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Wirtschaft Praktiker-Aus: Vier Märkte in MV vor der Schließung
Nachrichten Wirtschaft Praktiker-Aus: Vier Märkte in MV vor der Schließung
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04:25 06.09.2013

Das endgültige Aus der insolventen Baumarkt-Kette Praktiker trifft in Mecklenburg-Vorpommern vier Standorte mit voller Wucht. „In den Märkten beginnt Ende kommender Woche der komplette Ausverkauf aller Waren“, sagte ein Unternehmenssprecher der OZ. Ziel sei es, einem möglichen Käufer die Gebäude „besenrein“ zu übergeben.

Bei den vom Leerverkauf betroffenen Filialen handelt es sich den Angaben zufolge um die Praktiker-Märkte in Stralsund, Neubrandenburg und Rostock-Sievershagen. Ebenfalls auf der Liste steht der ehemalige Praktiker-Markt in Rostock-Bentwisch, der seit 2012 unter dem Label der Konzerntochter Max Bahr firmiert. Den insgesamt 190 Mitarbeitern in den vier Märkten sei nicht gekündigt worden. Man hoffe, dass ein neuer Investor der ebenfalls insolventen Bahr-Konzerntochter auch Praktiker-Läden mitsamt der Beschäftigten übernimmt.

Diese Hoffnung hat die Gewerkschaft Verdi längst aufgegeben. „Es glaubt niemand wirklich, dass die Praktiker-Beschäftigten nach dem Leerverkauf von den neuen Betreibern tatsächlich übernommen werden“, sagte das Verdi-Bundesvorstandsmitglied für den Handel, Stefanie Nutzenberger. Dem Insolvenzverwalter warf sie vor, nur auf Unternehmenskennzahlen und Gläubigerinteressen zu schauen. Dabei gehe es auch um „Tausende Existenzen, um Menschen.“

Kritik an der Informationspolitik des Insolvenzverwalters übte das Betriebsratsmitglied eines Praktiker-Marktes in MV. „Vom Ausverkauf haben die Kunden am Mittwoch eher über die Medien erfahren als wir“, sagte die Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte.

Die Stimmung in der Filiale sei gedrückt. „Wir versuchen aber, uns gegenseitig aufzubauen.“ Viele Kollegen arbeiteten in dem Baumarkt bereits seit 15 oder gar 20 Jahren zusammen. Da sei ein „Familiengefühl“ entstanden. Etliche der älteren Kollegen hätten nach Praktiker beruflich keine Perspektive mehr. Zwar gebe es noch einen Funken Hoffnung auf Übernahme durch einen neuen Investor.

„Aber wir habe auch immer die bittere Schlecker-Pleite vor Augen“, so die Betriebsrätin.

Praktiker, die einst drittgrößte Baumarktkette in Deutschland, wurde durch Managementfehler heruntergewirtschaftet. Über Jahre lockte das Unternehmen die Kunden mit Rabatten („20 Prozent auf alles, außer Tiernahrung“) in seine Läden und erwarb sich mit dieser Strategie letztlich ein Billig-Image. Ein Teufelskreis, denn am Ende konnte die Kette auch keine höheren Preise mehr durchsetzen, als die Einkaufspreise anstiegen.

Ansprüche auf Garantie der bei Praktiker gekauften Produkte müssen laut Unternehmenssprecher direkt an die Hersteller gerichtet werden. Für Praktiker-Eigenmarken gebe es noch keine Regelungen.

Gutscheine, die vor dem Tag der Insolvenz am 11. Juli gekauft wurden, könnten nicht mehr eingelöst werden. Entsprechende Forderungen müssten an den Insolvenzverwalter gestellt werden.

Verbraucherschützer betonen, dass Kunden bei Praktiker nichts mehr auf Vorkasse kaufen sollten. Das Geld könne bei ausbleibender Lieferung in die Insolvenzmasse fallen.

Aus Praktiker wurde Max Bahr

3 Praktiker-Märkte gibt es noch in MV, außerdem sieben Filialen der Konzerntochter Max Bahr.
Mehrere Praktiker-Märkte, etwa in Gägelow, Bentwisch und Greifswald, waren erst vor einem Jahr

zu Max-Bahr-Märkten umgerüstet worden.

Axel Meyer

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