Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft „Plagiarius“: Onlinehandel erleichtert Fälschern das Geschäft
Nachrichten Wirtschaft „Plagiarius“: Onlinehandel erleichtert Fälschern das Geschäft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:02 10.02.2017
Links das Original der Roll-Hundeleine der Firma Flexi Bogdahn neben der chinesischen Fälschung. Dafür gab es den gefürchteten Schmäh-Preis Plagiarius. Quelle: Susann Prautsch
Anzeige
Frankfurt/Main

Der globale Onlinehandel erleichtert Produktpiraten ihr Geschäft. Das wurde am Freitag auf der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente deutlich, in deren Rahmen zum 41. Mal der Schmähpreis „Plagiarius“ verliehen wurde.

Eine Jury prangert damit besonders dreist abgekupferte Nachahmerprodukte an, die auf einer Sonderschau den Design-Originalen gegenübergestellt werden.

Die bequeme Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit großer Mengen vermeintlicher Markenprodukte zum Spottpreis verführe zum Kauf, kritisierte Christine Lacroix, Sprecherin der Aktion Plagiarius. Die Nachahmer gingen kaum ein Risiko ein, belangt zu werden. „Erhältlich sind nachgemachte Waren mittlerweile in allen Preis- und Qualitätsabstufungen, von gefährlichen Billigfälschungen bis hin zu qualitativ hochwertigen Plagiaten, die dann aber auch kaum günstiger als das Originalprodukt sind“, beschreibt Lacroix die Lage.

Wie Originalhersteller unter den nachgemachten Produkten leiden, zeigt das Beispiel der mit dem ersten Preis „ausgezeichneten“ Roll-Hundeleine „Flexi Explore L“. Statt des Qualitätsprodukts der Firma Flexi-Bogdahn aus dem norddeutschen Bargteheide wurden in den USA über anonyme Onlinehändler mit täglich wechselnden Accounts minderwertige Kopien verkauft. Weil unter anderem die Aufrollmechanik nicht funktionierte, setzte es schlechte Bewertungen in Portalen und damit einen erheblichen Reputationsverlust für den nichtsahnenden Hersteller.

Laut EU-Kommission haben die EU-Zollbehörden allein 2015 mehr als 40 Millionen rechtsverletzende Produkte im Wert von mehr als 650 Millionen Euro an den EU-Außengrenzen beschlagnahmt, berichtet der Verein - ein Plus von 15 Prozent zum Vorjahr. Die Mehrheit der festgehaltenen Waren kam 2015 wieder aus China und Hongkong.

Zur Ambiente - der Weltleitmesse für Konsumgüter - werden bis einschließlich Dienstag (14.2.) in Frankfurt rund 140 000 Fachbesucher aus mehr als 150 Ländern erwartet. Rund um die Themen Wohnen, Schenken und gedeckter Tisch zeigen 4454 Aussteller (2016: 4386) auf dem ausgebuchten Messegelände ihre Produkte. Partnerland ist Großbritannien.

dpa

Mehr zum Thema

Nach langem Gezerre will auch die CSU Merkel als Kanzlerkandidatin der Union. Dabei gibt es noch immer keine Einigung über die Obergrenze für Flüchtlinge. Bleibt das so und steht Horst Seehofer zu seinem Wort, stünde die Union nach einem Wahlsieg vor der Trennung.

06.02.2017

Ins Segment der Kleinwagen kommt Bewegung: VW bereitet einen neuen Polo vor, Seat schickt den nächsten Ibiza ins Rennen und bei Ford läuft sich ein frischer Fiesta warm. Doch Kia lässt sich davon nicht schrecken und kontert mit einem neuen Rio.

08.02.2017

Als Fußballprofi hat Philipp Lahm gekündigt, ein neues Bayern-Amt lehnt der Weltmeister aktuell ab. Nach dem Alleingang von Rummenigges Wunschlösung für den Sportdirektorenposten wundern sich die Bosse. Ein Ex-Bayern-Spieler wird nun als Manager heiß gehandelt.

08.02.2017

Die IG Metall hat dem Bremsen-Hersteller Knorr-Bremse Ausbeutung und „Steinzeit-Kapitalismus vom Feinsten“ vorgeworfen.

10.02.2017

Seit rund 15 Jahren wird die Elbvertiefung geplant. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist weiter kein Baubeginn in Sicht.

10.02.2017

Jan Böhmermanns Gedicht „Schmähkritik“ über den türkischen Präsidenten hat eine Staatsaffäre ausgelöst. Was bisher geschah: 31.

10.02.2017
Anzeige