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Wirtschaft Röntgen-Technik für Nashörner und Co.
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00:01 09.08.2016
Mit dem Röntgengerät zum Patienten: Hier wird ein verletztes Pferd untersucht. Quelle: Fotos: Oehm und Rehbein

Ihre Technik steht in den entlegensten Regionen der Welt: in der nördlichsten Polarstation, im Dschungel des Amazonasgebiets und in einem Flüchtlingslager im Kongo. Auch in vielen Kliniken, Praxen und auf Schiffen sind die mobilen Röntgengeräte der Rostocker Firma Oehm und Rehbein im Einsatz. „Mittlerweile haben wir unsere Software und digitale Technik in 70 Länder exportiert“, berichtet Geschäftsführer Bernd Oehm. Er hat die Firma 1991 mit Ragnar Rehbein in einem Wohnzimmer gegründet. Inzwischen haben sie ein schickes Bürogebäude an der Warnow und beschäftigen 64 Mitarbeiter.

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Die Rostocker Firma Oehm und Rehbein beliefert Ärzte in aller Welt / Auch Schiffe werden ausgerüstet

Der Körper wird durchleuchtet

Am 8. November 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg die unsichtbaren Strahlen, die den Körper durchleuchten können. Momentan wird vor allem das digitale Röntgen angewendet. Hier kommen Phosphorplatten oder elektronische Sensoren zum Einsatz. Die medizinischen Verfahren werden unter Radiologie genauer dargestellt.

Mehrere 1000 digitale Röntgensysteme und mehr als 200 mobile Röntgengeräte sind in den vergangenen Jahren verkauft worden. Sie sind in handlichen Koffern eingebaut, so kann man sie überall mit hinnehmen – zum Beispiel in einen Pferdestall oder auch zu den Nashörnern in afrikanischen Naturschutzgebieten. Geröntgt werden neben Tieren auch mal Kunstwerke, um Schäden zu analysieren. In erste Linie werden aber Menschen damit untersucht. Ein großer Kunde ist die Kreuzfahrtreederei MSC mit Sitz in Genf (Schweiz). Sie hat alle ihre Schiffe mit den digitalen Röntgengeräten aus Rostock ausgestattet. Sie helfen bei der Entscheidung: Muss der Patient sofort in die Klinik geflogen werden oder kann er noch bis zum nächsten Hafen an Bord bleiben? „Für die Reedereien ist jeder Krankentransport per Hubschrauber ein immenser Kostenfaktor“, erklärt Oehm. Seine Technik helfe, echte Notfälle zu erkennen. Und zwar so: Die Aufnahmen werden per Satellit zu Spezialisten übertragen, die dann die Befunde erstellen. Auch Ölfirmen und andere Unternehmen, die in abgelegenen Regionen arbeiten, nutzen diese Technik – genau wie einige Forschungsschiffe der Bundesrepublik. Die „Meteor 2“ hat bereits ein solches System an Bord. Die „Polarstern“ soll im Oktober damit ausgerüstet werden. Auch gut betuchte Hobby-Seefahrer, die Luxusyachten chartern, können in Notfällen kranke Mitfahrer röntgen. „Wenn sie das Schiff mieten, ist dieser medizinische Service inklusive“, sagt Bernd Oehm.

Obwohl das weltweite Geschäft der Umsatzbringer für das Unternehmen ist, hat es natürlich auch Kunden in Mecklenburg-Vorpommern beliefert, vor allem Orthopäden, Kliniken, medizinische Versorgungszentren sowie die drei Flüchtlingserstaufnahmelager. In letzteren werden mit der Technik die ankommenden Menschen auf die Infektionskrankheit Tuberkulose untersucht.

Damit die medizinische Bildgebung und -verarbeitung auf dem neuesten Stand ist und weitere Produkte auf den Markt gebracht werden können, haben Oehm und Rehbein eine eigene Entwicklungsabteilung. Die hat zum Beispiel eine Datenbank für Ärzte entwickelt, auf die sie jederzeit zugreifen und in die sie eigene Untersuchungsergebnisse und Analysen einpflegen können. Um gutes Personal zu bekommen, werden regelmäßig Lehrlinge ausgebildet. „Zurzeit sind es acht, zwei wurden gerade übernommen“, sagt der Geschäftsführer. Er arbeitet auch an einem IHK-Mentoring-Programm mit. Dort berät er andere Firmenchefs, die auch ins Ausland exportieren wollen.

Kerstin Schröder

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