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Rückschlag für Anleger: German Pellets fast wertlos

Wismar/Schwerin Rückschlag für Anleger: German Pellets fast wertlos

Insolvenzmasse beträgt vorsichtig geschätzt nur zwölf Millionen Euro / Vorwürfe gegen früheren Eigentümer: Insolvenzantrag viel zu spät gestellt

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Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde

Quelle: White & Case

Wismar/Schwerin. Dass die Anleger von German Pellets auf einen großen Teil ihres Geldes verzichten müssen, steht schon länger fest. Doch bei der Vorstellung des Insolvenzberichts gestern in Schwerin wurde deutlich: Die Überreste des Wismarer Brennstoffherstellers sind wohl noch weniger wert als zuletzt erhofft.

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650 Mitarbeiter hatte die German-Pellets-Gruppe an rund 20 Standorten weltweit. Das Unternehmen produzierte vor allem Holzpellets zum Heizen sowie Tierstreu. Die Zahlungsunfähigkeit wurde öffentlich, als klar wurde, dass das Unternehmen Anleihen in Höhe von rund 50 Millionen Euro nicht zurückzahlen konnte.

Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde habe die Insolvenzmasse von German Pellets nach vorsichtiger Schätzung mit zwölf Millionen Euro beziffert, sagte Rechtsanwalt Hartmut Göddecke, der die Inhaber der noch im Oktober 2015 ausgegebenen Genussscheine von German Pellets vertritt, der OZ. Insgesamt waren zu der Gläubigerversammlung in Schwerin knapp 100 Anleger und deren Vertreter gekommen. Sie standen für Gesamtforderungen in Höhe von 480 Millionen Euro. Würden die 12 Millionen Euro auf sie verteilt, bekämen sie gerade einmal 2,5 Prozent ihres Geldes zurück.

Schmudde berichtete weiter, dass das Wismarer Stammwerk für 12,6 Millionen Euro an den US-Finanzinvestor Metropolitan Equity Partners (MEP) verkauft worden sei, der das Unternehmen in Wismar Pellets umbenannte. 1,9 Millionen aus der Kaufsumme fließen in die Insolvenzmasse, der Rest ging vor allem an die Banken. Der Verkauf zweier anderer Pellet-Werke brachte knapp neun Millionen Euro.

Insgesamt konnte Schmudde mit Verkäufen 45 Millionen Euro einnehmen.

Die Insolvenzverwalterin erhob schwere Vorwürfe gegen den früheren Eigentümer und Geschäftsführer Peter Leibold. So gebe es noch 200 Millionen Euro an offenen Darlehensforderungen. Allein 82

Millionen seien ohne Sicherheiten an österreichische Stiftungen geflossen, über die ein großer Teil des Geldes an die Firmenbeteiligungen in den USA weitergeleitet wurde. Deren Rückzahlung ist teilweise erst 2038 fällig.

Schmuddes Einschätzung nach sei der Insolvenzantrag sieben bis acht Monate zu spät gestellt worden, zitiert Anwalt Göddecke. Die entsprechenden Zahlen habe sie an die Rostocker Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die Behörde ermittelt gegen Leibold wegen Verdachts auf Insolvenzverschleppung und Bankrottbetrug. Dabei versucht die Staatsanwaltschaft seit Monaten herauszufinden, ab welchem Zeitpunkt das Unternehmen als überschuldet hätte angesehen werden müssen. Leibold hatte am 10. Februar Insolvenz angemeldet, nachdem er offene Forderungen nicht mehr begleichen konnte.

German Pellets war nach eigenen Angaben der weltgrößte Hersteller von Holz-Pellets. Von einst 150 Mitarbeitern in Wismar blieben bis heute rund 50 übrig.

Axel Büssem und Frank Pfaff

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