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Russische Ölkonzerne wollen Förderung nicht steigern

Moskau Russische Ölkonzerne wollen Förderung nicht steigern

Zähneknirschend stimmen Russlands Ölproduzenten zu, ihre Förderung nicht weiter auszudehnen. Sie fürchten, dadurch auf dem Weltmarkt ins Hintertreffen zu geraten. Zieht auch das mächtige Ölkartell Opec mit?

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Ölförderung in Russland: Im Kampf gegen sinkende Ölpreise will Russland seine Förderung nicht mehr steigern.

Quelle: Yuri Kochetkov/archiv

Moskau. Um einen weiteren Ölpreisverfall zu verhindern, wollen die russischen Rohstoffkonzerne ihre Fördermengen vorerst nicht erhöhen. Diesem Plan hätten die Chefs der wichtigsten Erdölunternehmen des Landes bei einem Treffen zugestimmt, sagte Präsident Wladimir Putin.

Zudem habe sich die Rohstoffmacht bereits mit mehr als 15 Staaten geeinigt, die Ölproduktion auf dem Niveau vom Januar einzufrieren, sagte Energieminister Alexander Nowak der Agentur Interfax zufolge. Noch im März solle der Deal perfekt gemacht werden.

Russland ist einer der größten Produzenten der Welt, gehört aber nicht der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) an. Seit Mitte 2014 waren die Ölpreise um bis zu 70 Prozent eingebrochen. In Russland hat dies einen Absturz des Rubelkurses zum Dollar ausgelöst und die schwere Wirtschaftskrise noch verschlimmert.

Vor zwei Wochen hatte Russland mit den Opec-Staaten Saudi-Arabien, Katar und Venezuela einen gemeinsamen Plan angekündigt, die Ölförderung auf dem Stand vom Januar einzufrieren, um den drastischen Preisverfall zu stoppen. Mit den übrigen Mitgliedern des Kartells sollte der Schritt aber noch abgesprochen werden.

Der Iran etwa hatte sich zuletzt gegen den Vorschlag gestellt. Der russische Vizeaußenminister Grigori Karassin wird am Mittwoch zu Gesprächen in Teheran erwartet. Der Iran möchte nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen wieder mehr Öl in alle Welt exportieren. Saudi-Arabien - das produktionsstärkste Opec-Land - wehrt sich seit langem vehement gegen Förderbeschränkungen, um seine dominante Marktstellung zu verteidigen.

Ein mögliches Einfrieren oder gar eine Kürzung der Förderung ist auch in Russland umstritten. Die Wirtschaftszeitung „RBK“ berichtete am Dienstag unter Berufung auf Quellen in den Konzernen Lukoil, Gazprom-Neft und Baschneft, dass die Unternehmen um ihre Marktanteile fürchten. „Wir verstehen nicht, warum wir das machen sollen und wie wir die Umsetzung dieser Vereinbarungen bei den anderen Marktakteuren kontrollieren können“, klagte ein Vertreter von Lukoil.

Der Experte Waleri Nesterow vom Analysezentrum Sberbank CIB sagte, ein einseitiger Schritt Russlands hätte keinen Einfluss auf den Ölpreis. An dem Treffen mit Putin nahmen die Chefs der führenden russischen Erdölproduzenten teil, darunter Konzernleiter der Staatsunternehmen Rosneft und Gazprom-Neft sowie des größten privaten Förderers Lukoil.

Für die krisengeschüttelte Rohstoffmacht wäre eine Festlegung auf das Januar-Niveau Beobachtern zufolge trotz aller Befürchtungen eine bequeme Lösung. Im Januar hatte Russland der Agentur Tass zufolge mit rund 46 Millionen Tonnen mehr Öl gefördert als in jedem einzelnen Monat 2015.

Hochgerechnet würde das Riesenreich demnach 2016 die Rekordmenge von 552 Millionen Tonnen produzieren. Unklar war zunächst weiter, wie sich ein Einfrieren der Ölmenge auf die Opec-Staaten auswirken würde.



dpa

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