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RWE-Konzern vor personellem Umbau

Essen RWE-Konzern vor personellem Umbau

Die Neuausrichtung des Energiekonzerns RWE nimmt Fahrt auf: Schon an diesem Donnerstag könnte der Aufsichtsrat personelle Entscheidungen treffen. Kommunale Aktionäre sind indes schlecht gestimmt - die Dividendenstreichung bringt viele Kämmerer in die Bredouille.

Essen. Beim Energieriesen RWE steht nach dem angekündigten radikalen Umbau jetzt auch die personelle Weichenstellung an.

Am Donnerstag tritt der Aufsichtsrat des Konzerns zu seiner routinemäßigen Bilanz-Sitzung zusammen. Dabei werden weitere Entscheidungen zur geplanten Neuausrichtung erwartet - vor allem die Besetzung von Vorstandsposten in der RWE AG und der neuen Gesellschaft Newco.

Das Unternehmen lehnte einen Kommentar zunächst ab. RWE werde sich wie immer nicht zu Inhalten von Aufsichtsratssitzungen äußern, sagte eine Konzern-Sprecherin am Mittwoch.

Als sicher gilt inzwischen, dass RWE-Chef Peter Terium die neue Gesellschaft des Unternehmens leiten wird, in der die Sparten Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb gebündelt werden. Mit rund 40 000 Mitarbeitern ist das Unternehmen, für das bis zum Jahresende ein Börsengang vorgesehen ist, doppelt so groß wie die RWE AG. Geführt werden soll die Muttergesellschaft mit der konventionellen Stromerzeugung im Fokus von Rolf Martin Schmitz, derzeit die Nummer zwei im RWE-Konzern. RWE hatte bislang Medienberichte über die Personalrochade als Spekulationen bezeichnet.

Nach einem Bericht des „Handelsblatt“ vom Mittwoch sind auch Veränderungen im Finanzressort beider Gesellschaften geplant. So werde Markus Krebber, bislang Chef der RWE Supply &Trading, künftig bei der RWE AG die Finanzen verantworten und dort Bernhard Günther ablösen. Dieser werde in gleicher Position in die neue Gesellschaft wechseln.

Das Kontrollgremium hatte bereits im vergangenen Dezember die neue Strategie des Vorstands einhellig unterstützt. RWE war im Zuge der Energiewende in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Die neue Tochterfirma Newco will die aus dem Börsengang erlösten Mittel - dabei sollen rund 10 Prozent im Wege einer Kapitalerhöhung am Markt platziert werden - verstärkt in erneuerbare Energien stecken.

Für den jetzigen RWE-Chef Terium bedeutet ein Wechsel in die neue Gesellschaft zugleich eine Teilentmachtung. Der künftige Aufsichtsratschef Werner Brandt wolle den RWE-Chef an die „Leine legen“, berichtete die „Rheinische Post“ am Mittwoch. Terium würden klare Ziele für die Newco vorgegeben.

Für Missstimmungen bei der Aufsichtsratssitzung dürfte indes die geplante Streichung der Dividende bei den kommunalen Aktionären führen, die rund ein Viertel der RWE-Aktien halten. Der Vorstand hatte Mitte Februar diesen Schritt angekündigt. Die Streichung bedeutet einen Einnahmeausfall in Millionenhöhe. Das sei schlechter Stil gewesen und unglaublich vertrauenszerstörend, kritisierte unlängst der Geschäftsführer des Verbandes der kommunalen RWE-Aktionäre (VKA), Ernst Gerlach. Die Kommunen erwägen, Terium auf der Hauptversammlung die Entlastung zu verweigern.

dpa

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