Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Passagierflugzeug in Kanada stößt mit Drohne zusammen
Nachrichten Wirtschaft Passagierflugzeug in Kanada stößt mit Drohne zusammen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:23 16.10.2017
Nach Zahlen der Deutschen Flugsicherung (DFS) meldeten Piloten im Umfeld großer Flughäfen bis Ende September 71 „Behinderungen durch Drohnen“ in diesem Jahr. Quelle: Julian Stratenschulte/symbolbild
Anzeige
bec/Frankfurt

QuéEin Passagierflugzeug ist am internationalen Flughafen von Québec mit einer Drohne kollidiert. Verkehrsminister Marc Garneau sprach von der ersten Kollision eines Passagierflugzeugs mit einer Drohne in seinem Land.

Er sei „extrem erleichtert“, dass das Flugzeug sicher habe landen können. Der Zusammenstoß verursachte nur kleinere Schäden am Flugzeug der Fluggesellschaft Skyjet, wie das kanadische Verkehrsministerium am Sonntag (Ortszeit) mitteilte.

Dem Minister zufolge hätte der Unfall, der sich bereits am 12. Oktober ereignete, auch katastrophale Folgen haben können, wenn die Drohne mit dem Cockpit oder den Triebwerken kollidiert wäre. Die Drohne prallte in einer Höhe von 450 Metern mit dem Linienflugzeug zusammen. Informationen zur Art der Drohne und zu ihrem Piloten gab es zunächst nicht.

Kanada hat im März dieses Jahres die Vorschriften verschärft: Demnach dürfen Drohnen nicht mehr näher als 5,5 Kilometer an Flughäfen heranfliegen und eine Höhe von 90 Metern nicht überschreiten. Zuwiderhandlungen können mit bis zu 25 000 kanadischen Dollar (16 900 Euro) oder einer Gefängnisstrafe geahndet werden. In Deutschland ist ab dem 1. Oktober eine Art Führerschein („Kenntnisnachweis“) für größere zivile Drohnen Pflicht.

Auch im deutschen Luftraum werden Flugzeugpiloten immer häufiger durch Drohnen behindert. Nach Zahlen der Deutschen Flugsicherung (DFS) meldeten Piloten im Umfeld großer Flughäfen bis Ende September 71 „Behinderungen durch Drohnen“ in diesem Jahr. Im gesamten Vorjahr gab es 64 Vorfälle, 2015 waren es 14. Kollisionen gab es bislang noch nicht.

Demnach wurden die meisten Behinderungen im Großraum des Frankfurter Flughafens gemeldet. „Wir haben hier ein radikal zunehmendes Problem und rechnen für das gesamte Jahr mit einer Verdopplung der Behinderungen gegenüber dem Vorjahr“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Flugsicherung, Klaus-Dieter Scheurle, im September. Drohnen müssten für die Flugsicherung sichtbar gemacht werden. Bisher sind Hobby-Drohnen für das Radar nicht zu erkennen.

Mit der im April verabschiedeten Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums müssen auf bestimmten Drohnen Name und Anschrift des Halters auf einer feuerfesten Plakette vermerkt sein. Pilotenvertreter und DFS fordern aber ein zentrales Register und die Ortung von Drohnen per Chip, auch um Haftungsfragen bei Schäden zu klären.

Nach Schätzungen der DFS wird es Ende des Jahres knapp eine Million Drohnen in Deutschland geben.

dpa

Mehr zum Thema

Der Marktführer Lufthansa sichert sich wie erwartet über die Hälfte der insolventen Air Berlin. Schwieriger scheint die Suche nach einem zweiten Käufer. Das dürfte auch die Wettbewerbshüter interessieren.

12.10.2017

Wird die Lufthansa nach der Übernahme von großen Teilen der Air Berlin in Deutschland übermächtig?

12.10.2017

Es lief wie am Schnürchen: Monatelang hat die Lufthansa auf diesen Tag hingearbeitet, nun ist der Air-Berlin-Kauf besiegelt. Für die Passagiere könnte es aber bald teurer werden.

12.10.2017

Eine halbe Milliarde Euro will Lufthansa offenbar für Teile der insolventen Airline Alitalia bieten. Auch ein Konzept zum Abbau Tausender Stellen soll bereits vorliegen.

16.10.2017

Der „Tatort“ aus Stuttgart hat einige Fragen aufgeworfen. RAF-Experte Stefan Aust sieht den Film kritisch.

16.10.2017

Viele Kreditkarten sind auf den ersten Blick kostenlos. Doch dann entpuppen sich die vermeintlichen Schnäppchen als teuer. Finanztest hat die Angebote getestet.

17.10.2017
Anzeige