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Wirtschaft Plattform-Fundament im Meer verankert
Nachrichten Wirtschaft Plattform-Fundament im Meer verankert
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00:05 14.06.2016

Claudio Tomassini überwacht vom Arbeitsschiff „Hermod“ aus eine Mega- Verankerung im Meeresboden: Eine 9800 Tonnen schwere Stahl-Konstruktion wird gut 80 Kilometer vor der deutschen Nordsee-Küste installiert – das Fundament für die Offshore-Plattform „Dolwin gamma“. Das ist in den vergangenen zwei Jahren von Nordic Yards gebaut worden. Es ist die vierte und letzte Plattform der Ostsee-Werften – und gleichzeitig „die erste, die wir installieren“, berichtet Tomassini.

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„Dolwin gamma“ ist das letzte Projekt von Nordic Yards / Die Teams arbeiten rund um die Uhr in der Nordsee

Die beiden Bestandteile des Fundaments sind sogenannte Jackets, nahezu identisch, hergestellt in Wismar und Stralsund. Von dort sind sie vor gut fünf Wochen mit Schleppern zu ihrem Standort vor den ostfriesischen Inseln gebracht und seither zusammengesetzt worden – unter der Aufsicht von Projektleiter Tomassini und teilweise rauen Bedingungen: „Manchmal waren die Wellen bis zu fünf Meter hoch“, erzählt der 34-Jährige. Die Jackets dabei trotzdem passgenau zu positionieren, sei eine Herausforderung gewesen. Doch um die Einflüsse von Wind, Wellen und Strömungen zu verringern, kann die „Hermod“ einige Meter abtauchen. Mit Lift und Kränen werden die Bauteile dann nach unten transportiert.

Das untere Ende des Fundaments ist in einer Tiefe von rund 28 Metern platziert worden – auf einer vorbereiteten Fläche. „Unebenheiten des Seebodens wurden abgetragen und mit Kies aufgeschüttet“, berichtet Tomassini. Befestigt wurde die Konstruktion auf 18 Pfählen – jeweils 80 Meter lang und 400 Tonnen schwer: „Alle Pfähle haben wir 60 Meter tief in den Boden gerammt“, erzählt der Projektleiter. Er ist einer von zwölf Nordic-Mitarbeitern an Bord. Alle zwei Wochen wird das Team gewechselt und mit dem Helikopter ein- und ausgeflogen. Gearbeitet wird in zwei Schichten rund um die Uhr – zusammen mit Schiffscrew und Zulieferern. Insgesamt sind so immer um die 276 Arbeiter mit der Installation beschäftigt. Die ist so gut wie abgeschlossen – spätestens Ende der Woche soll das Fundament stehen und ragt dann einige Meter aus dem Meer heraus.

Zur Erinnerung an die Arbeiten auf hoher See erhält jeder Beteiligte ein T-Shirt – mit den genauen Koordinaten des Standorts. „Darauf freuen sich die Arbeiter schon sehr, denn solche T-Shirts sind in der Offshore-Branche eine kleine Tradition“, erzählt Tomassini. Seit drei Jahren arbeitet er für Nordic Yards. Wenn das Projekt abgeschlossen ist, wechselt er zum neuen Werften-Eigentümer – den Lloyd-Werften. Die haben im Mai die Standorte Wismar, Warnemünde und Stralsund übernommen – aber nicht das Plattform-Projekt. Das beendet Nordic – und leiht sich dafür einige der Mitarbeiter, die bereits zum neuen Arbeitgeber gewechselt sind. Im Frühjahr, spätestens im Sommer nächsten Jahres soll die Plattform, die in Warnemünde entsteht, zum Fundament geschleppt und mit ihm verbunden werden. „Der Betrieb ist auf 30 Jahre ausgelegt“, berichtet Tomassini. Mit „Dolwin gamma“ können künftig 900 Megawatt Windenergie in Dörpen West (Niedersachsen) ins Übertragungsnetz eingespeist werden.

Kerstin Schröder

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