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Rostocker bringen Segel-App auf den Markt

Rostock Rostocker bringen Segel-App auf den Markt

Start-up „Smacon“ entwickelt App, die Schiffsmanagement und soziales Netzwerk vereint

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Christian Knuth (v.l.), Maik Boldt und Sven Iven haben eine Handy-App, die Schiffsmanagament und soziales Netzwerk vereint, entwickelt.

Quelle: Foto: Wolfram

Rostock. Drei Männer, zweieinhalb Jahre Arbeit, ein Traum: Das Rostocker Start-up „Smacon“ hat eine gleichnamige Handy-App für die Hobby- und Sportschifffahrt entwickelt. Sie vereint modernes Schiffsmanagement und die Vorteile eines sozialen Netzwerks. „Es ist weltweit die erste App dieser Art“, sagt Geschäftsführer Maik Boldt (33). Es sei an der Zeit, die analoge Freizeit- und Sportschifffahrt in digitale Gewässer zu steuern. Mit der App könnte auf Seglern, Yachten, Charterschiffen und Sportbooten das Management an Bord vom Mobiltelefon aus geregelt werden. Gleichzeitig finden Nutzer über das soziale Netzwerk Gleichgesinnte, können Bilder hochladen, Reiserouten planen oder Crewmitglieder suchen.

 

OZ-Bild

Für Segler und andere Schiffe gibt es jetzt eine neue App: hier im Bild die niederländische Brigg „Mercedes“ vor Warnemünde.

Quelle: Foto: Hartmut Klonowski
OZ-Bild

Screenshot: im Bild das Profil des Schiffes „Mare Frisium“.

Quelle:

Ein großer Teil der App widmet sich der Schiffsverwaltung. Sie unterstützt Skipper beispielsweise dabei, ihre Arbeiten an Bord zu koordinieren. Wer was wann macht, wird übers Smartphone an die Crew delegiert. Die Technik erinnert an die Laufzeiten der Schiffsgeräte, warnt, wenn ein Ölwechsel fällig wird oder wenn ein Ersatzteil im Lager bald ausgeht. „Man muss alles einmal eingeben, dann übernimmt die App künftig das Verwalten“, sagt Smacon-Geschäftsführer Sven Iven (31).

Die Rostocker Jung-Unternehmer wollen mit der App die Hobby- und Sportschifffahrt einfacher machen und die Kommunikation verbessern. Beispielsweise mit der Reiseplanungs-Funktion für die Schiffe.

Passagierlisten und Routen werden erstellt, so dass im Notfall nachvollzogen werden kann, wohin eine Yacht gerade unterwegs und wer an Bord ist. „Oft hört man im Sommer auf See Notsignale, aber keiner weiß, wohin einige Yachten unterwegs sind oder wie viele Menschen an Bord sind“, erklärt Iven. Interessierte können sich zudem über das Smacon-Netzwerk nach Jobs auf Segelschiffen umschauen und Charterschiffe Crewmitglieder suchen.

Zwei der drei Macher bei Smacon sind selbst passionierte Segler. Die beiden Geschäftsführer Boldt und Iven sind Schiffsführer auf der „Mare Frisium“. Vor drei Jahren entstand die Idee zur App als „klassische Schnapsidee auf einem Geburtstag“, sagt Boldt. Gemeinsam mit Iven fachsimpelte er Ende 2014 über die Umsetzung ihrer Vision.

„Ich habe aber null Ahnung von Informatik, deshalb haben wir Christian Knuth angesprochen, ob er uns so eine App bauen kann“, erinnert sich Boldt. Der 31-jährige Knuth arbeitete zu dem Zeitpunkt als Programmierer bei einer Rostocker Werbeagentur. „Ich habe parallel mit der App begonnen, aber es kamen ständig neue Ideen hinzu, der Umfang wurde immer größer“, sagt Knuth.

Also setzten die drei alles auf eine Karte: Iven und Boldt gründeten im Mai 2015 das Start-up „Smacon“(Abkürzung für Smart Maritime Controlling) – Programmierer Knuth wechselte Vollzeit zur neuen Firma. Monatelang tüftelte er an den Details, sorgte dafür, dass die App auch offline, also ohne Internet, arbeitet – „denn sie soll ja auch funktionieren, wenn man auf See ist“. Seit einigen Tagen ist die App für Apple-, Google- und Androidnutzer auf dem Markt. Es gibt sie in vier Sprachen: Deutsch, Englisch, Niederländisch und Dänisch. Zwei Besonderheiten betont Christian Knuth dabei: Die App komme ohne Werbung aus und die Informationen blieben auf deutschen Servern gespeichert, die Rechte zudem bei den Nutzern. „Privatsphäre liegt uns sehr am Herzen“, sagt Geschäftsführer Iven, der zusätzlich in Hamburg Informatik studiert.

Das soziale Netzwerk der App, über das der Austausch mit anderen Skippern funktioniert, ist für den Nutzer gebührenfrei. Wer das Abo zum Schiffsmanagement dazubucht, zahlt 24,99 Euro im Jahr, um sein Boot zu verwalten. Zum Preis sagt Maik Boldt: „Wir wollen die breite Masse erreichen, denn es ist ja insgesamt schon ein teures Hobby.“ Ihr Produkt bezeichnen die drei Rostocker als „Startpaket“. Mit Hilfe der Abo-Einnahmen wollen sie die App Schritt für Schritt um neue Funktionen erweitern. „Wir haben noch viele coole Ideen“, verspricht Boldt.

Link: www.smacon.eu

OZ-Gründerpreis lockt mit 11000 Euro

Mutige Gründer fördern, ihre Ideen bekannt machen: Das ist das Ziel des OZ-Gründerpreises, der in diesem Jahr zum 15. Mal vergeben wird. Für den Sieger gibt es 5000 Euro, je 2000 Euro für die Gewinner der Sonderpreise „Mut zur Selbstständigkeit“, gestiftet von der Creditreform von der Decken KG, und „Interessante Gründerstory“, zur Verfügung gestellt von den VR-Banken MV. Zur Teilnahme berechtigt sind Firmen mit Sitz in MV, die vor dem 1. Juni 2016 gegründet wurden und nicht älter als fünf Jahre sind.

Zudem wird erstmals ein mit ebenfalls 2000 Euro dotierter „Nachfolgepreis“, gestiftet von der IHK zu Rostock, vergeben: Teilnehmen können alle Firmen mit Sitz in MV, bei denen geplant ist, dass in den kommenden fünf Jahren ein Nachfolger die Firma übernehmen soll bzw. die innerhalb der letzten drei Jahre übergeben wurden. Der Preis kann auch geteilt werden.

Und so bewerben Sie sich: Einfach einen kurzen Fragebogen ausfüllen und ab an OZ, Wirtschaft, R.-Wagner-Str. 1a, 18055 Rostock. Der Fragebogen kann unter www.ostsee-zeitung.de heruntergeladen oder online ausgefüllt werden. Auf Anfrage (0381 / 365381 bzw. existenzgruenderpreis@ostsee-zeitung.de) wird er auch zugesandt. Einsendeschluss: 17.9.

Virginie Wolfram

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