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Wirtschaft Privatanleger bunkern XXL-Goldschatz
Nachrichten Wirtschaft Privatanleger bunkern XXL-Goldschatz
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00:01 18.11.2016

. Da wird sogar Dagobert neidisch: Deutschlands Privatanleger bunkern mehr Gold als je zuvor und sogar zweieinhalb mal so viel wie die Bundesbank. Das zeigt eine Studie der Reisebank und des CFin Research Centers der Steinbeis-Hochschule Berlin. Demnach besitzt mittlerweile schon mehr als jeder Dritte Barren oder Münzen. Die sind auch im Nordosten beliebt.

Rechnet man alle Goldanlagen der Deutschen – Barren, Münzen, Wertpapiere – zusammen, käme dabei ein kapitaler Schatz mit einem Gegenwert von 375 Milliarden Euro heraus. Fun Fact: Münzt man das auf Mecklenburg-Vorpommern um, so wäre hier Gold im Wert von 7,5 Milliarden Euro in privater Hand. Tatsächlich sollen die größten Schatzmeister in Süddeutschland leben. Der Durchschnittsbayer besitzt demnach 85 Gramm Gold – 19 Gramm mehr als ein Norddeutscher.

Die Nachfrage nach Münzen und Barren sei bei Commerzbank-Kunden ungebrochen, sagt André Nogat, Niederlassungsleiter MV. Er glaubt zu wissen, woran das liegt. „Physisches Gold vermittelt ein Gefühl von Sicherheit.“ Außerdem sein Barren und Münzen beliebte Weihnachtsgeschenke, sagt Katrin Stüdemann von der Ostsee-Sparkasse und stünden deshalb im Dezember bei Kunden höher im Kurs als sonst.

Auch wenn Gold als krisensicheres Investment gilt: Vom Glanz blenden lassen sollten sich Anleger nicht, warnt Axel Drückler von der Verbraucherzentrale MV. Das Metall habe Risiken. „Der Goldpreis unterliegt sehr hohen Schwankungen. In den letzten fünf Jahren gab es Preise von 1375 Euro je Unze und – wie jetzt aktuell – etwa 1138 je Unze. Dazwischen sank der Preis auch schon unter 900 Euro.

Aber auch Wertschwankungen von 30 Prozent innerhalb eines Jahres hat es schon gegeben.“ Wer in Gold investieren will, müsse sich darüber im Klaren sein: Die Nachfrage bestimmt den Preis. Mitunter muss der Anleger viele Jahre warten, bis er für sein Gold so viel bekommt, wie er einst dafür bezahlt hat.

Weiteres Manko: „Gold ist nicht produktiv, erwirtschaftet weder Zinsen noch Dividenden. Einzig der Kurs kann für eine positive Rendite sorgen.“ Außerdem werde es auf dem Weltmarkt in US-Dollar gehandelt. Drückler: „Wer im Euro-Raum lebt, hat damit zusätzlich ein Währungsrisiko.“

Nicht nur der Ankauf, auch Gold aufzubewahren ist teuer. Wer keinen Tresor zu Hause hat, aber auf Nummer sicher gehen möchte, muss ein Bankschließfach anmieten. Die Safes seien zunehmend gefragt, berichtet Bankier Nogat. Ob das am Goldfieber liegt, ist aber schwer zu sagen, denn was Nutzer im Depot lagern, wissen sie dank Bankgeheimnis nur allein.

Angesichts aller Nachteile rät das gemeinnützige Verbraucherportal Finanztip.de, nicht mehr als zehn Prozent des Vermögens in Gold umzuwandeln und empfiehlt Kaufinteressenten die Onlinedienste gold.de und goldpreis.de. Finanzexperte Drückler bevorzugt hingegen Geldinstitute. „Auch wenn es da etwas teurer ist.“ Goldschmuck sei im Gegensatz zu Barren und Münzen keine sinnvolle Geldanlage:

Bei Ketten oder Ringen bezahle der Käufer zusätzlich zum reinen Materialwert auch die Herstellung und Händlermargen. Ob ein künftiger Interessent bereit ist, diesen Preisbestandteil zu bezahlen, sei fraglich.

An Weiterverkauf denken Anleger offenbar nicht. Im Gegenteil. Laut Reisebank-Studie wollen 80 Prozent ihr Schätzchen vorerst behalten, mehr als zwei Drittel planen, es demnächst sogar noch zu vergrößern.

Antje Bernstein

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