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13:36 12.06.2017
Paris/Berlin

Deutsche und internationale Zeitungen verneigen sich vor dem Durchmarsch des französischen Präsidenten - einerseits. Auf der anderen Seite mahnen sie: Nun muss Emmanuel Macron „liefern“, und zugleich sollte er mit seiner Machtfülle behutsam umgehen.

- Süddeutsche Zeitung (Deutschland): „Das Parlament wirkt wie eine Versammlung von Zöglingen seiner Gnaden. Diese absolutistische Versuchung stellt Macron auf die Probe. Als Kandidat hatte er versprochen, Frankreichs Demokratie zu erneuern. Als Präsident kann er dies einlösen, indem er der Nationalversammlung mehr Rechte zur Kontrolle der Regierung gibt.“

- Tagesspiegel(Deutschland): „Macron sollte sich aber nicht allzu sehr darüber freuen, dass er im Parlament - abgesehen von den konservativen Republikanern - voraussichtlich keine nennenswerte Opposition mehr hat. Denn der Widerstand, der ansonsten in der Nationalversammlung angesichts seiner angekündigten Reformprojekte zu erwarten wäre, könnte sich auf die Straße verlagern. Und dort führen in der Regel die radikalen Reformverweigerer das Wort.“

- Neue Osnabrücker Zeitung (Deutschland): „Ehrgeizige Reformpläne hat der Sozialliberale - die kann er nur mit einer breiten Basis im Parlament umsetzen. Aber die harte Alltagspolitik, das mühsame Regieren wird auch einen Macron entzaubern.“

- Badische Zeitung (Deutschland): „Nur weil sich ein Präsident politisch in der Mitte verortet, lösen sich gesellschaftliche Interessenkonflikte nicht in Wohlgefallen auf. Wie jeder Wandel wird der von Macron anvisierte auch Reformverlierer hervorbringen.“

- Le Figaro(Frankreich): „Emmanuel Macron hat seine Wette gewonnnen und kann heute Morgen die Folgen dieser donnernden Sprengung beobachten. (...) Der überwältigende Sieg nach Sitzen ist mehr der Hebelwirkung des Mehrheitswahlrechts mit zwei Wahlgängen geschuldet als einer starken Mobilisierung des Volkes. Denn gestern hat einer von zwei Franzosen nicht gewählt.“

- „Libération“ (Frankreich): „Es ist ein Triumph ohne Begeisterung, ein überwältigender und schlaffer Sieg. Er bedeutet allerdings eine quasi einfarbige Nationalversammlung. Letzten Endes zertrampelt (Macrons Partei) En Marche ihre Gegner; Macron kann sich die ganze Macht greifen; für das Land beginnt ein völlig neues Kapitel.“

- „GazetaWyborcza“ (Polen): „Das starke politische Mandat zeugt davon, dass die Wähler radikale und schnelle Veränderungen wollen, die die muffige Fünfte Republik in eine bessere verwandeln. (...) Das kann für den neuen Präsidenten zum großen Problem werden, denn der Weg zu einem neuen Frankreich wird lang und schwer.“

- „Corrieredella Sera“ (Italien): „Nach der Revolution bedarf es nun einer sanften Wiederherstellung des Vertrauens in das System. (...) Denn das andere Gesicht Frankreichs, das arme und enttäuschte, identifiziert sich nicht mit dem neuen sozialen Block, der den jungen Präsidenten unterstützt.“

- „Dennik N“(Slowakei): „Eine Kandidatenliste zumindest zur Hälfte aus neuen Gesichtern ohne parteipolitische Erfahrung zu erstellen, war angesichts der allgemeinen Abneigung gegenüber der traditionellen Politik ein ausgezeichneter Marketingzug - zum Zweck des Wahlsiegs. Zum Regieren dagegen kann gerade das ein großes Problem werden.“

- El País“ (Spanien): „Das Experiment Macron ist das Experiment eines ganzen Landes: Eine Pro-Europa-Welle mit großer Unterstützung. (...) Nur die niedrige Wahlbeteiligung wirft Schatten auf einen Sieg, der aber flüchtig sein kann, falls die erzeugten Erwartungen in der kommenden Legislaturperiode nicht erfüllt werden können.“

- „DeTijd“ (Belgien): „Wenn dieses Ergebnis in der zweiten Wahlrunde bestätigt wird, ist für Präsident Macron der Weg zur Durchsetzung seiner Reformen so weit offen wie ein Boulevard. (...) Mit anderen Worten: Der Präsident hat keine Entschuldigung mehr, wenn er seine Versprechen nicht verwirklicht.“

- „Tages-Anzeiger“ (Schweiz): „Die künftigen Abgeordneten von En Marche verdanken ihre Mandate nicht eigenen Verdiensten. Sie wurden - ohne innerparteiliche Demokratie - von Macron-treuen Parteikadern aufgestellt. Und sie wurden gewählt, weil auf den Plakaten neben ihnen das Konterfei des Präsidenten prangte.“

dpa

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