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Poker um Gfk-Übernahme spitzt sich zu

Für Paukenschlag gesorgt Poker um Gfk-Übernahme spitzt sich zu

Ginge es nach der GfK-Führung, wäre der Einstieg des US-Investors KKR bei Deutschlands größtem Marktforschungsunternehmen nur Formsache. Seitdem im Übernahmepoker aber mindestens zwei weitere Investmentfonds mitmischen, ist die Sache komplizierter.

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Die GfK-Gruppe hatte im Jahr 2016 weiter an Umsatz eingebüßt.

Quelle: Daniel Karmann/archiv

Nürnberg. Im Poker um die Übernahme von GfK-Aktien hat der US-Investor Michael Dell mit einem überraschenden Einstieg bei dem größten deutschen Marktforschungsunternehmen für einen Paukenschlag gesorgt.

Bis Anfang der Woche hatte der Firmenchef des gleichnamigen Computerherstellers mit seinem Fonds MSD Capital bereits 9,77 Prozent der GfK-Aktien erworben. Dem US Investor KKR, dessen Übernahmeangebot an diesem Freitag (10. Februar) endet, hatten Anteilseigener bis zum Montag lediglich 4,6 Prozent GfK-Aktien angeboten.

Im Übernahmepoker um den größten deutschen Marktforscher mischt auch ein weiterer Investmentfonds mit: Die Primestone Capital - hinter dem ein früherer Manager der Boston Consulting Group, Benoit Colas, steht. Dessen Fonds besaß nach GfK-Mitteilung zum Wochenbeginn bereits fünf Prozent der GfK-Aktien.

In Kreisen des Marktforschers zeigte man sich über das Interesse großer amerikanischer Investoren am eigenen Unternehmen überrascht, warnte aber zugleich vor einer Dramatisierung. Dies seien nur „Trittbrettfahrer“, die versuchten, aus solchen Übernahmen Kapital zu schlagen. Ein anderer Firmeninsider meinte: „Das ist keine neue Situation bei solche Übernahmen. Da ist immer viel Bewegung am Markt. Mal schauen, wie KKR darauf reagieren wird“.

In der Vergangenheit hatten bei Übernahmen wiederholt Investmentfonds versucht, mit dem Kauf großer Aktienpakete den Investor zur Nachbesserung seines Angebots zu zwingen. Trotzdem könnte nach Einschätzung von Fachleuten der Auftritt von Übernahmekonkurrenten den geplanten Einstieg von Investoren in notleidende Unternehmen in Gefahr bringen. So ist unklar, ob KKR sein Angebot nachbessern wird oder sich mit einem Scheitern abfindet. Das wäre für die GfK ein Desaster.

KKR hatte den GfK-Aktionären angeboten, ihre Papiere für 43,50 Euro pro Aktie zu übernehmen. Das Angebot ist an die Voraussetzung geknüpft, dass dem US-Investor bis zum 10. Februar mindestens 18,54 Prozent der GfK-Aktien angedient werden. Vorstand und Aufsichtsrat hatten den Anteilseignern empfohlen, das Angebot anzunehmen: KKR sei bereit und in der Lage, eine auf Wachstum ausgerichtete Strategie zu unterstützen. Für die Anleger sei das KKR-Angebot attraktiv.

Die GfK-Gruppe hatte im Jahr 2016 weiter an Umsatz eingebüßt. Nach vorläufigen Zahlen gingen die Erlöse um 3,8 Prozent auf 1,484 Milliarden Euro zurück. Der operative Gewinn schrumpfte im Vergleich zu 2015 um 34 Millionen Euro auf rund 154 Millionen Euro. Das SDax-Unternehmen leidet seit längerem unter der Konkurrenz von Start-ups und Internet-Unternehmen, die in den Augen der GfK zu Dumpingpreisen Verbraucherbefragungen anbieten. Belastet haben die GfK auch Probleme mit einem Fernsehforschungsauftrag in Brasilien.

dpa

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