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RWE-Konzern stellt Ertragsperle RWE Dea zum Verkauf

Hamburg RWE-Konzern stellt Ertragsperle RWE Dea zum Verkauf

Auch für die Mitarbeiter der RWE Dea in der Hamburger City Nord war es eine Überraschung, als der RWE-Konzern am Dienstagmorgen per Pflichtmitteilung für die Börse die beabsichtigte Trennung von seiner Öl- und Gasfördertochter ankündigte.

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Die Geschäfte laufen wieder besser, aber alte Schulden hängen RWE wie ein Mühlstein um den Hals. Deshalb verkauft der Stromversorger die Öltochter Dea. Foto: Bernd Thissen

Hamburg. Damit hatte niemand gerechnet. „Wir sind aber trotzdem alle noch guter Stimmung“, sagte einer der Mitarbeiter. Auch unter einem neuen Eigner würden die Geschäfte schließlich weitergehen. Fest steht: Die RWE Dea war für den Konzern seit der Übernahme von der Texaco 1988 ein hoch profitables Unternehmen.

Die beträchtlichen Gewinne in der Öl- und Gasbranche werden in der Regel bei der Förderung erzielt, dem sogenannten Upstream-Bereich. Dagegen sind die Verarbeitung des Rohöls und der Verkauf der Produkte wie Benzin und Heizöl, das Downstream-Geschäft, weniger ertragreich. Folglich haben die großen Öl- und Gaskonzerne wie ExxonMobil, Shell oder BP in den vergangenen Jahren ihre Investitionsmittel gezielt in den Upstream-Bereich gelenkt. Da ist mehr Geld zu verdienen.

Und genau in diesem Geschäftsfeld ist RWE Dea aktiv. Das Unternehmen fördert Öl und Gas vor allem in Deutschland, Norwegen, Großbritannien und Ägypten. Es ist einer der wesentlichen Gasförderer in Niedersachsen und betreibt gemeinsam mit der BASF-Tochter Wintershall die Ölförder-Plattform Mittelplate im schleswig-holsteinischen Wattenmeer.

Dazu sind einige Projekte in verschiedenen Ländern Nordafrikas und in den Ölregionen des Kaspischen Meeres in Arbeit. Bei einem Umsatz von weniger als zwei Milliarden Euro erreichte RWE Dea im Jahr 2011 ein Ergebnis vor Steuern von 553 Millionen Euro. RWE-Chef Peter Terium weiß das natürlich. „Wir geben auch Ertragskraft ab“, sagte er in Essen. „RWE Dea ist ein gutes Unternehmen.“

Und damit auch ein wertvolles. RWE kann bei einem vollständigen Verkauf des Tochterunternehmens mit einem Erlös von mehreren Milliarden Euro rechnen und damit die eigene Schuldenlast von 33 Milliarden Euro reduzieren. „Ein solches Unternehmen verkauft man eigentlich nur, wenn man muss“, so der Hamburger Energieexperte Heino Elfert, Herausgeber des Energie-Informationsdienstes EID.

Dahinter könne aber auch das Kalkül stecken, dass die allerbesten Zeiten für Öl- und Gasförderunternehmen erst einmal vorbei seien. Die Gaspreise sind weltweit auf dem Rückzug, seitdem in den USA die Förderung aus dichten Gesteinsschichten mittels der umstrittenen Fracking-Methode an Fahrt aufgenommen hat.

Beim Öl könnte eine ähnliche Entwicklung bevorstehen. Unter Experten ist sehr umstritten, ob die gegenwärtigen Ölpreise von 112 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent sich mittelfristig halten werden oder weiter steigen. „Vielleicht ist es ja ein guter Zeitpunkt, um eine Förderfirma zu verkaufen“, sagt Elfert.

dpa

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