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Ryanair bringt sich als Air-Berlin-Alternative ins Gespräch

Deutscher Luftverkehrsmarkt Ryanair bringt sich als Air-Berlin-Alternative ins Gespräch

In einem sind sich Fachleute einig: Die Turbulenzen um Air Berlin werden den deutschen Luftverkehrsmarkt ordentlich durcheinanderwirbeln. Davon könnte auch der irische Billigflieger Ryanair profitieren. Der würde in Deutschland gerne stärker wachsen.

Nürnberg. Der irische Billigflieger Ryanair bringt sich bei deutschen Flughäfen als Alternative zu Air Berlin ins Gespräch. Das Wachstum im europäischen Flugverkehr werde „von Ryanair kommen“.

Für Flughäfen sei es daher „ratsam“, den Kontakt zu Ryanair zu suchen, sagte der Chef des Operativen Geschäfts, David O'Brien, in Nürnberg. Dort will Ryanair Anfang November neben Hamburg eine neue Basis eröffnen.

Viele Flughafenbetreiber würden derzeit mit ihnen sprechen, sagte er. Es seien auch einige große Flughäfen darunter, denen der Verlust großer Air Berlin-Kontingente drohe. Welche Flughäfen das sein sollen, sagte der Ryanair-Manager allerdings nicht.

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin steht vor einem tiefgreifenden Konzernumbau. Air Berlin will sich mit nur noch 75 Maschinen künftig auf das Geschäft von den beiden Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf aus konzentrieren.

Kurzfristig sieht Ryanair aber keinen Anlass, seinen Kurs zu ändern. Tatsache sei aber, dass „Deutschland im strategischen Fokus“ von Ryanair stehe. „Wir wollen in Deutschland wachsen. Das Land bietet ein riesiges Potenzial“, sagte O'Brien. 2017 strebe das Unternehmen für Deutschland eine 20-prozentige Passagierzunahme an, sagte ein Unternehmenssprecher.

So eröffnet Ryanair am Nürnberger Flughafen am 2. November eine Basis mit künftig zwei statt bisher einer stationierten Maschine. Vom Sommerflugplan 2017 böte der irische Billigflieger auf zwölf Routen 56 Flüge an. Zusammen mit der neu eröffneten Basis in Hamburg verfügt Ryanair in Deutschland dann über acht Basen.

Der Geschäftsführer des Nürnberger Flughafens, Michael Hupe, räumte ein, dass bei der Ryanair-Expansion in Nürnberg auch Rabatte bei den Start- und Landegebühren eine Rolle gespielt hätten. Diese seien aber bei allen Fluggesellschaften üblich, die von Nürnberg aus neue Verbindungen anböten. Der Flughafenbetreiber trage damit dem Umstand Rechnung, dass die Fluggesellschaften mit neuen Flugrouten ein gewisses Risiko eingingen.

Ryanair klammert sich derweil trotz Brexit-Votums und Terrorängsten weiterhin an seine Gewinnziele für das Geschäftsjahr 2016/2017 (31. März). Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte allerdings im Sommer nicht ausgeschlossen, dass der bevorstehende Ausstieg der Briten aus der EU das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr zu einer Senkung seiner Gewinnprognose zwingen könnte. Zuletzt hatte Ryanair bis Ende März 2017 einen Überschuss von 1,375 bis 1,425 Milliarden Euro angestrebt.

dpa

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