Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Prognose: Fahrverbots-Debatte lässt Verkaufszahlen steigen
Nachrichten Wirtschaft Prognose: Fahrverbots-Debatte lässt Verkaufszahlen steigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:51 29.11.2017
Für 2017 rechnet IFA-Chef Willi Diez mit 3,45 Millionen verkauften Fahrzeugen - das wären 2,9 Prozent mehr als 2016. Quelle: Ingo Wagner/symbolbild
Anzeige
Geislingen

Die Debatte um Fahrverbote für Diesel-Autos treibt nach Einschätzung von Experten die Verkaufszahlen bei Neuwagen weiter in die Höhe. Weil viele Autofahrer von Diesel auf Benziner umstiegen, dürften im kommenden Jahr in Deutschland mehr als 3,5 Millionen Autos verkauft werden.

So heißt es in einer Prognose des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) in Geislingen. Für das laufende Jahr rechnet IFA-Chef Willi Diez mit 3,45 Millionen Fahrzeugen - das wären 2,9 Prozent mehr als 2016. Alle drei Jahre lägen damit den Angaben zufolge deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.

„Die Diskussion um Fahrverbote erweist sich völlig überraschend als Konjunkturprogramm für die Branche“, sagte Diez. In der Prognose geht er davon aus, dass die Zahl der in Deutschland verkauften Fahrzeuge mit Elektroantrieb 2018 auf mehr als 100.000 steigt - sogenannte Plug-In-Hybride eingerechnet. Dieses Jahr sollen es bis Ende Dezember noch insgesamt 48.000 Verkäufe werden. Im Vorjahr waren es den Angaben zufolge gut 25.150 verkaufte Fahrzeuge.

In vielen deutschen Städten werden beim Ausstoß gefährlicher Stickoxide anhaltend Grenzwerte überschritten. Es drohen deshalb gerichtlich erzwungene Diesel-Fahrverbote.

„Viele Autofahrer sind verunsichert und wollen kein Risiko im Hinblick auf mögliche Fahrverbote eingehen und entscheiden sich daher jetzt dafür, das Fahrzeug zu wechseln“, sagte Diez. Das gelte auch für gewerbliche Kunden, die Autos kaufen. Außerdem, so die Prognose, zeigten die Umtauschprämien der Hersteller Wirkung.

In die Berechnung fließen diverse Faktoren wie etwa die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, die Arbeitslosigkeit oder auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und deren Auswirkungen auf die verschiedenen Kundengruppen ein. Die Prognose soll am Donnerstag beim „Tag der Automobilwirtschaft“ in Nürtingen vorgestellt werden.

dpa

Mehr zum Thema

Im Schatten der schwierigen Regierungsbildung ist die Diesel-Krise etwas aus den Schlagzeilen gekommen. Doch für viele Städte hat das Thema große Bedeutung. Ziel ist es, die Luftqualität zu verbessern - es tut sich aber wenig bis gar nichts.

24.11.2017

Die Zeit drängt, im nächsten Jahr drohen Diesel-Fahrverbote in Städten. Nach einem Spitzentreffen bei der Kanzlerin sollen ab Mittwoch Fördermittel für Kommunen zur Verfügung stehen. Städte sehen aber vor allem die Autoindustrie in der Pflicht.

28.11.2017

In vielen Städten drohen im nächsten Jahr Diesel-Fahrverbote. Mit einem Milliarden-Programm für bessere Luft wollen Bund, Länder und Kommunen gegensteuern - ob das ausreicht, ist offen. Kritik gab es an einem abwesenden „Elefanten“.

28.11.2017

Bargeldloses Bezahlen wird immer alltäglicher - wird das Bargeld lang- oder kurzfristig abgeschafft? Und wie sicher ist die digitale Alternative?

29.11.2017

Bundesaußenminister Gabriel reist nach Sankt Petersburg. Experten und Unternehmer diskutieren dort auf einer Konferenz über Energie und Rohstoffe. Und zu besprechen gibt es viel - die deutsch-russische Zusammenarbeit bei diesen Themen steht vor einigen Hürden.

29.11.2017

Kommen Fahrverbote – oder nicht? Für Nutzer von Dieselautos gibt es noch immer keine Klarheit, ob sie ihre Fahrzeuge in Zukunft weiter uneingeschränkt nutzen können. Von der Unsicherheit profitiert die Autobranche – Experten rechnen mit steigenden Neuwagenverkäufen.

29.11.2017
Anzeige