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Wirtschaft Regional, rustikal, raffiniert
Nachrichten Wirtschaft Regional, rustikal, raffiniert
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00:00 20.01.2018
Berlin

Natürlich – bei einem Prachtexemplar von Aal, wie ihn die Müritzfischer mit zur Grünen Woche nach Berlin brachten, konnte Agrarminister Till Backhaus (SPD) nicht widerstehen. In erster Linie aber wollte Backhaus es zur Eröffnung der Länderhalle gestern mit dem „wilden Schwein“ aufnehmen. Auf der Bühne schwang der Minister rustikal das Messer, zerteilte gekonnt das Fleisch vom Rücken des Schwarzkittels.

Ein raffiniertes Rezept hatte sich der Rostocker Gastronom Carsten Loll vom Restaurant Carlo 615 ausgedacht: Scallopinni vom Mecklenburger Wildschwein mit Babyspinat, Himbeeren, Honigessig und Rote Betesprossen, dazu Champignons aus dem „Bunker“ bei Markgrafenheide. „Ein wunderbares regionales Gericht“, schwärmte Backhaus und warb dafür, in Gastronomie und privater Küche wieder mehr Wildschweinfleisch auf den Tisch zu bringen. „Wir sind ja zum Glück noch verschont von Afrikanischer Schweinepest. Fleisch vom Wild sollten wir öfter genießen.“

Die Gastro-Initiative „So schmeckt MV“, an deren Stand die Besucher das frisch Gebrutzelte später verkosten konnten, gehört zu den 63 Ausstellern der Land- und Ernährungswirtschaft, die bis zum 28.

Januar in der Mecklenburg-Vorpommern-Halle auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in der Hauptstadt Berlin ihre Produkte testen. „Die Länderhalle ist die Visitenkarte unseres Bundeslandes auf der IGW“, sagte Backhaus. „Wir sind mit dem hier, was unser Land so besonders macht.“

Neben Firmen, die schon zum wiederholten Mal dabei sind – wie die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH, die Mecklenburger Kartoffelveredelung und der Verein Rügenprodukte e.V. – präsentieren sich auch junge, noch kleine Unternehmen erstmals auf der Messe. Damit wird der Trend zu regionalen und individuellen Produkten aufgegriffen. Erstmals dabei sind die Vorpommersche Genussmanufaktur, die Senfmühle Schlemmin, die LandDelikat Bio-Rösterei aus Barth (Kaffeerösterei) und die Marke Hiddenseer Kutterfisch am Stand des Projektes „Land(Auf)Schwung“.

„Mit der Grünen Woche bieten wir Unternehmen eine Plattform, um ihre Produkte vorzustellen und deren Vermarktung zu testen“, sagte Backhaus. Nächster Höhepunkt in der MV-Halle wird heute der traditionelle Ländertag sein, bei dem sich Mecklenburg-Vorpommern auch als Urlaubsland präsentiert.

Der geschäftsführende Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) sprach sich bei der offiziellen Eröffnung der Grünen Woche für mehr Umwelt- und Tierschutz bei der Produktion von Lebensmitteln aus.

„Wir brauchen eine ökonomisch tragfähige und ökologisch nachhaltige Landwirtschaft“, sagte Schmidt. „Nicht, um den Status quo einfach zu erhalten, sondern damit wir uns verändern.“ Für den Fall einer neuen Bundesregierung von Union und SPD solle ein Tierwohl-Label für Fleisch aus besserer Tierhaltung eingeführt werden. Die Artenvielfalt müsse stärker gefördert werden, etwa durch mehr Flächen für Bienen und „einen geringeren und zielgenaueren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“.

Tausende Bauern sowie Umwelt- und Tierschützer wollen heute für eine Neuausrichtung der Landwirtschaft demonstrieren. Unter dem Motto „Wir haben es satt!“ erwarten die Organisatoren in Berlin nach eigenen Angaben mindestens 10000 Teilnehmer.

Unterm Funkturm offerieren an den zehn Messetagen 1660 Aussteller aus 66 Ländern Produkte aus der Landwirtschaft. Erwartet werden 400000 Besucher. Die Grüne Woche ist die weltgrößte Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau.

Elke Ehlers

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