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Wirtschaft Riesen-Modul für „Aidanova“ verlässt die Neptun Werft
Nachrichten Wirtschaft Riesen-Modul für „Aidanova“ verlässt die Neptun Werft
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00:00 02.12.2017
Rostock

Das Thema „saubere Schifffahrt“ wird mehr und mehr zum Jobmotor für die Wirtschaft im Land: Rostocker Unternehmen setzen derzeit neue Maßstäbe in der Antriebstechnik für Schiffe. Aktuelles Beispiel: Heute verlässt die Maschinenraum-Sektion der „Aidanova“ die Warnemünder Neptun Werft. Das neueste Schiff der Reederei Aida Cruises wird das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das komplett mit dem schadstoffarmen Flüssiggas LNG betrieben werden soll. In wenigen Wochen sticht dann die „Coral Energice“ in See – der erste Flüssiggastanker der Welt, der selbst mit LNG fährt. Allein auf der Neptun Werft arbeiten mehr als 1000 Menschen an den Antrieben der Zukunft.

„Die maritime Wirtschaft des Landes sorgt mit diesen Innovationen weltweit für Aufsehen. Wir erobern damit neue Märkte für uns, das schafft Arbeitsplätze“, sagt Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Zu den Vorreitern gehört Aida Cruises: Der deutsche Kreuzfahrt-Marktführer lässt zwei neue, mit LNG angetriebene Schiffe von der Meyer-Werftengruppe bauen. „Und die Maschinen – das Herz der Schiffe – stammen aus unserer Heimatstadt Rostock“, so Aida-Präsident Felix Eichhorn. Die Rostocker konnten sogar ihren amerikanischen Mutterkonzern Carnival von der Technologie „made in Rostock“

überzeugen: Der Konzern orderte fünf weitere LNG-Kreuzfahrer bei Meyer. Allein für die „Aidanova“ will das Unternehmen 2500 Mitarbeiter einstellen. Der größte Teil, so Eichhorn, an Bord – „aber auch in Rostock schaffen wir Jobs“. Werft-Geschäftsführer Raimon Strunck rechnet damit, dass der Auftrag von Carnival ein „Türöffner“ war: „Weitere Reedereien haben wegen der LNG-Technik von uns und Caterpillar Motoren angeklopft. Der Ausblick für die Neptun Werft ist hervorragend.“ Unter anderem soll LNG auch für Container-Reedereien ein Thema sein. Das Unternehmen investiere deshalb 50

Millionen Euro in eine neue Schiffbauhalle an der Warnow. „Die bauen wir ohne Fördermittel. Das geht aber nur mit vollen Auftragsbüchern. Die Halle wird Ende März fertig sein. Wir brauchen sie, um in das Geschäft mit dem sauberen Antrieb noch stärker einsteigen zu können.“ Doch nicht nur die Werften und Zulieferer rüsten auf: „Auch in den Ingenieurbüros der Region entstehen neue Arbeitsplätze“, so Siegfried Bludszuweit, Geschäftsführer von MET Motoren- und Energietechnik. Die Firma war an der Entwicklung der Aida-Schiffe mit beteiligt.

Prof. Dr. Bert Buchholz, Leiter des Lehrstuhls für Verbrennungsmotoren an der Uni Rostock, glaubt an LNG als Schlüssel zum Erfolg für die maritime Branche im Land: „Mittelfristig wird LNG für Reedereien günstiger sein als Diesel.“ Buchholz denkt schon weiter: „Perspektivisch könnten Schiffe auch mit Bio-Gas betrieben werden.“ Aida-Chef Eichhorn fordert: „Wir müssen die Innovationsführer bleiben. Das ist von enormer wirtschaftlicher Bedeutung für die Region.“

Andreas Meyer

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