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12:18 26.03.2014
Nach dem Scheitern von Verhandlungen wird der Frankfurter Flughafen bestreikt. Foto: Arne Dedert
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Frankfurt

Fluggäste in ganz Deutschland müssen am Donnerstag mit massiven Störungen und Flugausfällen rechnen: Die Gewerkschaft Verdi weitet die Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf die großen deutschen Flughäfen aus.

Verdi hat die Tarifbeschäftigten der einstmals öffentlichen Flughafenbetreiber in Frankfurt, München, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart aufgerufen, die Arbeit bis zum Ende der Frühschicht (maximal 14 Uhr) ruhen zu lassen.

Laut Gewerkschaft sollen in Frankfurt unter anderem die Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste, der Frachtabfertigung und der Passagierkontrollen von 03.30 Uhr an für elf Stunden streiken. Die Beschäftigten der Flughafenfeuerwehr bleiben regulär im Dienst, andernfalls könnte der Flugverkehr aus Sicherheitsgründen gar nicht stattfinden. „Der Flughafen als größter öffentlicher Arbeitgeber in Hessen bleibt in dieser Tarifauseinandersetzung nicht ungeschoren“, erklärte der Frankfurter Verdi-Sekretär Gerold Schaub.

„Wir haben eine Übereinkunft erzielt, dass ein gewisser Grundbetrieb am Flughafen noch möglich sein sollte“, erklärte dazu ein Sprecher der Fraport AG. Das Unternehmen bedauere die massiven Maßnahmen bereits zu einem Zeitpunkt, an dem noch aussichtsreiche Verhandlungen geführt werden. Die Airlines müssten nun entscheiden, welche Flüge sie am Donnerstag noch stattfinden lassen wollen.

Die Lufthansa als größter Kunde des Flughafens arbeitet nach eigenen Angaben intensiv an einem Ersatzflugplan. Mit zahlreichen Ausfällen sei zu rechnen, wenn die Ankündigungen umgesetzt würden. Für Donnerstag gebuchte Flüge könnten ab sofort kostenlos umgebucht werden, auch auf mögliche Bahnverbindungen. Genauere Einzelheiten zu möglichen Annullierungen, Umbuchungsmöglichkeiten und alternativen Reisemöglichkeiten sollten spätestens am Mittwochvormittag vorliegen.

Eine Sprecherin des Dax-Konzerns kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaft. Die Belastungen des Streiks müssten vor allem die Passagiere der Lufthansa tragen - wie schon beim Warnstreik des privaten Sicherheitspersonals in Frankfurt am 21. Februar dieses Jahres. „Verdi nimmt erneut in Kauf, dass eine dritte Partei, die nicht Teil der Tarifauseinandersetzung ist, durch den Streik geschädigt wird.“

Kritik kam auch vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Dessen Gewerkschaftsexperte Hagen Lesch bezeichnete das Vorgehen von Verdi als nicht mehr verhältnismäßig. „Wenn man nach der zweiten Verhandlungsrunde mit den Worten auseinander geht, man habe sich angenähert, wozu braucht man dann noch einen Streik als Druckmittel?“, fragte er.

Verdi verlangt in dem Tarifkonflikt mit den öffentlichen Arbeitgebern von Bund und Kommunen eine Tariferhöhung um 100 Euro plus 3,5 Prozent. Für die Beschäftigten in der untersten Tarifgruppe würde die vollständige Umsetzung ein Lohnplus von mehr als 10 Prozent bedeuten. Die Warnstreiks an den Flughäfen sind der Höhepunkt der bereits zweiten Warnstreikwelle.

Neben dem Verdi-Warnstreik drohen dem Luftverkehr in den kommenden Tagen auch Streiks der Lufthansa-Piloten. Die Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ ist seit der vergangenen Woche nach einer sehr deutlichen Urabstimmung von rund 5400 Lufthansa-Piloten streikbereit. Bis Dienstagabend hatte sie aber noch keinen konkreten Termin für einen ersten Ausstand bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings benannt. Dieser soll mit 48 Stunden Vorlauf angekündigt werden.

Erst am 21. Februar hatten die ebenfalls von Verdi vertretenen privaten Sicherheitskräfte Deutschlands größtes Drehkreuz für einen ganzen Tag lahmgelegt, indem die Passagiere an den Eingängen unkontrolliert blieben und so ihre Flüge nicht antreten konnten. Über die Gehälter der rund 5000 Beschäftigten dieser Berufsgruppe sollte an diesem Mittwoch wieder verhandelt werden.



dpa

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