

Die Rainforest Alliance betonte in einer ersten Stellungnahme, man nehme die Anschuldigungen „sehr ernst“. Erste Überprüfungen der Vorwürfe auf zwei Farmen in Costa Rica und Ecuador hätten die Anschuldigungen aber nicht bestätigt. Die Organisation lud Oxfam zu gemeinsamen Überprüfungen ein.

Der Handelskonzern Rewe betonte in einer Stellungnahme, dass für alle Bananen und Ananas der Eigenmarken mit den Lieferanten eine verbindliche Zertifizierung nach dem Standard der Rainforest Alliance vereinbart worden sei. Sollte es Hinweise geben, dass es hier zu Verstößen komme, würden diese selbstverständlich geprüft und gegebenenfalls geahndet. Rewe habe Oxfam deshalb um konkretere Informationen gebeten. Die Organisation habe die Vorwürfe aber „bis heute nicht belegen können“.

Aldi betonte, die von Oxfam geschilderten Zustände seien „in keiner Weise mit dem Verständnis des Unternehmens von sozial gerechten und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen vereinbar. Aldi werde solche Zustände nicht tolerieren. Das Unternehmen stehe mit seinen Lieferanten im Austausch und werde begründeten Verdachtsfällen nachgehen.

Auch Lidl betonte, man nehme das Thema Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern sehr ernst und arbeite mit Lieferanten seit Jahren aktiv an Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung. Beide Discounter verwiesen aber auch darauf, dass die Anschuldigungen bereits von der Rainforst Alliance geprüft worden seien und nicht hätten bestätigt werden können.

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka betonte ebenfalls sein Engagement für die Verbesserung der Umwelt- und Sozialstandards. Edeka arbeite beispielsweise gemeinsam mit der Umweltorganisation WWF in Modellprojekten in Kolumbien und Ecuador daran, die Umwelt- und Arbeitsbedingungen beim konventionellen Bananenanbau spürbar zu verbessern.

Das Unternehmen strebe eine lückenlose Umsetzung der geforderten Standards an. Bisher lägen Edeka jedoch noch keine Angaben vor, auf welcher Datenbasis und auf welchen Farmen die aktuellen Rechercheergebnisse von Oxfam ermittelt worden seien.

dpa

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