Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Pläne für riesige Sportarena in Wismar sorgen für Skepsis
Nachrichten Wirtschaft Pläne für riesige Sportarena in Wismar sorgen für Skepsis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 27.02.2016
In der Multifunktionsarena soll es 10 000 Sitzplätze geben.

Die Idee klingt wie die Erfüllung eines Traums: Für 63 Millionen Euro will die Fox & Friends Ltd. & Co. KG aus Ludwigsburg, Baden-Württemberg, in Wismar eine Multifunktionsarena bauen — mit 10000 Sitzplätzen und einem angrenzenden Sportcenter (1500 Plätze). Die Bürgerschaft der Hansestadt ist skeptisch, hat eine Willensbekundung vertagt. Grund sind unklare Verhältnisse in der Firma, die nach britischem Recht kaum Sicherheiten bieten muss. Zur Wahrheit gehört auch: Waldemar Vogt, Geschäftsführer der Ltd., soll seit Jahren Schulden nicht bedient haben.

In Wismar und auch bei der Landesregierung MV herrscht Skepsis. Aus dem Wirtschaftsministerium erhofft sich Vogt 16,5 Millionen Euro für die Arena. Gunnar Bauer, Sprecher des Wirtschaftsministeriums, bestätigt Kontakt „in einem sehr frühen Stadium. Es müssen Unterlagen eingereicht und geprüft werden, ob das Vorhaben förderfähig ist“. In politischen Kreisen ist zu hören: „Die Zurückhaltung ist sehr groß.“

Das hat Gründe: Die Fox & Friends Ltd. & Co. KG aus Ludwigsburg kommt mit dem Riesen-Projekt quasi aus dem Nichts. Die Gesellschaftsform „Limited“ (Ltd.), üblich in Großbritannien, wähle in Deutschland, „wer kein Kapital für Investitionen hat“, ist in Branchenkreisen zu hören. Vorteile gegenüber der deutschen GmbH seien die geringe finanzielle Haftung und die einfache Gründung. Die Firma wurde erst Ende 2015 ins Leben gerufen, Gesellschafter wären in Stockport, Großbritannien, zu suchen. Als Kommanditist ist Zoran Beslic im Handelsregister Stuttgart eingetragen, ein Kraftfahrer mit gerade mal 100 Euro Sicherungseinlage.

Genau da setzt die Kritik in Wismar an. FDP-Stadtvertreter René Domke bemängelt: Die Ausführungen des Unternehmens seien „alle nicht belastbar“. Es fehle an Businessplan, Finanzierung und Bauplanung.

Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) sieht den Investor in der Pflicht, weitere Papiere vorzulegen. So sei ein Bebauungsplan erforderlich, den die Firma zahlt. Beyer: „Spätestens dann ist erkennbar, wie viel Kraft dahintersteht.“

Geschäftsführer Waldemar Vogt sagt, er könne die Vorbehalte verstehen. Die Firma sei in der Ltd.-Form aus Zeitdruck gegründet worden. Er habe sich treiben lassen, nachdem das Thema schneller als erhofft in die Öffentlichkeit kam. Wenn die Stadt ein positives Signal aussende, „wird die Firma nach Wismar verlegt und in eine GmbH & Co. KG umgewandelt“, so Vogt. Von zwei amerikanischen Investoren habe er Absichtserklärungen zur Finanzierung, dazu gebe es Interesse einer Versicherung. In Wismar solle der Prototyp einer Arena neuer Generation entstehen. Vogt: „Wir wollen diese später im Ausland multiplizieren.“

Die Ltd. firmiert unter seiner Privatadresse in Ludwigsburg. Auch der Wirtschaftsdatei Creditreform ist Vogt bekannt. Hier findet sich eine Warnmeldung: Seit dem Jahre 2002 bestehende Forderungen in vierstelliger Höhe seien bis heute nicht beglichen. Vogts Bonität wird als kritisch eingestuft — Vermerk: „deutlicher Zahlungsverzug“. Dazu will sich Vogt nicht äußern.

Die Mega-Arena

Multifunktionsarena mit 10000 Sitzplätzen und einer Kapazität für 20000 Konzertbesucher unter einem Dach.

Sportcenter mit mehreren Sportplätzen, Platz für 1500 Zuschauer, Sportbar und Kinderbetreuung.

Außenbereich mit Rasenplatz, zwei Kunstrasenplätzen (jeweils Heizung).

Reha-Zentrum für Training und Gesundheit Kosten: geschätzte 63 Millionen Euro, davon 16,5 Millionen Fördermittel erhofft. Derzeit würden die Kosten jedoch neu berechnet.



Frank Pubantz

Eigenständige Werke in Sachsen-Anhalt laufen auf Hochbetrieb / Unternehmer verklagt Firmenchef wegen offener Rechnungen

27.02.2016

Deichmann-Gruppe steigert Umsatz / 33 Filialen gibt es in MV

27.02.2016

. Private Käufer von Elektrofahrzeugen sollen laut einem Bericht des „Spiegel“ ab dem 1. Juli eine Prämie von 5000 Euro erhalten.

27.02.2016
Anzeige