Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft RWE-Konzern stellt Ertragsperle RWE Dea zum Verkauf
Nachrichten Wirtschaft RWE-Konzern stellt Ertragsperle RWE Dea zum Verkauf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:22 06.03.2013
Die Geschäfte laufen wieder besser, aber alte Schulden hängen RWE wie ein Mühlstein um den Hals. Deshalb verkauft der Stromversorger die Öltochter Dea. Foto: Bernd Thissen
Hamburg

Damit hatte niemand gerechnet. „Wir sind aber trotzdem alle noch guter Stimmung“, sagte einer der Mitarbeiter. Auch unter einem neuen Eigner würden die Geschäfte schließlich weitergehen. Fest steht: Die RWE Dea war für den Konzern seit der Übernahme von der Texaco 1988 ein hoch profitables Unternehmen.

Die beträchtlichen Gewinne in der Öl- und Gasbranche werden in der Regel bei der Förderung erzielt, dem sogenannten Upstream-Bereich. Dagegen sind die Verarbeitung des Rohöls und der Verkauf der Produkte wie Benzin und Heizöl, das Downstream-Geschäft, weniger ertragreich. Folglich haben die großen Öl- und Gaskonzerne wie ExxonMobil, Shell oder BP in den vergangenen Jahren ihre Investitionsmittel gezielt in den Upstream-Bereich gelenkt. Da ist mehr Geld zu verdienen.

Und genau in diesem Geschäftsfeld ist RWE Dea aktiv. Das Unternehmen fördert Öl und Gas vor allem in Deutschland, Norwegen, Großbritannien und Ägypten. Es ist einer der wesentlichen Gasförderer in Niedersachsen und betreibt gemeinsam mit der BASF-Tochter Wintershall die Ölförder-Plattform Mittelplate im schleswig-holsteinischen Wattenmeer.

Dazu sind einige Projekte in verschiedenen Ländern Nordafrikas und in den Ölregionen des Kaspischen Meeres in Arbeit. Bei einem Umsatz von weniger als zwei Milliarden Euro erreichte RWE Dea im Jahr 2011 ein Ergebnis vor Steuern von 553 Millionen Euro. RWE-Chef Peter Terium weiß das natürlich. „Wir geben auch Ertragskraft ab“, sagte er in Essen. „RWE Dea ist ein gutes Unternehmen.“

Und damit auch ein wertvolles. RWE kann bei einem vollständigen Verkauf des Tochterunternehmens mit einem Erlös von mehreren Milliarden Euro rechnen und damit die eigene Schuldenlast von 33 Milliarden Euro reduzieren. „Ein solches Unternehmen verkauft man eigentlich nur, wenn man muss“, so der Hamburger Energieexperte Heino Elfert, Herausgeber des Energie-Informationsdienstes EID.

Dahinter könne aber auch das Kalkül stecken, dass die allerbesten Zeiten für Öl- und Gasförderunternehmen erst einmal vorbei seien. Die Gaspreise sind weltweit auf dem Rückzug, seitdem in den USA die Förderung aus dichten Gesteinsschichten mittels der umstrittenen Fracking-Methode an Fahrt aufgenommen hat.

Beim Öl könnte eine ähnliche Entwicklung bevorstehen. Unter Experten ist sehr umstritten, ob die gegenwärtigen Ölpreise von 112 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent sich mittelfristig halten werden oder weiter steigen. „Vielleicht ist es ja ein guter Zeitpunkt, um eine Förderfirma zu verkaufen“, sagt Elfert.

dpa

Der wichtigste US-Aktienindex Dow Jones ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Kurz nach Handelsbeginn an der Wall Street in New York übersprang er erstmals die Marke von 14 200 Punkten.

05.03.2013

Bahnfahrer müssen künftig auch auf kleinen Bahnhöfen besser über Verspätungen informiert werden. Nach einem Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts muss die Bahn dafür 1900 ihrer bundesweit 5500 Bahnhöfe und Haltepunkte nachrüsten.

06.03.2013

Auf der Suche nach Prostituierten hat ein „exklusiver Escort-Service“ arbeitslose Frauen mit einer Anzeige auf der Internetjobbörse der Bundesagentur für Arbeit zu ködern versucht.

06.03.2013