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Wirtschaft Prora-Investorin: Hotel wird trotz Insolvenz fertig
Nachrichten Wirtschaft Prora-Investorin: Hotel wird trotz Insolvenz fertig
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00:00 11.08.2018
Balkons mit Seeblick und zu 90 Prozent fertig: der Block 1 des „Kolosses von Prora“. Dennoch musste die Firma „Wohnen in Prora“, die das 450-Meter-Gebäude saniert, vor wenigen Tagen Insolvenz anmelden. Quelle: Foto: M. Otto
Prora

Trotz Insolvenz des Investors und der darauffolgenden Unruhe bei den Anlegern – das Hotel im Block 1 der ehemaligen Kraft- durch-Freude-Anlage in Prora auf Rügen soll zeitnah komplett fertig werden. Das hat Iris Hegerich, geschäftsführende Gesellschafterin der „Wohnen in Prora Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG“, versichert. Durch einen OZ-Bericht war Anfang der Woche öffentlich geworden, dass sie mit ihrer Firma Insolvenz anmelden musste, die seit vier Jahren das 450 Meter lange Gebäude direkt an der Ostsee saniert. Hauptgrund, so Hegerich: die aus dem Ruder gelaufene über vier Jahre dauernde Bauzeit des anspruchsvollen Objektes und die zwischenzeitliche Trennung von Generalbauunternehmer Bilfinger & Berger.

Betreiber plant komplette Eröffnung im Januar / Insolvenzverwalter drängt auf Fortsetzung der Arbeiten in Block 1

Da aber das Hotel im Block über ein anderes Firmenkonstrukt finanziert werde, gingen die Arbeiten hier weiter. Noch fehlen Teile des Schwimmbades und der Sauna sowie der Außenanlagen. Das Fitnessstudio sei aber fertig ebenso die Appartements, die zum Hotel gehören, sagte Hegerich.

Die Dormero-Hotel AG, die den Bereich für die diversen Eigentümer der 45 Hotel-Appartements betreibt, geht davon aus, dass Fitness- und Restaurantbereich zum 1. September öffnen, Schwimmbad und Sauna zum 1. Januar, sagte Dormero-Sprecher Tobias Graf. Auch Steffen Richter, Anwalt im Team des Berliner Insolvenzverwalters Philipp Hackländer, bestätigte nach einwöchiger Sichtung der Firmenunterlagen, dass die Hotelpläne nicht von der Pleite betroffen seien: „Hier können die Arbeiten weitergehen.“ Genau geprüft werden müsse aber weiterhin, was mit den anderen Einheiten sei – zu Block 1 gehören insgesamt 280 Wohnungen, die meisten wollen Privatbesitzer zur Vermietung anbieten. „Wir versuchen Lösungen zu finden, dass das, was errichtet wurde, im Wert erhalten wird und dass die Bereiche, die noch nicht fertig sind, zu Ende gebaut werden können. Es geht darum, dass das Nötigste weiterläuft“, betonte Richter. 90 Prozent der Sanierung in dem Block sollen schon abgeschlossen sein, die meisten Appartements sind bereits verkauft. „Es gibt aber auch Anleger, die die Schlussraten noch nicht bezahlt haben und wo letzte Arbeiten zu machen sind“, so Richter.

Die „Wohnen in Prora“ mit Sitz in Berlin hat die Appartements für Preise von 3500 bis 6500 Euro pro Quadratmeter veräußert. Bis auf drei Einheiten fanden alle Wohnungen Käufer. Schätzungsweise nahm die Firma so etwa 70 Millionen Euro ein. Auf Rügen wundern sich deshalb viele, dass das Unternehmen trotzdem insolvent ging.

Ob sie mit dem Geld andere Projekte querfinanziert habe oder welche weiteren Probleme es neben der langen Bauzeit gab, darüber wollte Iris Hegerich keine Auskunft geben. Der Insolvenzverwalter geht davon aus, Ende August mehr zur Zukunft in Block 1 sagen zu können. Insgesamt gehören zum Koloss von Prora, der von 1936 bis 1939 von den Nazis errichtet und nach dem Krieg von der NVA genutzt wurde, fünf Blöcke. Alle werden voraussichtlich bis 2022 umgebaut sein und dann hauptsächlich Ferien-Unterkünfte beherbergen.

Alexander Loew

Die junge Firma aus Neubrandenburg bietet Sportprogramme für ganze Belegschaften an. Die Idee dahinter: aus dem muffigen Büro raus an die frische Luft.

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